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(...) Es ist kein Song auf dem neuen Album zu finden, der nicht von einem erkennbaren Eigenwert und einem hohen kreativen Gehalt gekennzeichnet wäre. Unter der Vielzahl beeindruckender Stücke stechen vielleicht neben der oben erwähnten Stevie-Ballade noch der Titeltrack, das brillante "Running through the garden", das bereits vom 1997-er Soirée-Album "The Dance" bekannte "Bleed to love her", weitere Buckingham-Stücke wie "What's the world coming to", "Miranda" oder das fast nach einer Hommage an Roy Orbison klingende "Steal your heart away" sowie die Akustikgitarren-Improvisationen "Red Rover" oder "Say Goodbye" hervor.(...)

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Maximilian Ohl

Nadel, grün

Kreativpotenzial ungebrochen - Fleetwood Mac: "Say you will"

von Maximilian Ohl

Sieht man von "Time" - vor acht Jahren in Rumpfbesetzung eingespielt - ab, ist das kürzlich bei Reprise Records-WB/WEA erschienene Album "Say you will" das erste Studio-Elaborat von Fleetwood Mac seit 1990, das komplett aus neu eingespielten Stücken besteht.

Ob die Vielzahl von immerhin 18 Songs und die mit fast 80 Minuten doch ansehnliche Länge die Fans für die lange Wartezeit entschädigen soll, bleibt ungeklärt. Entscheidend ist, dass auf diese Weise nicht Quantität auf Kosten der Qualität geboten wird, und in der Tat sind auch nach so vielen Jahren im Geschäft bei allen Beteiligten noch eine ungebrochene Leidenschaft und ein intaktes Kreativpotenzial zu bemerken. Diese sind es auch, die wieder einmal zu einem Album der legendären Bluesrocker geführt haben, das musikalisch - obwohl mit Christine McVie eine bewährte Leistungsträgerin aus der Stammbesetzung diesmal nur am Rande mitgewirkt hat - eine ungemein große musikalische Bandbreite offenbart.

Im Vergleich zu älteren FM-Alben ist der Gesamteindruck ein etwas homogenerer, es hat den Anschein, als würde die Band stärker als Kollektiv in Erscheinung treten als früher, wo der Zusammenklang vieler Individualisten die Substanz bildete. Dies führt dazu, dass die ansonsten für den Kenner oft einfache Scheidung in "typische" Stücke von Stevie Nicks und solche von Lindsey Buckingham schwerer fällt als auf manchen Vorgängeralben.

Es scheint in diesem Zusammenhang, als hätte sich die traditionell auf Country-lastige Rührstücke (wie "Landslide" oder "That's alright") und verträumte Popballaden ("Sara", "When I see you again", "The Second time" etc.) eher dem verspielten, experimentierfreudigen Exzentriker Lindsey Buckingham angenähert als umgekehrt. Auch wenn sich auf diese Weise etwa die Anzahl der vielerorts ersehnten, romantisch-melancholischen Stevie-Nicks-Tondichtungen diesmal auf den ebenso wohlklingenden wie seelenvollen Schlusspunkt "Goodbye Baby" beschränkt, bleibt nicht am Ende der Eindruck, dass dem Album etwas fehlt.

Zu sehr vermag die zwar komplexere, aber auch Mut zum Neuen und zur Grenzüberschreitung offenbarende Musik auf "Say you will" zu beeindrucken: Die exzellente Gitarrenbehandlung Lindsey Buckinghams schlägt sich in Soli nieder, die zum Teil an die Liveaufnahmen von "I'm so afraid" seligen Angedenkens gemahnen. Die Band zitiert eigene und fremde Klassiker aus allen Jahrzehnten der Rockmusik und rufen doch auch immer wieder jene Tradition wach, die Fleetwood Mac über die Zeiten fort zur Legende gemacht und ihre Musik so zeitlos werden ließ.

Es ist kein Song auf dem neuen Album zu finden, der nicht von einem erkennbaren Eigenwert und einem hohen kreativen Gehalt gekennzeichnet wäre. Unter der Vielzahl beeindruckender Stücke stechen vielleicht neben der oben erwähnten Stevie-Ballade noch der Titeltrack, das brillante "Running through the garden", das bereits vom 1997-er Soirée-Album "The Dance" bekannte "Bleed to love her", weitere Buckingham-Stücke wie "What's the world coming to", "Miranda" oder das fast nach einer Hommage an Roy Orbison klingende "Steal your heart away" sowie die Akustikgitarren-Improvisationen "Red Rover" oder "Say Goodbye" hervor.

Fleetwood Mac ist es mit "Say you will" einmal mehr gelungen, eine in allen Belangen überzeugende Ausdrucksform ihrer bis dato unerreichten musikalischen Genialität zu präsentieren. Auf diese Weise hat die Gruppe ihre Ausnahmestellung auf dem Gebiet des Bluesrock bestätigt und bleibt einer der absoluten Maßstäbe zeitgenössischer Unterhaltungsmusik.

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Fleetwood Mac: "Say you will"; Reprise Records 2003, 9362-048394-2, € 14,99 jetzt bestellen


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