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(...) Wer Deutschland liebt, sollte allerdings über aller berechtigten Empörung über vielfache ungerechtfertigte Behandlungen national denkender Menschen und Organisationen nicht vergessen, auch hier den kritischen Blick zu bewahren. Er sollte es insbesondere vermeiden, sich in eine Solidaritätshaltung gegenüber Kräften zu begeben, die sich selbst auch "national" nennen, aber unter dem Deckmantel angeblicher Besorgnis über die Zukunft Deutschlands Ziele verfolgen, die in gleichem Maße wie bei den zuvor dargestellten Bestrebungen einer fundamentalistischen Taliban-Gesinnung entspringen. (...) |
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Für Freiheit und Menschenwürde: Gegen ALLE Taliban - immer und überall! |
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von Maximilian Ohl In der Ausgabe 23/2003 des SPIEGEL (sogar ab Seite 176, wo doch 17 und 6 wiederum 23 ergibt, was zweifellos Verschwörungstheoretiker aller Art auf den Plan rufen dürfte) erschien ein sehr erhellendes Interview mit dem US-amerikanischen Psychiater und Gewaltforscher Robert Jay Lifton. Zwar ist angesichts der Fülle an Beiträgen zu Themen wie Irak, Krieg gegen den Terror oder Bush-Administration nachvollziehbarerweise in vielen Bereichen der öffentlichen Diskussion eine gewisse Übersättigung eingetreten, einige Aussagen Liftons aber verdienen jedenfalls die ungeteilte Aufmerksamkeit all jener Zeitgenossen, die sich - wie auch der Gewaltforscher selbst - als Patrioten verstehen, und für die Patriotismus gerade nicht mit dem Verlust eines kritischen Blicks auf das eigene Land und die eigene Lebenswelt einhergeht. Kritiklosen Proamerikanern und Anhängern der Regierung Bush wird es nicht schmecken, was der 78-jährige Harvard-Gastprofessor in Deutschlands größtem Nachrichtenmagazin von sich gibt. Er fürchtet um die Seele seines Landes, da sich dort in vielen Bereichen der Gesellschaft und nicht zuletzt im Bereich der politischen Elite ein zerstörerischer Fundamentalismus mit einer zunehmenden Unfähigkeit zur Empathie paaren würde, die Lifton als "psychische Verhornung" bezeichnet. Lifton spricht von einer "Brutalisierung" der Amerikaner, seien es Soldaten oder Zivilisten, das Volk würde abstumpfen, die Leiden und Bedürfnisse anderer Völker immer weniger wahrnehmen, Präsident Bush zeige gar einen Hang zu "apokalyptischer Gewalt". Dies sei die Bereitschaft, enorme Zerstörung anzurichten im Dienst einer spirituellen Säuberung. Eine Welt solle aufhören zu existieren, um Platz für eine bessere zu machen. Die Bereitschaft, große Mengen von Menschen im Namen und im Bewusstsein vermeintlich absoluter Rechtschaffenheit umzubringen, werde dort virulent, wo man sich auf heiliger Mission wähnt. Und - Ulli Wickert hatte es einst angedeutet - in diesem apokalyptischen Konzept würden Teile der Bush-Administration sich nicht von der Gedankenwelt Osama Bin Ladens unterscheiden. Die eindrucksvollen Analysen Liftons über den momentanen Zustand der Gesellschaft in den Vereinigten Staaten sollte allerdings deutsche Patrioten, seien sie nationalliberal, -konservativ oder was auch immer, seien es Befürworter oder Gegner des Irak-Kriegs, gerade nicht dazu verleiten, mit dem Finger auf Amerika zu zeigen und sich in Selbstgefälligkeit zu sonnen. |
Keine Kultur ist immunWer die Geschichte Europas im letzten Jahrhundert betrachtet, wer auch das Hier und Jetzt mit wachen Augen verfolgt, der sollte erkennen, wie universal der Wert der Analyse des Professors ist, der sich seit über 50 Jahren mit den Auswirkungen von Machtmissbrauch, Gewaltanwendung und Massenmord auf die menschliche Psyche beschäftigt. Apokalyptische Bewegungen, ob religiös oder säkular motiviert, zogen ihre blutige Spur über Jahrhunderte hinweg auch durch Europa. Es begann mit den Kreuzrittern und erlebte im letzten Jahrhundert einen weiteren schrecklichen Höhepunkt, Lifton spricht explizit die säkularen apokalyptischen Gewaltideologien des Nationalsozialismus und Kommunismus an (aus Sicht politisch korrekter Gutmenschen zweifellos eine "Verharmlosung durch Relativierung", aber er hat`s nu` mal so gesaacht). Es sollte, ist man geneigt, anzufügen, vor diesem Hintergrund auch nicht vergessen werden, wie im Zuge der Niederringung der apokalyptischen Gewaltideologie des Nationalsozialismus auch Demokraten in den Führungsetagen der Siegermächte und ihrer Verbündeten nicht vor einem Absinken in apokalyptische Gewalt gefeit waren. Auch ihre Bereitschaft, die Leiden, Gefühle und Bedürfnisse der Menschen von Dresden, Brünn oder Königsberg wahrzunehmen, war durch die Überzeugung, eine "heilige Mission" zu vollbringen, ausgeschaltet. Gegen solcherart Taliban-Gesinnung, wie Lifton sie schildert, ist keine Kultur immun. Lifton führt sie zurück auf das Wissen des Menschen um seine Sterblichkeit. Apokalyptische Gewalt befriedige zwei starke Bedürfnisse: Spirituelle Veredelung und den Wunsch, einem absoluten Prinzip zu dienen. Und in diesem Sinne sind die Taliban auch unter uns, obwohl die nach den Katastrophen des 20.Jahrhunderts weitgehend jeglichen Fanatismus überdrüssige Bevölkerung und die der freiheitlich-demokratischen Grundordnung verpflichteten Organe der Bundesrepublik in zumeist sehr verantwortungsvoller Weise ihr Bestes versuchen, um es nie wieder totalitäre Heilslehren zu ermöglichen, die elementaren Bestandteile von Rechtsstaat und Menschenwürde in Frage zu stellen. Auch in unseren Breiten bahnt sich die permanente Suche des Menschen nach Sinn Wege, die zwar (noch?) weit von der tatsächlichen Möglichkeit, apokalyptische Visionen in die Realität umzusetzen, entfernt sind, die aber dennoch Anlass geben sollten zur kritischen Auseinandersetzung mit ihren Erscheinungsformen. In den 70er-Jahren bombten und mordeten heilssehnsüchtige Söhne und Töchter des gehobenen Bürgertums als RAF in Deutschland. Neben den persönlichen Motiven jedes Einzelnen von ihnen, die in der jeweiligen Biographie gelegen waren, dürften es auch Wechselwirkungen des Zeitgeistes gewesen sein, die in denkenden jungen Menschen die Entschlossenheit weckten, auf den Trümmern des Bestehenden eine andere Welt errichten zu wollen, ohne Rücksicht auf die Folgen, die ein solches Unternehmen mit sich bringen würde. Die Logik der HypermoralMögen es das vielfach von jeglichem Bezug zum Alltagsleben der werktätigen Bevölkerung hermetisch abgeriegelte Dasein im akademischen Elfenbeinturm, die dortige Reizüberflutung mit hochgestochenen, aber fruchtlosen Thesenpapieren oder das Gefühl, etwas Großes leisten zu müssen gewesen sein: Der innere Antrieb der RAF-Terroristen lag in der Überzeugung, Teil einer Elite zu sein, die von einer "höheren Gesetzmäßigkeit" - in ihrem Fall von den angeblichen "historischen Gesetzmäßigkeiten" der Marxschen Mythologie - dazu ausersehen war, eine Mission zu erfüllen. Matthias Kamann beschreibt die Logik, die hinter diesem - eine tödliche Gefahr für eine freie und pluralistische Gesellschaft darstellenden - Denken steht, in der "Welt" vom 26.10.2002 wie folgt: "Apokalyptik ist eine Redeform, in der das Verhältnis zwischen Moral und Realität völlig neu definiert wird. Sie entwirft einen Weltlauf, in dessen finaler Katastrophe es zu Gewalt-Exzessen kommt, die das Menschliche und seine Moral überschreiten und gerade dadurch dem Guten zum Sieg verhelfen. In einer apokalyptischen Situation gilt nicht mehr Moral, sondern Hypermoral. Verbrechen sind plötzlich gerechtfertigt, weil der Gang des Geschichtlichen alles Geschichtliche aufgehoben hat. Das ist die größte Ungeheuerlichkeit der apokalyptischen Rede: Dass die Dinge, so wie sie sind, dazu führen, dass nichts mehr ist, was es war, dass nichts mehr gilt. Man muss dann nur noch sagen: Jetzt ist es so weit, jetzt ist alles erlaubt. Das sagen Terroristen." In den 90er-Jahren war es die Hypermoral jener "Political Correctness", die nicht zuletzt in Folge der mysteriösen Anschlagsserien auf Wohnstätten in Deutschland lebender Ausländer und Asylbewerber in weiten Teilen der Meinungseliten Platz griff. Sie erreichte zumindest in der BRD niemals jene Stufe, in der in gleichsam auf einer niedrigeren Ebene apokalyptisches Denken die Organe des Staates sich dazu verleitet sahen, die Gebote des Grundgesetzes als die Verkörperung des "Menschlichen und seiner Moral" auf staatlich-institutioneller Ebene zu überschreiten und die Grund- und Freiheitsrechte des anders Denkenden in Frage zu stellen. Allerdings konnte man in jener Zeit eine im Grunde bis heute ungebrochene Bereitschaft vor allem linker Kreise bemerken, die eigenen vermeintlich emanzipatorischen Vorstellungen über Bord zu werfen und nach rigidem staatlichem Vorgehen "gegen Rechts" zu rufen. In den extremistischen Kreisen der "Antifa" wurde die Hemmschwelle zur Gewaltanwendung bis hin zum Mord am politischen Gegner (etwa im Falle des früheren Berliner REP- und "Deutsche Liga"-Aktivisten Gerhard Kaindl, kürzlich ähnlich in den Niederlanden im Falle Pim Fortuyns) kontinuierlich niedriger. Und auch von zweifelhaftem behördlichem Vorgehen und menschlich unanständigem Verhalten begleitete Medienkampagnen wie etwa gegen Steffen Heitmann, Werner Pfeifenberger oder kürzlich gegen Jürgen W.Möllemann offenbarte sich ein erschreckendes Ausmaß an Fanatismus und Inhumanität, die in letzteren beiden Fällen Menschen am Ende auch zerbrochen und in den Selbstmord getrieben haben. Auch hier lassen sich Wurzeln eines säkularen Heilsfundamentalismus und ein durch zunehmende ideologische Konditionierung gespeister Verlust an der Fähigkeit und Bereitschaft, den Anderen als Menschen mit all seinen Interessen und Bedürfnissen wahrzunehmen, entdecken. Die vermeintlich "heilige Mission", die Welt und dabei vor allem das "schuldig gewordene" Deutschland vor dem absolut Bösen in Form des "Faschismus" zu retten, verleiht jugendlichen und zumeist gymnasial oder akademisch gebildeten Antifas die Gewissheit, einem absoluten Prinzip zu dienen. Die vermeintliche absolute Rechtschaffenheit des "Guten" steht auch für sie über dem Erfordernis einer freiheitlichen pluralistischen Demokratie, die Grenzen der Verwirklichung eigener Postulate in den Rechten der Anderen zu erkennen. Kritische SelbstbetrachtungWer Deutschland liebt, sollte allerdings über aller berechtigten Empörung über vielfache ungerechtfertigte Behandlungen national denkender Menschen und Organisationen nicht vergessen, auch hier den kritischen Blick zu bewahren. Er sollte es insbesondere vermeiden, sich in eine Solidaritätshaltung gegenüber Kräften zu begeben, die sich selbst auch "national" nennen, aber unter dem Deckmantel angeblicher Besorgnis über die Zukunft Deutschlands Ziele verfolgen, die in gleichem Maße wie bei den zuvor dargestellten Bestrebungen einer fundamentalistischen Taliban-Gesinnung entspringen. Nationalgefühl ist eine primär subjektiv emotional begreifbare und rational zweifellos nur bedingt erklärbare Gefühlsregung, die für viele Menschen wichtiger Teil ihrer persönlichen Selbstverortung ist. In einer pluralistischen Gesellschaft ist es völlig legitim, eine solche Form der inneren emotionalen Bindung zu empfinden und danach zu leben, denn es ist Teil der in Artikel 2 Absatz 1 des Grundgesetzes garantierten Freiheit der persönlichen Selbstentfaltung. So wie es recht ist, politische Parteien zu gründen, die ihr Handeln als von bestimmten weltanschaulichen oder religiösen Vorstellungen inspiriert und determiniert betrachten, so ist es auch billig, die politische Willensbildung sich vor allem über ihre nationale Gesinnung definierender Bürger in dieser Form zu organisieren. Die Grenze der subjektiven Entfaltungsfreiheit liegt in den verfassungsmäßig oder gesetzlich geschützten Rechten Anderer. Nun gibt es auch im national orientierten Spektrum Bestrebungen, die - wogegen grundsätzlich nichts einzuwenden ist - versuchen, ihre Überzeugung entweder rational und wissenschaftlich begründbar und erfassbar zu machen oder aber diesen durch Legenden, Mythen und Symbole Außenwirkung zu verleihen. Man kann ihre Ansätze teilen oder verwerfen, sie sympathisch oder überflüssig finden. Die Anstrengung des eigenen kritischen Verstandes ist hingegen überall dort angebracht, wo Rhetorik und Selbstdarstellung solcher Kräfte den Eindruck erwecken, Teil einer "heiligen Mission" zu sein, absoluten Prinzipien zu folgen oder auf sonstige Weise im Besitz einer ausschließlichen Erkenntnis oder eines alleinigen Weges zum Heil zu sein. Es mag gerade für Personen mit akademischem Hintergrund oder solche mit starker Prägung durch religiöse oder säkulare Heilserwartungen als besonders attraktiv erscheinen, ein "lebensrichtiges Menschenbild" erkannt zu haben. Wen aus welchen Gründen auch immer Angst und Selbstzweifel plagen oder wer aus idealistischer Schwärmerei heraus die Welt um ihn herum als feindselig, schlecht oder unvollkommen begreift, wird sich vielleicht sowohl von alarmistischen Zukunftsszenarien wie auch von Appellen an Stolz, Gemeinschaft oder Kameradschaftlichkeit als Gegenkonzept angesprochen fühlen. In diesem Zusammenhang finden viele von ihnen in einer organisierten Gruppe oder Vereinigung von Menschen mit ähnlichen Grundüberzeugungen und Auffassungen Rückhalt und Bestätigung. Das stetige Hinterfragen der eigenen Einschätzung und die Offenheit für die Aufnahme von Gegenargumenten stellen jedoch auch in einer solchen Situation kein Zeichen von Schwäche dar, sondern von gewonnener Reife. Und von gewonnener Reife zeugt es auch, zu erkennen, wie man unter Personen und Gruppen, die eine vermeintliche Nähe in Punkto Weltbild oder Grundüberzeugung zu einem selbst beanspruchen, die Spreu vom Weizen trennt. Nazi-Ideologie war und ist un- und antideutschDer Stolz auf die eigene Herkunft und auf das eigene Land ist eine legitime Empfindung, die allen Menschen in allen Ländern in gleichem Maße zusteht, also auch allen Deutschen. Deutschland kann auf eine lange Tradition der Freiheit, der Hochkultur und des Humanismus zurückblicken. Sie reicht von der Edda über die Romantik über 1848 bis hin zum Grundgesetz und zur friedlichen Revolution in der "DDR". Die verbrecherische und das verletzte Nationalgefühl vieler Deutscher in den Jahren nach 1918 missbrauchende Ideologie des Nationalsozialismus war ein einmaliger, zeitlich begrenzter Bruch mit dieser Tradition im Namen einer apokalyptischen Gewaltideologie, wie es auch andere in anderen europäischen und außereuropäischen Ländern gegeben hat. Betrachtet man, wie viel diese Ideologie auch und gerade an deutscher Kultur und deutschem Humanitätsdenken ausgelöscht hat, müssen deren prägende Grundlagen, der zum Rassenhass übersteigerte biologistische Ansatz zur Volkstumsdefinition und die sozialdarwinistische Geschichtsauffassung, als in ihrem Kern "undeutsch" und in ihrer Wirkung "antideutsch" begriffen werden. Wer heute wie eine sich selbst als "nationalistische Elite" begreifende Sekte, deren Name hier zur Vermeidung einer überflüssigen Aufwertung derselben nicht angeführt werden soll, auf Flugblättern behauptet, die "Systemlinge" (Was soll das sein? Ich kenne nur "Keimlinge", "Dichterlinge", "Kräuterlinge", aber "Systemlinge" &???) seien am Ende, weil sie merken würden, dass "wir die Mehrheit sind, ein Volk von <Nazis>", denkt und handelt antideutsch. Es ist zwar auch in Fällen wie diesen nie von vornherein auszuschließen, dass es sich bei Pamphleten dieser Art um nicht authentische Erzeugnisse fremd gesteuerter Provokateure handelt, aber es ist eine Tatsache, dass es im Umfeld einer sich im Namen als "national" bezeichnenden politischen Partei Personen gibt, die geistigen Sondermüll dieser Art aus einer wirklichen und intakten Überzeugung heraus publizieren. Es hieße, sich selbst in die eigene Tasche zu lügen, würde man unter dem Hinweis auf tatsächliche oder manifest mögliche Einflussnahmen etwa von Verfassungsschutzbehörden, für die es nachgewiesene Beispiele gibt, verkennen, dass es nicht wenige fanatisierte und verbohrte "Intelligent white men" gibt, oft frustrierte, allein stehende Akademiker, die im nationalen Spektrum versuchen, auf säkularen Heilserwartungen fußende apokalyptische Gewalt hoffähig zu machen. Es ist zweifellos zu einfach, einen direkten Bogen spannen zu wollen von den im Delirium gesponnenen Wahnideen sich selbst als "Denkorgan des Deutschen Reiches" stilisierender Revolutionsfantasten hin zu kahlköpfigen Schlägern auf den Straßen. Auch wenn besagte Elite "alle Rechte des Deutschen Reiches einschließlich der Souveränität und des Rechts zum Kriege" für sich beansprucht "bis zu dem Tage, an dem das Deutsche Reich auch durch besondere Staatsorgane wieder handlungsfähig wird", und nur "seines geistigen Charakters wegen" mit dem Rest der Menschheit ein Erbarmen hat und den "materiellen Teil der Staatsgewalt des Deutschen Reiches", was immer das sein soll, (noch?) nicht ausübt. Aber sobald auch nur Teile der im Wesentlichen außer von den Sektenangehörigen selbst und den von Gesetzes wegen dazu angehaltenen staatlichen Stellen kaum von jemandem gelesenen geistigen Amokläufen in die Gedankenwelt schlichterer Gemüter Eingang finden - etwa durch den Eingang diverser innersektiererischer Begriffe in Aussendungen einer politischen Partei -, besteht die Gefahr, dass ohnehin schon ressentimentgeladene und abgestumpfte junge Hitzköpfe auf die Idee kommen könnten, im Sinne dieses "absoluten Prinzips" selbst Hand anzulegen. Freiheit statt Taliban!Dass der gegen die NPD gerichtete Verbotsantrag vor dem Bundesverfassungsgericht gescheitert ist, hat mehrere bedauerliche Folgewirkungen, die von den Antragstellern besser bereits im Vorfeld bedacht worden wären. Eine davon ist, dass die nunmehr als massiv erhöht einzustufende Bestandssicherheit für die NPD es dem oben beschriebenen intellektuellen "Schwert und Schild des braunen Ungeists" weiter ermöglichen wird, unter dem einigenden Dach der völkisch-rassistischen Partei weiter an der Brutalisierung und "psychischen Verhornung" des glatzköpfigen Janhagels zu wirken. Wer Ausländer als "Zivilokkupanten" tituliert und Afro-Europäer in primitivster "Stürmer"-Manier mit Menschenfressern vergleicht, will die Gewalt. Quält man sich - was nach Möglichkeit nicht mit vollem Magen geschehen sollte - durch einige jener Ejakulate der geistigen Onanie emotional längst impotent gewordener "Reichstheoretiker", welche heute das Internet beschmutzen, wird man erkennen können, dass auch hier die Gewalt, der man den Weg bereiten will, eine heilsgeschichtliche Notwendigkeit zugedacht wird. Dies enthebt sie aus der Sicht der Urheber jeglicher Verpflichtungen zur Rücksichtnahme auf Gemeingut gewordene und vom Grundgesetz geschützte Wertvorstellungen und Menschlichkeitserwägungen. Noch sind die braunen Taliban eine verrückte Minderheit und wesentlich weniger mächtig als etwa ihr rotes Pendant. Aber es ist die Verpflichtung auch und gerade aller national denkenden Demokraten, einen klaren und eindeutigen Trennungsstrich zu Parteien und Personen zu vollziehen, die direkt oder indirekt mit fundamentalistischen Vorstellungen und apokalyptischer Gewalt kokettieren. Die freiheitlich-demokratische Grundordnung hat sich in der Vergangenheit als sehr effektives Instrument erwiesen, wirksam gegen Bestrebungen vorzugehen, die aus ideologischem Fanatismus heraus Willkür zu üben geneigt waren. An der Verwurzelung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung und der von ihr geschützten Freiheiten und Rechtsgüter werden auch linke und rechte Taliban scheitern. Dennoch verpflichtet die in der Öffentlichkeit zunehmend stärker wahrnehmbare Wühlarbeit nationalistischer Wirrköpfe vor allem demokratisch gesinnte Nationale und Konservative, sich mit der größtmöglichen Vehemenz für die Verteidigung des Grundgesetzes und der dort angesprochenen Werte der Freiheit und Menschenwürde einzusetzen. |