Logo der Deutschland-Bewegung

Die konservative Informationsbasis im Internet

zurück zum Inhaltsverzeichnis ...

Der Kommunismus ist nicht tot, die alten Kader sind weiter am Werk. Manipulation und Desinformation haben System

Von den kommunistischen Diktaturen wurde mit allen Mitteln der Propaganda und der Desinformation in westlichen Ländern Einfluss genommen. Dies auch in der heutigen Zeit zu durchschauen, setzt voraus, dass man die dahinterstehende Ideologie, die angestrebten Ziele und die verwendeten Strategien und Methoden kennt. Zeit-Fragen sprach mit Gerhard Löwenthal, dem ausgewiesenen Kenner des kommunistischen Totalitarismus.

Bild von Gerhard Löwenthal
Gerhard Löwenthal (†)

Nadel, grün

Agitation und Psychokrieg kommunistischer Diktaturen

von Gerhard Löwenthal (†)

Immer deutlicher zeigte sich in den Jahren nach dem Zusammenbruch des sowjetischen Blocks, wie massiv Moskau Einfluss auf die westlichen Länder genommen hat. Bis heute wird dieser Einfluss durch Desinformation und Agitation oft unterschätzt und verharmlost. Ist der Kommunismus tot? Haben sich die alten Kader aufgelöst, haben sich die Ideologen zu Demokraten umgewandelt?

Damit es keine Missverständnisse gibt, muss ich vorausschicken, dass natürlich auch die Nazi-Diktatur Agitation und Psychokrieg betrieben hat: massive, brutale, verzerrende Propaganda und Agitation. Aber die Nazi-Diktatur dauerte "nur" 12 Jahre und ging dann total unter, und zwar endgültig. Die kommunistische Diktatur, die von Moskau ausging und ausgeht, dauerte über 70 Jahre - im geteilten Deutschland über 40 Jahre - und hatte weltanschauliche Metastasen überall in Osteuropa und z.T. auch in Mitteleuropa.

Alte Kader am Werk

Selbst hochgestellte Politiker behaupten bis heute, der Kommunismus sei tot. Nur hat mir noch keiner die Leiche gezeigt. Deshalb bin ich der Meinung, man muss der "Auferstehung" dieser Leiche Aufmerksamkeit widmen, besonders natürlich dem Grundprinzip, das dahintersteckt. So findet man zum Beispiel die alten Kaderleute der ehemaligen DDR heute wieder am Werk. Das ist besonders für die dortige Bevölkerung unangenehm: Wenn die Menschen z.B. auf die Arbeitsämter kommen, sitzen da wieder die alten Kaderchefs und üben nach wie vor ihre Macht über die Menschen aus. Nicht wenige von diesen Altkadern sind natürlich auch vom Westen unterstützt worden. Westliche Fabrikanten, die Betriebe in der ehemaligen DDR übernommen haben, haben die Leute mit übernommen. Und nur wenige von denen gehören wirklich zu den Gewandelten, die meisten sind Gewendete: Gewendet sind sie alle, denn nach aussen offen zum Sozialismus zu bekennen, geht ja im Augenblick nicht. Gewandelt haben sich in der Tat nur sehr wenige.

Die alten Kader existieren also noch. Verfolgen sie ihre alten Ziele weiter? Mit welchen Mitteln?

Der Bolschewismus hat in dieses Jahrhundert das eingeführt, was man den psychologischen Krieg nennen kann. Es handelt sich darum, das Moralische und das Psychische zu treffen. Dieser Typus von Krieg, der in die moderne Geschichte Einzug hielt, hat es in erster Linie nicht darauf abgesehen, den Gegner als organisierte Kraft zu zerstören, sondern darauf, ihm alle seine Chancen zum Leben und zur Hoffnung zu nehmen.

Ich will Ihnen anhand von zwei Zitaten klarmachen, mit welchem Gegner wir es zu tun haben, zwei Zitate, die aufzeigen - auch wenn die kommunistische Zentrale in dieser Form nicht mehr existiert -, was das dahintersteckende Prinzip ist. Das eine Zitat stammt von Manuilski, dem sowjetischen Psychologen und langjährigen Leiter der früheren Komintern, der Zentrale der kommunistischen Bewegung. Er hat einmal in einer Grundsatzerklärung 1931 gesagt:

"... mit geballter Faust zerschmettern"

"Gewiss, heute sind wir noch nicht stark genug, um anzugreifen. Unsere Zeit wird in 20 oder 30 Jahren kommen. Und zum Siegen brauchen wir einen Moment der Überraschung. Die Bourgeoisie muss eingeschläfert werden. Wir werden deshalb damit beginnen, die theatralischste Friedensbewegung zu entfachen, die je existiert hat. Es wird elektrisierende Vorschläge uns ausserordentliche Zugeständnisse geben. Die kapitalistischen Länder, stupide und dekadent, werden mit Vergnügen an ihrer eigenen Zerstörung arbeiten. Sie werden auf den Leim der Gelegenheiten zu neuer Freundschaft kriechen, und sobald sich ihr Schutzgürtel entblösst, werden wir sie mit unserer geballten Faust zerschmettern."

Der eine oder andere wird schon gemerkt haben, wie diese Kampfansage an die bürgerliche Gesellschaft sich ausgewirkt hat. Können Sie sich noch daran erinnern, was sich in den 60er und 70er Jahren nicht nur in Deutschland abgespielt hat? Wir wissen heute, dass z.B. hinter der Friedensbewegung die Sowjetunion stand, dass sie in Moskau erfunden, angeleitet und finanziert worden ist. Ich breche jetzt einen Stab über die vielen jungen Leute. Die sind hinter einer Fahne hergelaufen, von der sie gar nicht wussten, welche Fahne das eigentlich war. Auf Grund des Mangels an Entschlossenheit und an Klarsicht im Westen ist es zu dem gekommen, was Manuilski vorausgesagt hat.

"Sie werden auf dem Leim der Gelegenheiten zu neuer Freundschaft kriechen", sagte Manuilski 1931. Und in welcher Situation befinden wir uns heute?

Zum Beispiel die berühmte Parole vom "europäischen Haus": Im Sommer 1997 hat der russische Ministerpräsident Tschernomyrdin angekündigt, dass die Russen der Europäischen Gemeinschaft beitreten wollen. Oder was spielt sich mit der Nato ab? Die totale Aushöhlung, die totale Deformierung dessen, was die Nato wirklich war - eine Verteidigungsgemeinschaft von kulturell und weltanschaulich gleichartigen Ländern -, ist im Gange! Jetzt gibt es schon einen besonderen Pakt mit Russland. Verstehen Sie jetzt, warum ich an dieses Zitat von Manuilski erinnert habe? Es ist eine der grundlegenden Kampfansagen an die westliche Welt gewesen!

Schnellstmöglicher Sieg des Kommunismus

Das wir Grund zur Vorsicht haben, zeigt das andere Zitat, das aus einer internen Rede Breschnews vor seinen Kadergenossen in den 60er Jahren stammt: "Einige Genossen begreifen unsere europäische Politik nicht. Sie denken, dass sie dem Sieg des Kommunismus die Tür verschliessen. Sie müssen aber begreifen, dass genau das Gegenteil zutrifft. Dass unsere europäische Politik dem schnellstmöglichen Sieg des Kommunismus in diesem Teil der Welt die Tür weit öffnet." Das Hauptziel der damaligen sowjetischen Politik - als zentrales Thema für die Europäische Sicherheitskonferenz - war nämlich, die USA aus Europa herauszudrängen, die Nato zu schwächen, dabei aber auf keinen Fall eine Schwächung der sowjetischen Streitkräfte zuzulassen. Die Sowjetunion wollte nicht in direkte militärische Berührung mit den USA kommen. Da die nukleare Macht der USA riesengross war, stellte jede solche Berührung ein zu grosses Risiko dar. Sollten sich aber die USA aus Europa zurückziehen, dann wäre dieses Risiko beseitigt gewesen, und in gewissen Situationen hätten dann sowjetische militärische Eingriffe in westliche Länder erwogen werden können. In einer Situation, in der die Menschen den Frieden wollen, wäre es für die USA sehr schwer gewesen, auf eine sowjetische Intervention mit dem nuklearen Konflikt zu antworten. Die Konsequenzen hat man im Vietnamkrieg gesehen.

Die Geschichte scheint Breschnew in die Irre geführt zu haben, denn es kam anders. Aber die Ideologen haben von ihrem Endziel nicht abgelassen. Das Endziel bleibt auch heute die Ausdehnung der marxistischen Ideologie über die ganze Erde.

Gemeinhin wird doch die sowjetische Politik im Westen, grob gesagt, in die Zeit vor und in die Zeit nach Gorbatschow eingeteilt. Haben Glasnost und Perestroika nicht eine radikale Veränderung der politischen Ziele dokumentiert?

Gorbatschow war einer der Jüngeren, den die Gerontokratie des Kreml vorzeigen konnte - er war einer der geschicktesten: Was Gorbatschow mit den beiden Schlagworten Glasnost und Perstroika gemacht hat, war nichts anderes als eine taktisch-strategische Veränderung, wie man das - unveränderte! - Endziel erreichen kann. Die beiden Schlagworte Perestroika und Glasnost sind Agitprop: Agitation und Propaganda. Als Gorbatschow kam, habe ich angefangen, seine Reden und Bücher zu lesen: In seinem ersten Buch, das auch in deutscher Sprache erschien, war praktisch auf jeder Seite fünf- bis zehnmal von Lenin die Rede. Und wenn einer sich in der damaligen Situation 1985/86 unentwegt zu Lenin bekennt, dann gibt er damit zum Ausdruck, dass er ein in der Wolle gefärbter Leninist ist, also selbstverständlich dem Endziel der Ausbreitung der bolschewistischen Herrschaft über die Welt verpflichtet bleibt.

Glasnost: Offenheit oder Public Relations

Ich wollte wissen, was die Begriffe Glasnost (lt. Duden: Öffentlichkeit) und Perestroika (lt. Duden: Umbau) wirklich heissen. Jemand, der Russisch kann, hat in der grossen Enzyklopädie in Moskau nachgesehen und festgestellt: Für Glasnost - uns wurde gesagt, dass heisse Offenheit - stand dort Öffentlichkeit. Und in einem russisch-englischen Lexikon stand Public Relations. Genau das war es und nichts anderes. Denn die Politik insgesamt hatte sich nicht geändert, man hatte sich nur darauf festgelegt, sich verbindlicher und weltoffener darzustellen.

Hier begann, was manche im Westen fälschlicherweise für eine Neuorientierung der sowjetischen Politik hielten, was in Wahrheit aber nichts anderes war als die Fortsetzung - nur mit anderen Mitteln. Sollte man nicht statt Perestroika, Umbau, eher Peredischka sagen: Atempause? Bedenken Sie: Als alle Welt vom Untergang des Kommunismus redete, wurde im Jahr 1994 in Sofia in Anwesenheit von Vertretern von 22 kommunistischen Parteien die Komintern wieder gegründet, die kommunistische Internationale, die zwischendurch mal aufgelöst war, sozusagen in der Periode des Tauwetters, um nach aussen hin den Eindruck zu erwecken, man beabsichtige wirklich eine andere Politik.

In der westlichen Presse gab es keine Meldung und schon gar keine Kommentierung zu diesem hochinteressanten Strategiewechsel. War Gorbatschows "Kurswechsel" nur gekonnte Öffentlichkeitsarbeit?

Die Desinformationsabteilungen der Geheimpolizeien waren und sind Instrumente der Agitprop-Methoden. Der Begriff Desinformation stammt aus der Sprache der Geheimdienste der Sowjetunion und der übrigen Oststaaten, die ein Spiegelbild der sowjetischen Geheimpolizei waren und im Westen eine sehr intensive Tätigkeit betrieben haben.

Einer der Grundsätze der psychologischen Kriegsführung heisst: Alles solange wiederholen, bis die Leute es kapiert haben. Das ist nach meiner Erfahrung, nach 52 Jahren Journalismus - einem Journalismus, der in weiten Teilen in der Auseinandersetzung mit der gegnerischen Ideologie bestanden hat -, etwas Entscheidendes. Ich zitiere, was Sunzu, der chinesische Kriegsherr, etwa 500 v. Chr. gesagt hat: "Die grösste Kunst besteht darin, den Widerstand des Feindes ohne Kampf zu brechen: Zersetzt alles, was im Landes des Gegners gut ist; verwickelt die Vertreter der herrschenden Schichten in verbrecherische Unternehmungen; unterhöhlt auch sonst ihre Stellung und ihr Ansehen; gebt sie der öffentlichen Schande ihrer Mitbürger preis; nutzt die Arbeit der niedrigsten und abscheulichsten Menschen; stört mit allen Mitteln die Tätigkeit der Regierungen; verbreitet Uneinigkeit und Streit unter den Bürgern des feindlichen Landes; hetzt die Jungen gegen die Alten; zerstört mit allen Mitteln die Ausrüstung, die Versorgung, die Ordnung der feindlichen Streitkräfte; entwertet alte Überlieferungen und Götter; seid grosszügig mit Angeboten und Geschenken und Nachrichten, um Komplizen zu kaufen; bringt überall geheime Kundschafter unter."

Da kommt das entscheidende Wort vor: Die Zersetzung ist das Kernprinzip der Agitprop. Obwohl es in der alten Form nicht mehr existiert, wird es natürlich von dem nach wie vor erhaltenen Kader weiter betrieben. Das ist ein grosses Problem, mit dem wir in Deutschland nach der Wiedervereinigung zu tun haben.

Instrumente zur Destabilisierung

Von Sunzu bis zum Ex-KGB-Mitarbeiter Michail Gorbatschow oder dem Ex-Stasi-Spionagechef Markus Wolf ist es aber ein langer Weg.

Wenn heute ein Mann wie der ehemalige Chef der Spionageabteilung der Stasi, ein Meister in der Desinformation, seine sogenannten Memoiren schreibt und dabei so tut, als sei er im Grunde nichts anderes gewesen als ein Geheimdienstchef, so einer wie die im Westen auch, dann ist das eine Lüge, denn auch die Spionageabteilungen waren eingebunden in die Geheimpolizei und in die Unterdrückung der eigenen Bevölkerung und waren im wesentlichen Instrumente zur Destabilisierung der westlichen Gesellschaft. Deshalb ist Wolf bei seinem alten Metier geblieben, nämlich dem eines Cheflügners: Wenn man sein Buch in die Hand nimmt, entdeckt man auf beinahe jeder Seite Falschdarstellungen und Lügen, wobei es sich bei den sogenannten Enthüllungen auch nur mit Toten beschäftigt, die sich nicht mehr wehren können.

Ich habe mir natürlich ausser der deutschen Ausgabe dieses Machwerkes von Markus Wolf auch die englische besorgt und festgestellt, dass sie in vielen Punkten andere Aussagen enthält; offenbar weiss er nicht mehr ganz genau, was er in der anderen Ausgabe zu dem bestimmten Punkt geschrieben hat. Ich fand es besonders aufschlussreich, dass in der englischen eine Motto von Sunzu stand. Nicht das eben zitierte, ein anderes. Aber es ist doch aufschlussreich, dass sie ihre eigenen Strategien offensichtlich an dem orientiert haben, was schon früher, auch schon vor über 2000 Jahren, geschrieben wurde und was über die Jahrzehnte und Jahrhunderte hinwegoffensichtlich seine Richtigkeit bewiesen hat.

Sie haben in ihrer journalistischen Laufbahn, u.a. beim Rias Berlin und später als Leiter des ZDF-Magazins, hautnah miterlebt, was Agitprop ist und wie die kommunistische Ideologie verbreitet wurde.

Ich begann sehr früh. 1946 wurde die Berliner Universität - sie lag im sowjetische besetzten Sektor - wieder aufgemacht. Die Sowjets versuchten, sich die Universität dienstbar zu machen und sie in eine kommunistische Kaderschule zu verwandeln. Dagegen protestierten wir. Wir, das waren zu neunzig Prozent ehemalige Verfolgte des Naziregimes, die wir nicht bereit waren, uns einer roten Diktatur unterzuordnen, nachdem wir mit Mühe und Not einer braunen entkommen waren. In dieser Zeit haben wir diese Methoden von Agitation und Propaganda täglich, beinahe stündlich, studieren können.

Sie Sowjets taten natürlich alles, um die Lage zu ihren Gunsten zu wenden. Vergessen Sie nicht: Sie waren 1945 die einzigen, die mit einem kompletten und geschlossenen Deutschland-Konzept angerückt waren. Das russische Konzept war ganz einfach. Es bestand aus einen Satz von Lenin: Wer Berlin hat, hat Deutschland, wer Deutschland hat, hat Europa. Dass das nicht aufging, lag zunächst daran, das sie Berlin als Vier-Mächte-Stadt nicht als Symbol für sich alleine beanspruchen konnten. Als es nun auch mit dem Zuckerbrot, d.h. mit zusätzlichen Lebensmittelrationen, nicht klappte, kam dann die Blockade von Berlin, als nächster Versuch, Berlin unter sowjetischer Herrschaft zu bekommen. Das scheiterte daran, dass inzwischen eine Reihe von Amerikanern erkannt hatte, dass hier wohl Widerstand angesagt war, ausschlaggebend aber war der Freiheitswille der Berliner, die nicht bereit waren, sich dem sowjetischen Machtbereich einverleiben zu lassen.

Man scheute aber auch vor militärischer Gewalt nicht zurück.

In die Reihe von Versuchen, sich Deutschland zu unterwerfen, gehört auch der 17. Juni 1953. Die Sowjets mussten damals den Aufstand niederschlagen - was sie 1989/90 nicht wieder taten. Wenn sie 1989/90 das SED-Regime mit militärischer Gewalt in der ehemaligen DDR an der Macht gehalten hätten, dann hätten sie ihre eigene "Politik des Lächelns" damit zerstört. Dies war das Glück - oder wollten sie es auch gar nicht anders? Es stellt sich die Frage, ob wir nicht eine riesige "Perestroika-Täuschung" erlebten. Über die "Perestroika-Täuschung" hat ein ehemaliger KGB-Offizier, der bereits 1961 in den Westen geflüchtet ist, ein höchst lesenswertes Buch geschrieben1. Er hat bereits in den frühen 80er Jahren vorausgesagt, was dann tatsächlich eingetreten ist. Das Buch ist leider nur in Englisch erhältlich. Deutsche Verleger meinen wohl, es lohne sich nicht, "kalten Kaffee" zu übersetzen.

Dass die kommunistischen Geheimdienste einen gigantischen Aufwand trieben und mit ihren strategischen Täuschungs- und Manipulationsoperationen im Westen sehr erfolgreich waren, ist heute bekannt und dokumentiert2. Mit der "Friedensbewegung" zum Beispiel - vom KGB inszeniert - wurden Millionen Menschen getäuscht und instrumentalisiert. Sie haben eingangs erwähnt, man müsse der "Auferstehung" des Grundprinzips des Kommunismus Aufmerksamkeit schenken. Die alten Kader sind noch da, die Ideologie wurde nicht "aufgearbeitet". Doch wer gibt heute die Aufträge?

Eine Kommandozentrale, die das alles lenkt und steuert, gibt es wohl zurzeit nicht. Der Prozess ist in Gang gesetzt worden mit der "Bewusstseinsveränderung". Dieser Prozess hat zu einer massiven Aushöhlung der Werteordnung geführt, der Verfall dieser bürgerlichen Werteordnung ist heute unübersehbar. Ob Sie das Thema Drogen anschneiden, den Umgang mit Kindern, das Thema Euthanasie, was immer Sie wollen: Bestimmte Wertvorstellungen sind ausgehöhlt worden. Wir müssen ein Bündel von Motiven berücksichtigen, die da zusammengekommen sind. Aber sicher ist: Wir müssen uns gegen diese Entwicklungen zur Wehr setzen.

Herr Löwenthal, vielen Dank für das Gespräch.

Quelle: Zeit-Fragen / Zürich, 6. Jahrgang, Nr. 1, Januar 1998, S. 1 u. 2
1 Golitsyn, Anatoliy. The Perestroika Deception. The world's slide towards the second october revolution. Edward Hale Limited 1995. ISBN 1 899798 00 5.
2 Bukowski, Wladimir. Abrechnung mit Moskau. Das sowjetische Unrechtsregime und die Schuld des Westens. Gustav Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach 1996, 656 Seiten.
Zum Thema auch: Hvd - Hilferufe von drüben e.V.


zurück zum Inhaltsverzeichnis Politische Bildung und Information Zähler