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Nachdem unterhöhlte Fahrdämme, angesägte Gleise, Greifklauen in Fahrbahnleitungen, Straßenblockaden und Gröhlorgien wildgewordener Antifaschos der grünen Sache nicht gerade Sympathie eingebracht haben, tut das nun endlich ein wirklicher Atomskandal. Er gibt den Protestlern Recht: die Atomtransporte sind verstrahlt, verseucht und hypergefährlich. Dabei werden "unverantwortlich" "Menschen verheizt", "Unverschämtheiten, die man sich nur in einer Diktatur leisten kann". Den Roten und Grünen fällt es schwer, die starken Töne der Polizeigewerkschaft radikalisiert zu überbieten. Sie suchen nach noch stärkeren Worten, können aber wieder nur ihrem Ideengeber Greenpeace folgen und "kriminell" hervorjapsen.

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Das üble Castorspiel der Politik

von Dr. Helmut Böttiger

Worum geht es? An den "Castorbehältern“ mit den an Wahnsinn grenzenden Sicherheitsvorrichtungen - nein! nicht an Castorbehältern, die sind in Frankreich und England gar nicht zugelassen, weil man dort lieber die eigenen Behälter wie NTL 11, PN 17, TN 13 vermarktet - an den Behältern also, treten stellenweise überhöhte Strahlenwerte auf. Die riesigen Behälter werden zum Beispiel in die Gewässer der Abklingbecken gesetzt, um mit den dort gelagerten, abgebrannten Brennstäben befüllt zu werden. Danach werden sie verschraubt, aus der Brühe gezogen und gründlich gereinigt. Dann werden sie auf einen speziellen Waggon geladen, darunter befindet sich eine Auffangwanne für den Fall, daß doch etwas hängen geblieben ist und abtropft. Über allem befindet sich eine Abdeckhaube für den Fall, daß, wenn etwas austritt, niemand zu nahe herangerät, um Strahlung abzubekommen.

Wie bei allem, was mit Kernenergie zu tun hat, werden - um die Ängstlichkeit des Ängstlichsten zu überbieten - überzogene Grenzwerte (in diesem Fall 4 Becquerel/cm²) festgelegt. Ein Becquerel bedeutet: ein Kernzerfall pro Sekunde. Das ist wenig, wenn man bedenkt, daß cm³ Materie in etwa 6 mal 10²³ Teilchen enthält. Es genügt ein winziges Partikel zerfallenden Materials an einer Stelle, einem sogenannten "hot spot", um diesen Wert um das zig Tausendfache zu überschreiten. Daß sich ein solches Partikel oder Tröpfchen bei der Verschraubung oder in Ritzen am Tragbolzen der zwischen 80 und 100 Tonnen schweren Behälter verklemmt und beim Transport löst, ist höchst wahrscheinlich und "mit Sicherheit" kaum auszuschließen - jedenfalls für jemandem, der selbst größere Geräte reinigen mußte, weil ihm das kein Personal - und sie es die Mutter - abnimmt.

In früheren Zeiten hatten Mitarbeiter der für die Überführung z.B. nach Frankreich allein verantwortlichen COGEMA, wenn sie so etwas bemerkten, ohne viel Aufhebens ein Tempotaschentuch genommen und die Sache abgewischt und in einen Behälter für niedrigstrahlende Abfälle geworfen. Darüber in zwölffacher Anfertigung einen Bericht zu schreiben, wäre wohl nur einem inzwischen längst ausgestorbenen preußischen Beamten eingefallen. Aber die Zeiten haben sich geändert und mit ihnen die Aufträge.

Das vergessen die wenigen, übriggebliebenen Verfechter der Kernenergie, die bei jedem neu inszenierten Antiatom-Theater Zweifel beschleicht, ob es ohne Kernenergie wirklich keine Zukunft für die Industriegesellschaft und damit einen einigermaßen erträglichen Wohlstand für die breite Masse gibt, oder es nicht doch an der Zeit ist, im Rudel mitzuheulen.

Geändert hat sich mehreres:

  1. Die Wiedervereinigung Deutschlands wurde trotz der Ängste seiner Nachbarn zugelassen,

  2. Frankreich, das bisher seine nationale Selbständigkeit mit eigenen Kernwaffen und eigenen Kernkraftwerken zu verteidigte, wird nun auch sozialistisch regiert.

  3. In Sachsen-Anhalt wählte der Protest zum ersten Mal erschreckend deutlich statt "grün" "rechts". Daraus ergeben sich neue Aufträge. Angesichts kommender Wahlen war die dringlichste Aufgabe, den gesellschaftspolitisch erwünschten Grünen das Vertrauen der Bevölkerung zurückzuerobern, das sie durch ihr überzogenes Auftreten (Castortransporte und Benzinsteuer) trotz bester Medienunterstützung verspielt hatten. Die neuesten "Skandale" geben den grünen Protesten gegen die Castortransporte scheinbar Recht und bestätigen ihr Geschimpfe auf die "Atomlobby".

Den Anstoß für den Skandal hatte die grüne Umweltministerin Frankreichs gegeben, deren Mitarbeiter den Grund für den Skandal mit einem Lappen weggewischt hatten. Frankreich hatte neben England den größten wirtschaftlichen Nutzen aus der Behinderungspolitik der deutschen Atomgegner ziehen können. Schließlich läßt sich der Verdacht nicht mehr wegwischen, die politische Klasse in Deutschland habe die Wiedervereinigung durch das Versprechen erkauft, die Wirtschaft des Landes (und die Energieversorgung ist ihre Grundlage) freiwillig zu demontieren, um den verängstigen Nachbarn die offenkundige Harmlosigkeit der Deutschen dingfest zu machen.

Wenn es für die zuletzt genannte, eigentlich ungeheuerliche Unterstellung auch keinen gerichtsgängigen Bewies gibt, so sprechen die Früchte der Bonner Wirtschaftspolitik seit 1989 (Plattmachen der produzieren Wirtschaft in der ehemaligen DDR durch die sogenannte Altschuldenregelung, Vertreibung der hochtechnischen Industrie zugunsten einer sogenannten Umwelttechnik und als Folge 8 Millionen fehlenden Arbeitsplätze) eine eindeutige Sprache, die das Getöse gegen die PDS übertönen soll. Offensichtlich hat Bonn die Kernenergie bereits weggeschenkt und sucht nur nach Wegen, dies der Bevölkerung ohne Gesichtsverlust mitzuteilen. Den Weg hat sie gefunden.

Mit dem Verbot für Nukleartransporte ist das Aus für die deutsche Kerntechnik so sicher, wie das Amen in ihrer Kirche. Eine indirekte Bestätigung der Unterstellung liefert der Kanzler selbst. Er stellt sich vor seine Umweltministerin mit dem Hauptargument, sie habe in Kyoto Hervorragendes für den Umweltschutz geleistet. Dort hatte sie die Weltfinanzelite beim Versuch unterstützt, mit der wissenschaftlich längst widerlegten Treibhaushypothese die produzierende Industrie zu demontieren, den Pflanzen ihre Grundnahrung, das CO2 und der Überbevölkerung den Verbrauch fossiler Energie zu entziehen. Wie weiser entschied in dieser Frage die Regierung Chinas. Ob wohl die USA erst im Oktober 1997 das Embargo gegen den Export Kerntechnischer Anlagen nach China aufgehoben hatte, verhängte sie nun ein Importverbot solcher Anlagen. Warum? Um das Land, wie China Daily am 18.5. schrieb, energiepolitisch unabhängig und vor ausländischer Erpressung sicher zu machen. Wer das Brot in der Hand hat, kontrolliert das Volk, mit der Energie kontrolliert er die Staaten und Völker - das wissen natürlich auch die Roten und Grünen und handeln entsprechend aus Haß auf sich und ihre Väter.


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