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von Dr. Wolfgang Thüne(...) Kohlendioxid kein «Klimakiller»... Wissenschaft aber, die um die Relativität ihrer Erkenntnisse weiss, ist der Wahrheitssuche verpflichtet und hat der Frage auf den Grund zu gehen, ob Kohlendioxid wirklich das Etikett «Klimakiller» verdient. Ein Gas kann auf exakt der gleichen Wellenlänge Strahlung emittieren (aussenden), auf der es Strahlung absorbiert (aufnimmt). In seiner 1896er Arbeit gibt Arrhenius an, dass die «Kohlensäure» drei Absorptionslinien bei 2,8 µm (Mikrometer Wellenlänge), bei 4,5 µm und bei 15 µm besitzt. Für seine Eiszeithypothese zog er nur die Absorptionslinie bei 15 µm ins Kalkül. Auch heute bezieht sich die Enquetekommission des Deutschen Bundestages wie auch der IPCC (Intergovemmental Panel on Climate Change) ausdrücklich auf diese Linie. Die Enquete-Kommission erklärt ausserdem, dass in dem Wellenlängenbereich zwischen 7 und 13 µm (dem Bereich der Wärmeabstrahlung durch die Erde) ein «stets offenes Strahlungsfenster» von der Erde in den Weltenraum besteht, das deswegen nicht geschlossen werden könne, weil praktisch keine nennenswerten Absorptionslinien in diesem «Fenster» liegen. Das «Fenster» könne auch nicht durch 100% Wasserdampfgehalt geschlossen werden, was in klaren Strahlungsnächten den starken Temperaturabfall erklärt, trotz Bodeninversion, Taubildung und Bodennebel. Kohlendioxid kann damit weder den Temperaturabfall bremsend beeinflussen, noch für eine Erwärmung verantwortlich sein, weil seine Absorptionslinie gar nicht aktiviert wird. Dies muss Arrhenius bekannt gewesen sein und erst recht den Physikern und «Klimaforschern», welche die Eiszeithypothese aufgegriffen und in eine «Treibhaushypothese» modifiziert haben. Das CO2 wird also bewusst als «Treibhausgas» diffamiert, obgleich es weit ausserhalb des irdischen «Strahlungsfensters» am äussersten langwelligen Rand der Infrarotstrahlung absorbiert und richtigerweise eher die Bezeichnung «Unterkühlungsschutz» verdiente. Wenn überhaupt, dann verhindert Kohlendioxid zusammen mit dem Wasserdampf eine Unterkühlung der Erde signifikant unter -70° Celsius! Wer Gegenteiliges behauptet, stellt die gesamte Infrarot-Spektroskopie auf den Kopf. Methan kein «Treibhausgas»Ebenfalls als «Klimagas» und damit als «Klimakiller» diffamierte Methan (CH4) wird auch zu Unrecht beschuldigt, denn auch seine beiden Absorptionslinien liegen bei 3 und bei 8 µm und damit praktisch ausserhalb des «stets offenen Strahlungsfensters». Der abstrahlende «schwarze Körper» Erde müsste eine Temperatur von etwa 100° C haben, damit das Wellenlängenmaximum exakt die Absorptions- und Emissionslinie von 8 µm des Methans trifft. Da bisher nirgendwo auf der Erde eine Oberflächentemperatur von auch nur annähernd 100° C beobachtet wurde, ist es ebenso abwegig und wissenschaftlich völlig unhaltbar, das Methan als «Treibhausgas» zu bezeichnen. Die von der Erdoberfläche im «normalen» Temperaturbereich zwischen -60° und +60° C abgestrahlte elektromagnetische Strahlung geht gradlinig praktisch ungehindert in den Weltraum. Kohlendioxid, das war der grosse Trugschluss von Arrhenius und ist die bewusste Falschaussage der «Klimaforscher», kann ebenso wie Methan aus ganz prinzipiellen physikalischen Erwägungen heraus niemals ein «Treibhausgas» sein, das mit seiner kalten «Gegenstrahlung» die wärmere Erde erwärmt und so die «Klimakatastrophe» auslöst. Die gebetsmühlenartig behauptete These der «Kausalität» zwischen dem Anstieg der CO2 Kurve und der «Globaltemperatur» gibt es nicht. Der kurz vor der Klimakonferenz 1995 in Berlin durch Professor Dr. Klaus Hasselmann mittels «Fingerprint-Methode» präsentierte «95%-Beweis» ist ein Korrelationskunststück, aber mitnichten ein «Beweis». Welche Beweiskraft Korrelationen haben, möge folgendes Beispiel illustrieren: In den Jahren 1919 bis 1921 korrelierte man in Norddeutschland die Zahl der Neugeborenen mit der Zahl der Storchennester und erhielt einen Korrelationskoeffizienten von 0,9. Doch niemand zog daraus «kausal» den Schluss, dass 90% der Kinder vom Storch gebracht werden. «Urängste» gegen kritischen SachverstandDas Stück «Klimakatastrophe» ist eine theatralisch perfekt inszenierte Show, die zwar schon Milliarden «global» verschlungen hat, die aber zudem den «Beweis» geliefert hat, dass es auch heute bestens gelingt, mittels wirkungsvoller und «Urängste» aktivierender Bilder nicht nur Politik und Öffentlichkeit in ihren Bann zu ziehen, sondern auch den kritischen Sachverstand der Fachwelt zu paralysieren. Was die Kulturrevolution der 60er Jahre mit dem Druck der «Ausserparlamentarischen Opposition» vergebens versuchte, soll nun als «Suffizienzrevolution» mittels der globalen Kontrolle der ebenfalls ausserparlamentarischen «Nichtregierungsorganisationen» realisiert werden. Ein Mittel ist «CO2-Reduktionsstragegie», welche - sollte sie in Kyoto/Japan zu quantitativ völkerrechtlich verbindlichen Reduktionsnormen führen - die Industrienationen in den Zustand von «Dauerangeklagten» der globalen Ökopolizisten Greenpeace versetzen würde. Wolfgang Thüne, Meteorologe und Soziologe, ist Referent für Grundsatzfragen in einem Umweltministerium. Er moderierte 1971 bis 1986 nebenberuflich den ZDF-Wetterbericht. Der vollständige Artikel ist nachzulesen bei Zeit-Fragen, Zürich Nr. 7/8 Juli/August 1997 S. 9 | |||