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Maximilian Ohl, geb. am 26.8.1977, Publizist. Themenschwerpunkte: Politik (Deutschland), Zeitgeist und Unterhaltungskultur, 80er-Jahre, Unterhaltungsmusik und Zeitgeschehen.

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Maximilian Ohl

Nadel, grün

Texte

Maximilian Ohl:
Die Republikaner zwischen Straßburg und Ruhstorf - Protokoll einer Selbstzerstörung
(...) In den Tagen nach der Europawahl waren die Republikaner im öffentlichen Raum nahezu omnipräsent. Die Bildzeitung lud deren Bundesvorsitzenden schon am 20.6. zu einem Kurzinterview unter der Titelschlagzeile: Sind Sie ein Nazi, Herr Schönhuber?“. Das ZDF brachte in der Woche nach der Wahl zur besten Sendezeit eine recht tendenziöse Reportage unter dem Titel Die Führerpartei“. Der SPIEGEL und selbst die BUNTE räumten der umstrittenen Rechtspartei breiten Raum in ihrer redaktionellen Berichterstattung ein und das zunehmend zum Standardformat der Informationselite aufgestiegene SPIEGEL-TV-Magazin auf RTL widmete am 9.7.1989 eine gesamte Sendung nur den Republikanern, vor allem deren jugendlichen Anhängern. Unter den Jungwählern hatten die Reps“ ihre größten Erfolge gefeiert. Dies unterschied sie etwa von der Situation der rechtsextremistischen NPD Ende der 60er-Jahre, der man ohne größere Schwierigkeiten das Etikett einer letzten Fluchtburg unbelehrbarer Altnazis anheften konnte. Die Republikaner hingegen wirkten vor allem auf jene Generation, die nach den 68ern kam. Und das sorgte nicht nur für Schadenfreude bei manchen Altvorderen, sondern bereitete den zuvor noch in ihrer intellektuellen Dünkelhaftigkeit so überlegen wirkenden Abkömmlingen der Studentenrevolte sichtlich Kopfzerbrechen. (...)

Maximilian Ohl:
Homo-Debatte/Schill: Schluss mit der Heuchelei!
(...) Die breite Solidarität, die er nun quer durch Öffentlichkeit und Parteien erfährt, zeigt eindeutig, dass der öffentliche Vorwurf der Homosexualität in Deutschland als potenzielle Erpressungskeule gegen den politischen Gegner zunehmend ausgedient hat. Und das ist auch gut so. Immer mehr Menschen haben begriffen, dass auch Jahrhunderte der Diffamierung, Verfolgung oder Verleugnung nichts an der Tatsache verändert haben, dass es zu jeder Zeit und in jeder Gesellschaft einen bestimmten Prozentsatz an Menschen gab, die eine derartige sexuelle Orientierung aufweisen. Keine traditionelle Ehe ist dadurch weniger geschlossen worden, kein Kind weniger wurde geboren, kein Volk ist ausgestorben – wohl aber hingegen durch Kriege und Eroberungszüge im Namen religiöser oder säkularer Heilslehren. Und die waren sich über alle ideologischen Gräben hinweg immerhin im Vernichtungswillen gegenüber Andersdenkenden und Andersartigen absolut einig. Wer die wachsende gesellschaftliche Akzeptanz von Homosexualität bedauert, sollte sich ernsthaft die Frage stellen, ob er es wirklich für wünschenswert hält, unter dem Banner einer klerikal, völkisch oder wie auch immer motivierten Spielart von Political Correctness Menschen auf Grund ihrer geschlechtlichen Veranlagung ihr Recht auf freie Persönlichkeitsentfaltung vorzuenthalten. Freiheitlich wäre eine solche Haltung jedoch zweifellos nicht …

Maximilian Ohl:
Die Uckermark ist auch schön! - Wenn die fütternde Hand gebissen wird …
(...) „Wir kennen sie gut, die Deutschen... Diese einförmigen, supernationalistischen Blonden, die von jeher und um jeden Preis die Klassenbesten sein wollen. Und wie alle Streber lassen sie keine Gelegenheit aus, unverschämt zu werden.“ So lautet der Originalton der Polemik in der Parteizeitung „La Padania“, und Stefani legt sogar noch ein paar Schippen nach. Von „aufgeblasener Selbstgewissheit“ seien die deutschen Urlauber, sie würden „über unsere Strände herfallen“ und wären „mit Rülpswettbewerben, Biergelagen und Pommes-frites-Völlereien aufgewachsen“. Nachdem die Äußerungen Stefanis in Deutschland bekannt geworden waren, distanzierten sich italienische Tourismusverbände empört, auch Außenminister Frattini zeigte sich erbost und entschuldigte sich für seinen Kabinettskollegen. (...)

Maximilian Ohl:
Apologie der Konsumgesellschaft - Über Intellektuelle und ihre totalitären Träumereien
In einer Zeit, da einander linke, religiöse und rechtsnationale Exponenten in Punkto Globalisierungskritik und Gegnerschaft zum Kapitalismus geradezu zu übertreffen suchen, vermag es auf den ersten Blick wie ein anachronistisches Kuriosum zu erscheinen, was ausgerechnet ein Verlag aus dem Münchener Großraum kürzlich auf den Markt gebracht hat, der in seiner Öffentlichkeitsarbeit explizit und nachhaltig seine christliche Orientierung betont. Roland Baader, ein diplomierter Volkswirt, der sich nach langen Jahren unternehmerischer Tätigkeit nunmehr als Publizist und Schriftsteller einen Namen gemacht hat, verficht Thesen wie jene, wonach nur eine weltweite freie Marktwirtschaft bald zu erwartende 10 Milliarden Menschen auf der Erde vor dem Hungertod zu bewahren vermöge. Und nicht nur Marxisten und linke Kapitalismuskritiker, sondern auch national orientierte und konservativ-revolutionäre Denker und Philosophen wie Werner Sombart bekommen in Baaders neuester Buchveröffentlichung „Totgedacht. Wie Intellektuelle unsere Welt zerstören.“ in nicht zu bescheidenem Ausmaß ihr Fett weg. Baaders Abhandlung ist jedoch kein Pamphlet, das der Zerstörung von Bindungen und Traditionen oder einer brutalisierten Ellenbogengesellschaft das Wort redet, die nur dem Starken Recht gibt und den Schwachen mit Füßen tritt. (...)

Maximilian Ohl:
Berufsverbot für Friedman?
(...) Es vermag vor diesem Hintergrund kaum zu verwundern, wenn sich nun angesichts der "Paolo Pinkel"-Affäre, die den Journalisten in den manifesten Verdacht des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie in die Bredouille peinlicher Enthüllungen aus dem Bereich des Sexuallebens gebracht hatte, in Teilen der Öffentlichkeit zunehmend klammheimliche bis unverhohlene Schadenfreude regt. Nach einer Umfrage sprechen sich nunmehr 52% der Deutschen dafür aus, Friedmans Fernsehshows von der Mattscheibe zu verbannen. Eine Forderung, die nicht nur nach Bekannt werden des Drogenverdachts von den Republikanern, sondern auch von Teilen der Union erhoben wurde, in der man mittlerweile an einen Parteiausschluss denkt. Medien berichteten zudem, dass Friedmans Anwaltszulassung durch die Kokain-Vorwürfe in Gefahr sei. (...)

Maximilian Ohl:
Geschichte der Republikaner (bis Frühjahr 1987)
(...) Rechts der Christdemokraten und Christlichsozialen war nach dem Untergang der Thadden-NPD noch bis weit in die erste Hälfte der 80er-Jahre kaum eine politische Kraft in Sicht, die es verstanden hätte, sich dauerhaft politisch in Szene zu setzen. Bereits seit Beginn der 50er-Jahre hatte es vor allem die Union kontinuierlich verstanden, nationale und konservative Kräfte, die uneingeschränkt loyal zum Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland standen, langfristig an sich zu binden. Dies begann mit der Integration der in den Anfangsjahren der Bundesrepublik auch als eigenständige Wahlplattform noch bedeutenden Vertriebenenparteien wie dem BHE. Und es setzte sich Ende der 60er-Jahre fort, als die NPD zu Zeiten der Großen Koalition und unter dem Eindruck der 68er-Krawalle zeitweilig vor allem für verbitterte Angehörige der Kriegsgeneration zu einer willkommenen Protestkeule avanciert hatte. (...)

Maximilian Ohl:
Für Freiheit und Menschenwürde: Gegen ALLE Taliban - immer und überall!
(...) Nationalgefühl ist eine primär subjektiv emotional begreifbare und rational zweifellos nur bedingt erklärbare Gefühlsregung, die für viele Menschen wichtiger Teil ihrer persönlichen Selbstverortung ist. In einer pluralistischen Gesellschaft ist es völlig legitim, eine solche Form der inneren emotionalen Bindung zu empfinden und danach zu leben, denn es ist Teil der in Artikel 2 Absatz 1 des Grundgesetzes garantierten Freiheit der persönlichen Selbstentfaltung. So wie es recht ist, politische Parteien zu gründen, die ihr Handeln als von bestimmten weltanschaulichen oder religiösen Vorstellungen inspiriert und determiniert betrachten, so ist es auch billig, die politische Willensbildung sich vor allem über ihre nationale Gesinnung definierender Bürger in dieser Form zu organisieren. Die Grenze der subjektiven Entfaltungsfreiheit liegt in den verfassungsmäßig oder gesetzlich geschützten Rechten Anderer. (...)

Maximilian Ohl:
Grundgesetz: Segen oder Fluch? - Reformstau löst Verfassungsdebatte aus
(...) Ausgearbeitet im Parlamentarischen Rat von namhaften Politikern aller Parteien unter fachlicher Anleitung erfahrener Juristen wurde das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland am 23.Mai 1949 als Verfassungsprovisorium verkündet. Provisorium deshalb, weil die Gründerväter der Bundesrepublik sich nicht mit der sich abzeichnenden Teilung Deutschlands abfinden wollten und aus diesem Grund die Erarbeitung einer Verfassung im eigentlichen Sinne einem Moment vorbehalten wollten, an dem die Wiedervereinigung des besetzten und in Zonen zerrissenen Landes vollzogen sein würde. (...)

Maximilian Ohl:
Aus dem Leben einer politischen Eintagsfliege - Innenansichten der Schill-Partei
(...) Gerade die ausführlichen Berichte und Erzählungen über das Parteileben, die handelnden Akteure, die Konfliktlinien und die Widersprüche, die Programm, Erscheinungsbild und Gebaren der Gruppe prägen, geben dem Leser zwischen den Zeilen ausreichend Raum, um sich selbst ein Bild über die Zukunftsfähigkeit und Substanz jener Form von Politik zu machen, für die der nunmehrige Hamburger Innensenator steht. Auf diese Weise bleibt die Ausarbeitung für grundsätzliche Befürworter der politischen Vorstellungen Schills in gleicher Weise interessant wie für strikte Gegner. (...)

Maximilian Ohl:
Holger Stürenburg: "Ronald B.Schill - Der Eisbrecher?"
(...) Sänger Holger Stürenburg, geborener Hanseat, “Junge Freiheit”-Musikredakteur und Schöpfer zweier Abhandlungen über Kultur und Zeitgeist der 80er-Jahre, lernte im Dezember 1999 den umstrittenen Hamburger Amtsrichter Ronald B.Schill kennen und war Gründungsmitglied in dessen rechtspopulistischer “Partei Rechtsstaatlicher Offensive”. Als er gegen Ende Januar 2002 die Rohfassung seines ersten politischen Sachbuches, “Ronald B.Schill - Der Eisbrecher” abgeschlossen hatte, war das Scheitern der noch im September 2001 mit 19,4 % triumphal in die Hamburger Bürgerschaft eingezogenen Protestpartei noch nicht endgültig absehbar, obwohl sich bereits erste Unwägbarkeiten im Zusammenhang mit dem Ziel der bundesweiten Ausdehnung abzeichneten. (...)

Maximilian Ohl:
Ein Werk unsichtbarer Mächte? - Vor 25 Jahren wurde DC-Präsident Aldo Moro ermordet
(...) 1990 wurde enthüllt, dass die USA zu Zeiten des Kalten Krieges auch in Italien mit „Gladio“ eine Geheimarmee gegründet hatten, die für den Fall eines kommunistischen Umsturzes militärischen Widerstand leisten sollte. In diesem Zusammenhang wurden auch neofaschistisch gesinnte Militärs wegen deren besonders ausgeprägten antikommunistischen Motivation in die Planung einbezogen. Ein durchschlagender Beweis für einen Zusammenhang mit Moros PCI-Bündnispolitik fand sich jedoch auch in diesem Zusammenhang nicht, auch wenn im Oktober des gleichen Jahres weitere Moro-Briefe mit Vorwürfen gegen die politische Klasse aufgefunden wurden.(...)

Maximilian Ohl:
Elitenirrsinn statt Volksstaat
(...) Jenes Deutschland, das Schwab und den Vordenkern seines “Neuen Nationalismus” vorschwebt, würde zwar ohne Ausländer und ohne Mitgliedschaft in internationalen Organisationen auskommen, dafür wäre es aber immerhin mit der Errungenschaft eines Parlaments gesegnet, das nur noch drei Parteien aufweisen dürfte, nämlich eine für die Arbeiter, eine für die Grundbesitzer und eines für die Eigner von Produktionsmitteln, wobei nicht ganz klar ist, worunter dabei etwa jener Kohlekumpel fallen soll, der sich vom Ersparten eine kleine Datsche mit Garten am Stadtrand kauft und dort gelegentlich mithilfe von Vorrichtungen, die gleichfalls in seinem Eigentum stehen, Schnaps brennt. Das Wahlrecht würde sich zudem nach der Zugehörigkeit zur Berufsgruppe des Einzelnen bestimmen, einen prägenden Einfluss auf die Staatsgeschäfte würden ständische Körperschaften (und dabei wohl vor allem ihre Funktionäre) erlangen. Bürokratenwillkür und Verwaltungsapparate, die selbst realsozialistische Verhältnisse spielend in den Schatten stellen, wären dadurch vermutlich vorprogrammiert. Immerhin würde uns auf diese Weise vielleicht der Spaßwahlkampf eines Guido Westerwelle erspart bleiben...(...)

Maximilian Ohl:
Brief an einen 68er
(...) Wenn ihr hingegen zu eurer Zeit Adenauer oder Schmidt oder zu unserer Zeit Kohl und Dregger oder Schönhuber mit Hitler oder Goebbels verglichen hattet, dann war das auch wenn wir in der BRD der 80er-Jahre nicht im Entferntesten etwas von einer autoritären Staatswillkür bemerkt hatten - natürlich keine Verharmlosung, sondern der Ausdruck einer besonderen Sensibilität und eines besonders kritischen Bewusstseins. Denn immerhin war immer Wachsamkeit geboten, habt ihr uns erklärt, egal ob es jetzt um Fragen des Asylrechts oder des Bildungssystems oder um die Abtreibung oder auch nur um das Aufstehen bei der Nationalhymne ging, zu dem uns unsere Großeltern anhielten. Immer roch es für euch nach Nazis, wenn euch eine Meinung nicht gepasst hatte, und immer wenn ihr diese Keule ausgepackt habt, dann war es immer, um zu warnen und nie, um zu verharmlosen. Auch wenn ich nicht immer wirklich verstanden habe, wann nun genau ein Nazi-Vergleich kritisch ist und wann verharmlosend, freue ich mich des Privilegs, einer Generation angehören zu dürfen, der von den richtigen Leuten gesagt wird, was zu tun ist und wie das Denken zu funktionieren hat, nämlich von euch. Denn wer so lange studiert, so viele Texte geschrieben und dabei so viele Fremdwörter verwendet hat, der muss doch was auf dem Kasten haben. Und das hat wohl in eurem Fall auch nichts mit Autoritätshörigkeit zu tun, sondern mit Vertrauen.(...)

Maximilian Ohl:
Totalitäre Demokratiekonzeption - Abrechnung mit politischen Sittenwächtern
(...) Der erste große Triumph dieser mangelnde sachliche Substanz durch umso größere moralische Selbstgerechtigkeit und Wissenslücken durch Sendungsbewusstsein ausgleichenden Gutmenschen war die Erledigung des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Hans Filbinger im Jahr 1978. Der in demokratischer Wahl 1976 mit imposanten 56,7 % in seinem Amt bestätigte CDU-Politiker galt als Bollwerk gegen die gesellschaftspolitischen Ziele der Studentenrevolte. Da aus Sicht der lautstarken Minderheit linker Akademiker gegen den Wählerwillen einer absoluten Mehrheit der normalsterblichen Bevölkerung kein Kraut gewachsen war, mussten andere Saiten aufgezogen werden. Eine tatkräftig vom Staatssicherheitsdienst der "DDR" unterfütterte Hetz- und Verleumdungskampagne gegen Filbinger in der linken Presse setzte ein, ausgehend von einem Leserbrief des Bewältigungsliteraten Rolf Hochhuth. Man blies Informationsfetzen und Halbwahrheiten über angebliche Rechtsbeugungshandlungen des zu Kriegszeiten als Jurist in der Kriegsmarine tätigen Ministerpräsidenten medial zu Kriegsverbrechen auf, die selbst bei den Siegermächten nach 1945 keinen Handlungsbedarf erweckt hatten. (...)

Maximilian Ohl:
Gewaltsekte mit Persilschein - Veräppelung des BVG beschert NPD ein langes Leben
(...) Eine in Folge reichlich seltsam anmutender Straftaten medial inszenierte und zynisch von der Politik ausgebeutete Massenhysterie gegen Rechts“ im Sommer 2000 veranlasste vor allem den bayerischen Innenminister Beckstein, lautstark nach dem Verbotsantrag gegen die braune Kamarilla zu rufen, dem ursprünglich nicht nur Spitzenbeamte des Verfassungsschutzes, sondern sogar Bundesinnenminister Schily mehr als skeptisch gegenüber standen. Etwa ein halbes Jahr, nachdem Bundesregierung, Bundestag und Bundesrat sich zur Antragstellung durchgerungen hatten, wurde der aus Rudolstadt / Thüringen stammende, prominente NS-Agitator und NPD-Funktionär Tino Brandt als langjähriger Zuarbeiter des VS im Freistaat geoutet.(...)


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