Vorsitzender des CSU Bezirksverbandes München
Liebe Münchnerinnen und Münchner, liebe Freunde Münchens
in der Region,
sicher haben Sie in den letzten Wochen von der Auseinandersetzung über
die sogenannte Wehrmachtsausstellung
gelesen oder gehört. Ich möchte Ihnen darstellen, worum es
aus meiner Sicht bei dieser Debatte geht:
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Die Ausstellung wird nicht nur von der CSU und in München
wegen ihrer polemischen Einseitigkeit angegriffen, sondern von
zahlreichen Persönlichkeiten übeall in Deutschland. Der
frühere Bundeskanzler Schmidt aus Hamburg hat sich von dieser
Veranstaltung genauso deutlich distanziert wie Bundespräsident
a.D. Dr. Richard von Weizsäcker in Berlin. Der renommierte
Historiker und Ordinarius der Freiburger Universität, Prof.
Dr. Dr. h.c. Gerhard Kaiser, schreibt sogar von "demagogischer
Inszenierung von Quellenmaterial". Niemand bestreitet
ernsthaft, daß es unter der Wehrmachtsverantwortung auch
schwere Kriegsverbrechen gegeben hat. Maßgebend für die
Kritik ist, daß "mit dieser Ausstellung ein
Pauschalurteil gefällt wird, das politisch, moralisch und
historisch nicht gerechtfertigt ist."
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Den Ausstellern wird vorgeworfen, daß sie deutsche
Soldaten - die Gefallenen, die Überlebenden, die
Kriegsversehrten und die langjährig Gefangenen - generell
herabwürdigen und faktisch auf eine Stufe mit
Kriegsverbrechern stellen. In ihrem "Ausstellungs-Katalog"
ereifern sie sich, daß "Millionen deutsche und österreichische
Soldaten" zu Unrecht von der Geschichtswissenschaft bisher "freigesprochen"
worden seien. Dieses Urteil wollen die Ausstellungsmacher jetzt
auf ihre Weise nachholen. Sie widersprechen mit dieser kollektiven
Entehrung Urteilen aller ehemaligen Kriegsgegner Deutschlands, die
der Haltung deutscher Soldaten auch nach dem Krieg immer wieder höchste
Anerkennung zollten. Der französische Staatspräsident
Mitterand faßte diese Einstellung zum 50. Gedenktag des
Weltkriegs-Endes am 8. Mai 1995 in Berlin in die Worte:
"Bei den deutschen Soldaten, die in so großer
Zahl starben, kommt es mir kaum auf die Uniform an und noch
nicht einmal auf die Ideen, die ihren Geist bestimmten. Sie
hatten Mut." Und weiter: "Sie liebten ihr Vaterland
- dessen muß man sich gewahr werden."
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Auch persönlich sind die Ausstellungsmacher für ihr "Richteramt",
daß sie sich über eine ganze Generation anmaßen,
nicht qualifiziert . Der "Autor" der Ausstellung,
Hannes Heer ist bisher u.a.
als aktiver Kommunist, zeitweiliges DKP-Mitglied und Agitator
gegen den demokratischen Rechtsstaat in Erscheinung getreten. Er
ist verurteilt u.a. wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt,
Sachbeschädigung und anderer Delikte. Sein Verteidiger war
der Ostberliner Staranwalt Kaul. Daß im Konzept dieses
profilierten Linksextremisten
die Völkerrechtsverbrechen der Roten Armee und der
Hitler-Stalin-Pakt nicht den geringsten Platz haben, versteht sich
von selbst. Der Finanzier der Ausstellung, Jan Reemtsma, hat sich
als Geldgeber der berüchtigten Hamburger Hafenstraße
einen Namen gemacht, jenem Zentrum "autonomer" Militanz
in der Bundesrepublik, von dem zahllose Angriffe gegen den
demokratischen Rechtsstaat in Deutschland ausgegangen sind. In
seinem sogenannten Institut, das die Ausstellung veranstaltet in
Wahrheit ein privater Verein, der mit den Instituten einer
Universität nichts zu tun hat - war unter anderem der
Baader-Meinhof-Terrorist Dellwo beschäftigt, beteiligt an der
Ermordung des deutschen Botschafters in Stockholm.
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In anderen Städten in Bayern, in Nürnberg und in
Regensburg, haben sich die Oberbürgermeister wegen der
Einseitigkeit der Ausstellung geweigert, für diese
Veranstaltung auch noch ihre Rathäuser zur Verfügung
stellen zu müssen. Zur Debatte in München schreibt die
angesehene "Frankfurter Allgemeine Zeitung" in ihrem
Leitartikel auf der ersten Seite:
"Bilder, einseitig ausgewählt, sind geeignet,
nicht einmal ein halbes Bild der Wirklichkeit zu vermitteln,
also zu indoktrinieren. In unserem Staat haben die
Veranstalter das Recht dazu. Aber die staatlichen Organe
sollten sich mit einem solchen Versuch nicht
identifizieren, wie es in München, wo die Ausstellung im
Rathaus gezeigt wird, geschehen ist. Das ist der Grund für
den dort aufgeflammten Streit.''
Es war im Gegensatz zu anderen Städten der rot-grünen
Rathauskoalition in München vorbehalten, diese Veranstaltung
in den Rang eines kommunalen Staatsaktes zu erheben. Wir halten
dies für einen politischen und moralischen Mißgriff und
wiederholen diese Kritik.
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Daß Sie viele dieser Informationen bisher kaum oder überhaupt
nicht haben lesen können, hängt damit zusammen, daß
sich bestimmte Zeitungen - in München die "Süddeutsche"
und die "AZ" - nicht als Berichterstatter, sondern als
Agitatoren der Aussteller und ihrer rot-grünen Bundesgenossen
begreifen. Kritische Einwände werden in dieser Presse immer
wieder nur entstellt gebracht oder mittels der Zensur des
Verschweigens gleich ganz unterdrückt, während Heer,
Reemtsma, Ude sich in seitenlangen Artikeln verbreiten dürfen.
Meinungsfreiheit im Sinne eines Pro und Contra fand in dieser
immer tiefer sinkenden Presse nicht statt. Daß die außer
Rand und Band geratene Abendzeitung neuerdings "leitende
Redakteure" von der ultra-linken Westberliner Zeitung "taz''
für ihre Kampagnen "einkauft", rundet dieses trübe
Bild nur noch ab. Bitte verstehen Sie, daß wir uns von
solchen Gegnern nicht zum Verstummen bringen lassen wollen und
werden.
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Meine Freunde und ich glauben, daß auch die deutsche
Geschichtsschreibung der Aufklärung verpflichtet ist und
nicht dem Pamphlet. Und daß die Verbreitung von bestenfalls
nur Halbwahrheiten wie bei der Wehrmachtsausstellung immer auch
die Verbreitung der halben Unwahrheit bedeutet. Eine pauschale
Verurteilung ist ein Schlag ins Gesicht von Millionen Familien,
die im Krieg ihren Vater, Bruder, Sohn oder Ehemann verloren haben
und eine späte absichtsvolle Demütigung zahlloser Männer,
die ehrenhaft gekämpft hatten. Zu einem freien Land gehört
auch nicht die Bevormundung durch eine ideologische oder
journalistische Gedankenpolizei, sondern das furchtlose Nachdenken
über Zukunft und Vergangenheit des eigenen Volkes. Dafür
setzen wir uns ein.
Wir bitten Sie, uns in dieser Bemühung zu unterstützen.
Mit freundlichen Grüßen Ihr Peter Gauweiler |