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Nadel, grün

Die Anti-Wehrmachts-Ausstellung in der Frankfurter Paulskirche

Frankfurt/Main.
Begleitet von Protesten wurde in der Frankfurter Paulskirche die umstrittene Wanderausstellung über Verbrechen der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg eröffnet.

Auf dem Kirchenvorplatz kam es zum Gerangel zwischen Gegnern sowie Befürwortern der Ausstellung mit der Polizei. Diese nahm zwei Personen fest und verhängte 30 Platzverweise. Auf der Eröffnungsveranstaltung forderte der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Ignatz Bubis, dazu auf, sich die Ausstellung anzusehen, um zu begreifen, wie entmenschlicht die Nazi-Zeit gewesen sei.

Quelle: NHP Neue Hannoversche Presse Nr. 86, Montag, den 14. April 1997 S. 2

Deutschland-Bewegung klärt auf:

Zahlreiche Aktivitäten gegen die Reemtsma-Ausstellung auch in Frankfurt/M. - Informationen gegen Diffamierung

Hinweis: Die namentlichen Passagen mußten aus juristischen Gründen mit "..." unkenntlich gemacht werden. Der Name des Betreffenden ist hier bekannt.

Schuf ein ... die Anti-Wehrmachts-Ausstellung?

Die Reemtsma-Ausstellung ist nicht von Historikern, sondern maßgeblich von einem freischaffenden ... ohne wissenschaftlichen Beistand und Anspruch konzipiert und zusammengetragen worden. Nach Recherchen von FRIEDEN 2000 handelt es sich dabei um einen in ... lebenden ..., der sich auf Ausstellungen spezialisiert hat. Zuletzt hatte er eine Ausstellung über einen jüdischen Friedhof geschaffen.

Als Jan Philipp Reemtsma 1993 auf ihn aufmerksam wurde, arbeitete er an einem Projekt über die Zeit nach der Auschwitz-Befreiung. Daran hatte Reemtsma kein Interesse, sondern erteilte ihm einen hochdotierten Auftrag für eine Ausstellung gegen die Wehrmacht.

Dem renommierten Journalisten und Buchautor ("1912-32 Generation ohne Beispiel") Karl Seeger sagte der Ausstellungsmacher jetzt: "Ich wurde dann zwei bis dreimal nach Moskau und Minsk geschickt, um in ehemaligen Sowjetarchiven Bildmaterial zu sichten, auf dem deutsche Soldaten in Aktion zu sehen waren." Weiter sagte er: „Achtzig Prozent der dort lagernden Fotos waren typische Amateuraufnahmen, viele waren ungenau, so daß sie retuschiert werden mußten." Auf die Frage, ob die vorgefundenen Bilder auch Angaben über Ort, Einheit, Täter und Grund der Exekution hatten, sagte der ...: „Nein, leider nicht."

Karl Seeger fragte ihn, ob er sich vorstellen könne, daß deutsche Soldaten eigene Verbrechen ihrer Einheit fotografiert und Fotos bis in die Gefangenschaft mit sich getragen hätten, meinte er „eigentlich nicht".

Die Sichtung der Bilder nahm der Ausstellungsmacher in den Archiven ohne jede Fachkenntnis vor. Er räumte ein, von dem „Fackelmänner-Befehl" vom 17. November 1941 nie etwas gehört zu haben (Wortlaut im Pressespiegel 6-97, Seite 12). In diesem Befehl Nr. 0428 hatte Stalin Anweisung erteilt, daß die sowjetischen Jagdkommandos „in erbeuteten Uniformen des deutschen Heeres und der Waffen-SS" Vernichtungsaktionen durchführen, um „den Haß auf die faschistischen Besatzer" zu schüren.

Der ... beansprucht überhaupt nicht, eine wissenschaftliche Ausstellung gemacht zu haben: „Meine Aufgabe war nur, daß ich aus vorgefundenen Bildmaterial eine Ausstellung aufbaue."

Hier wurde ein junger ... von den Herren Reemtsma und Heer skrupellos für ein Machwerk mißbraucht, mit dem sie die Nazi-Vergangenheit ihrer Väter bewältigen und ihren Haß auf alles Deutsche befriedigen. Diese Ausstellung ist kein Beitrag gegen den Krieg, sondern gegen Deutschland.
A.M.

"Wehrmachtsausstellung entwürdigt Paulskirche"

Von Michael J. Inacker
Hamburg

Vor der geplanten Eröffnung der Wander-Ausstellung "Vernichtungskrieg - Verbrechen der Wehrmacht 1941-1944" in der Wiege der deutschen Demokratie, der Frankfurter Paulskirche, hatten Persönlichkeiten aus unterschiedlichen Lagern vor einem politischem Mißbrauch der Geschichte gewarnt.

Die Ausstellung des "Hamburger Instituts für Sozialforschung e.V." wurde in mehreren deutschen Städten gezeigt. Leiter des Instituts ist der Hamburger Millionen-Erbe Jan Philipp Reemtsma, der das ehemalige DKP-Mitglied Hannes Heer mit der "wissenschaftlichen" Durchführung des Projektes betraut hat. In einer Broschüre zur Ausstellung heißt es: Die deutsche Militärgeschichtsschreibung weigere sich "einzugestehen, daß die Wehrmacht an allen Verbrechen aktiv und als Gesamtorganisation beteiligt war".

Der Ehrenvorsitzende der CDU/CSU-Fraktion, Alfred Dregger, bezeichnete gegenüber WELT am SONNTAG die Aufstellung der Ausstellung in der Paulskirche als "eine Entwürdigung der Weihestätte der Demokratie" Doch nicht nur konservative Politiker, sondern auch der ehemalige Chef des NDR-Politikmagazins "Panorama", Rüdiger Proske, übt mit einer neuen Dokumentation scharfe Kritik an der Ausstellung und ihrer politischen Instrumentalisierung. Die Dokumentation trägt den Titel: Vom Marsch durch die Institutionen zum Krieg gegen die Wehrmacht" und wird in den nächsten Wochen als Buch im Verlag von Hase & Koehler erscheinen.

Mit seinem Engagement will Proske deutlich machen, daß Kritiker der Ausstellung nicht pauschal als Rechtsextremisten verunglimpft werden dürfen. Dafür steht seine Biographie: Er ist SPD- Mitglied und begann nach seiner Kriegsgefangenschaft als Luftwaffenpilot. 1947 als Redakteur bei den linken "Frankfurter Heften". Proske wirft den Organisatoren einseitiges und unwissenschaftliches Vorgehen durch Pauschalisierung sowie die gezielte politische Instrumentalisierung des Themas Wehrmacht vor. Seine Hauptkritik:

Durch Auslassungen werde ein falsches Bild der Wehrmacht gezeichnet. Von keiner seriösen Stimme, so Proske, würden Kriegsverbrechen bestritten, die Teile der Wehrmacht und ihrer Führung begannen hätten. Dies betreffe jedoch nicht die Masse der Truppe, erläutert Proske am Beispiel vielfach zitierten Befehls des ehemaligen Oberbefehlshabers der 6. Armee, Generalfeldmarschall Walter von Reichenau, über "Vernichtungs- und Ausrottungsmaßnahmen und das Verhalten der Truppe im Ostraum" vom 10. Oktober 1941. Darin ordnet der General die ihm unterstellten Soldaten in den nationalsozialistischen Rassefeldzug ein: "Der Soldat ist im Ostraum nicht nur ein Kämpfer nach den Regeln der Kriegskunst, sondern auch Träger einer unerbittlichen völkischen Idee". Hintergrund dieses Befehls ist das in dem selben Befehl kritisierte zu gesittete Verhalten der Truppe, von der "immer noch heimtückische grausame Partisanen und entartete Weiber" nicht vernichtet, sondern "zu Kriegsgefangenen" gemacht würden. Auch halbuniformierte Heckenschützen würden fälschlicherweise von der Truppe "wie anständige Soldaten behandelt".

Nach dem Wegfall alter gesellschaftlicher Feindbilder - in Form des rechten, antikommunistischen Establishments - durch die Wende von 1989/90, würden jetzt neue Feindbilder gesucht. Dies sei den Veranstaltern insofern gelungen, als die "Ausstellung von einem Feuilleton-Ereignis zu einem offiziellen Staatsakt" wurde. Darüber hinaus sei es gelungen, immer gewichtigere Persönlichkeiten und Amtsträger für die Eröffnung der Ausstellung zu gewinnen - bis hin zur Präsidentin des Bundesverfassungsgerichtes, Jutta Limbach.

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Ignatz Bubis, verteidigte damals die umstrittene Wehrmachtsautstellung. Zudem kritisierte er die Frankfurter CDU-Spitze wegen der Absage ihrer Teilnahme an der Eröffnung in der Paulskirche, zu der 700 Gäste erwartet wurden.


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