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(...) Warum Yvonne Catterfeld dermaßen stiefmütterlich behandelt wird, ist ungewiss. Spielt Neid eine Rolle? Favorisiert man konturenlose und pflegeleichte Nachwuchsmusiker? Oder wird Yvonne diskriminiert, weil sie aus den neuen Bundesländern kommt? In den USA ist man es jedenfalls gewöhnt, anders mit Ausnahmetalenten dieser Art umzugehen. Dort hätte Yvonne vermutlich mindestens 3-4 Grammys abgeräumt, obwohl die Konkurrenz dort größer und die Musikszene insgesamt qualitativ als höher zu bewerten ist. Jedenfalls würde dort niemals der Gewinner eines nationalen Wettbewerbes singender Kegler, Wrestler oder Bademeister grandiosen und künstlerisch mit Catterfeld vergleichbaren Jungstars wie Alicia Keys oder Norah Jones vorgezogen werden. (...) |
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Größtes Talent ausgebootet |
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von Maximilian Ohl Die Verleihung des vom Musiksender VIVA ins Leben gerufenen COMET, des höchst dotierten Preises auf dem Gebiet der deutschen Unterhaltungsmusik, lockte 14.000 Besucher auf die letztmals in Köln stattfindende Popkomm. Neben internationalen Stars aller Genres wie Countrysängerin Shania Twain oder Hardrockband Metallica gab sich vor allem die heimische Musikszene ein Stelldichein. Niemand nahm daran Anstoß, dass am Ende altbekannte Künstler wie Nena oder Herbert Grönemeyer, die trotz schwerer persönlicher Schicksalsschläge in den letzten Jahren ihre Stellung ausbauen konnten, zu den großen Gewinnern zählten. Sauer stieß jedoch zahlreichen Beobachtern der Umgang mit dem künstlerischen Nachwuchs auf, dabei vor allem mit der aus Erfurt stammenden Soul-Märchenprinzessin Yvonne Catterfeld, die nach ihrem Debütalbum Meine Welt bereits jetzt vielerorts als der größte musikalische Glücksfall seit Jahrzehnten im deutschen Musikgenre angesehen wird. Hätte die 23-jährige Sängerin sämtliche Preise in den Kategorien Künstlerin national, Video national, Soul national (diese Kategorie gab es trotz eines regelrechten Booms im letzten Jahr erst gar nicht!) und Newcomer national ergattert, es wäre angemessen und verdient gewesen. Im Rahmen des COMET 2003 hingegen wurde Catterfeld nicht nur lediglich in der letzteren Kategorie überhaupt nominiert, sondern am Ende dort sogar zu Gunsten des Superstar-Gewinners Alexander ausgebootet, dessen musikalisches Potenzial der nunmehrigen Wahl-Berlinerin bestenfalls bis zu den Kniekehlen reicht. Von einer besonderen Chuzpe zeugen in diesem Zusammenhang auch die öffentlichen Attacken seitens des singenden Modepüppchens Jeannette Biedermann, die - obwohl optisch wie künstlerisch von Yvonne Catterfeld so weit entfernt wie die Reinickendorfer Füchse von Real Madrid immerhin als potenzielle Künstlerin national nominiert worden war. Sie nahm Anstoß daran, dass nicht sie es war, sondern Catterfeld, die als Co-Moderatorin der Veranstaltung fungieren sollte und dabei bald noch seltener auf dem Bildschirm zu sehen war als so mancher gar nicht anwesende Musiker. In der Tat hätten Jeannettes Fähigkeiten für diese Aufgabe zweifellos ausgereicht, während Yvonne durch ihre Anwesenheit den Event nur unnötig aufwertete. Von manchen pop-orientierten Radiostationen wurde ihre Musik im Übrigen trotz phänomenaler kommerzieller Erfolge geradezu boykottiert, nicht selten mit dem Argument, ihre deutschsprachige Musik sei Angelegenheit der Schlagersender. Warum Yvonne Catterfeld dermaßen stiefmütterlich behandelt wird, ist ungewiss. Spielt Neid eine Rolle? Favorisiert man konturenlose und pflegeleichte Nachwuchsmusiker? Oder wird Yvonne diskriminiert, weil sie aus den neuen Bundesländern kommt? In den USA ist man es jedenfalls gewöhnt, anders mit Ausnahmetalenten dieser Art umzugehen. Dort hätte Yvonne vermutlich mindestens 3-4 Grammys abgeräumt, obwohl die Konkurrenz dort größer und die Musikszene insgesamt qualitativ als höher zu bewerten ist. Jedenfalls würde dort niemals der Gewinner eines nationalen Wettbewerbes singender Kegler, Wrestler oder Bademeister grandiosen und künstlerisch mit Catterfeld vergleichbaren Jungstars wie Alicia Keys oder Norah Jones vorgezogen werden. Der Gipfel der Heuchelei seitens der COMET-Veranstalter stellte am Ende auch die Art dar, wie Superstar-Finalist Daniel Küblböck öffentlich vorgeführt wurde. Nachdem der gesanglich in der absoluten Amateurliga spielende Rottaler nach einem verpatzten Auftritt von der Bühne gebuht wurde, verhöhnte ihn im Rahmenprogramm auch noch ein Komiker in einer Weise, die unter die Gürtellinie zielte. Als es um die Nominierung in der Kategorie Newcomer national gegangen war, waren die Fähigkeiten des Superstars offenbar noch als ausreichend erschienen. Fazit:Der Dilettantismus Daniel Küblböcks hatte zu jeder Zeit Charme und Esprit. Jener der COMET-Veranstalter hingegen war nur noch peinlich. |