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Nadel, grün

Musik/CD-Rezensionen

Holger Stürenburg:
CD-Rezensionen 1. Halbjahr 2003.doc (Word-Dokument 280 KB)
CD-Rezensionen 1. Halbjahr 2003.zip (Word-Dokument, gezippt 107 KB)

CD-Rezensionen 2002.doc (Word-Dokument 460 KB)
CD-Rezensionen 2002.zip (Word-Dokument, gezippt 169 KB)

Holger Stürenburg:
UKW „Ultrakurzwelle & Alles Klar“ (2 CD)
(...) Obwohl UKW niemals die Klasse von Fehlfarben, Joachim Witt, Trio, gar D.A.F. oder Palais Schaumburg erreichten, freut sich der Freund des einheimischen 80er-Jahre-Pop über die Wiederveröffentlichung der beiden lange verschollenen UKW-Alben, die noch niemals auf CD erschienen waren und jahrelang auf Plattenbörsen zu horrenden Preisen gehandelt wurden. UKW erwiesen sich zwar niemals als Meister der musikalischen Innovation – mehr als billige Teeniepopper zum einmaligen Anschwärmen und danach Wegwerfen waren sie auf jeden Fall! (...)

Holger Stürenburg:
Joe Cocker „The Ultimate Collection – 1968-2003“
(...) Durchhänger vernimmt man auf „The Ultimate Collection“ kaum. Zwar nervt z.B. der Schlager „That’s all I need to know (Difendero)“, ein „live“ aufgenommener Zwiegesang mit Italoschnulzier Eros Ramazotti, und bietet auch Cockers Aufnahme des Elton John-Klassikers „Don’t let the Sun go down on me“ nicht viel Neues. Ansonsten sind es zumeist ausschließlich Cockers intensives Organ und seine spezielle, unkopierbare Art der Intonation und Inszenierung, die selbst dem abgenudeltsten Popschmankerl unendlich viel Ungehörtes, Unerwartetes, Aufregendes entlocken und auf diese Weise aus manch matter Poppampe reale Wahnsinnsnummern für die Ewigkeit gestalten! (...)

Holger Stürenburg:
Pet Shop Boys „Pop Art – The Hits“ (2 CD)
(...) 33 Top-20-Hits feierten der extrovertierte Tennant und der stille Lowe seit 1985 in ihrer britischen Heimat. Davon vier Nummer-1-Erfolge. Alle diese (plus zwei brandneue Songs) liegen nun auf „Pop Art – The Hits“ (EMI) gesammelt vor; zwei CDs von je fast 80 Minuten Spielzeit sind vollgefüllt mit Hits, Hits und nochmals Hits. Streng getrennt nach „Pop“ (Hymnen und leichtverdaulichere Evergreens) und „Art“ (getragene und/oder komplexere Kompositionen mit ellenlangen Titeln und bitterbösen Texten), beinhaltet das Doppelalbum (dem in einer limitierten Auflage eine dritte CD mit diversen Remixes von PSB-Klassikern beiliegt) alles, was das Herz des Fans klassischer Popklänge begehrt. (...)

Holger Stürenburg:
Robert Palmer „Secrets“ (Wiederveröffentlichung), „Riptide“ (Wiederveröffentlichung)
(...) 1985 war der angeschwärmte Rockcharmeur endgültig etabliert. Nach einem kurzen Gastspiel bei der Duran Duran-Abspaltung „The Power Station“ erschien im Herbst ´85 „Riptide“, Palmers bis dato erfolgreichstes Album. Die achteinhalb Songs trafen den musikalischen Zeitgeist haargenau; mit dem Video zu „Addicted to Love“ setzte Palmer neue künstlerische Akzente für das angebrochene MTV-Zeitalter. Wieder einmal bestach der bestgekleidetste Rockmusiker der 80er Jahre durch enorme Stilvielfalt. Trotzdem wirkt „Riptide“ wie aus einem Guß. Der Sänger und Komponist schwamm auf der damals erfolgreichen New Jazz-Welle und coverte als Titelsong eine 1935 entstandene Crooner-Ballade in zeitgemäßem Gewand, um kurz darauf bei „Hyperactive“ mitten im knalligen US-Rock der 80er zu landen. Als dritter Songs von „Riptide“ folgt sogleich eine der Über-Rocknummern der gesamten Dekade: Das Schlagzeug drischt los, plötzlich setzen bedrohlich sägende Gitarrenriffs ein, gekonnte, aufreibende Synthiakkorde folgen, bevor des Meisters Stimme heiß wie selten ertönt... „Addicted to Love“ mit seiner Yuppieattitüde zwischen beißender Coolness und emotionaler Hitzköpfigkeit erreichte in den USA den Spitzenplatz und in des rockenden Beaus Heimat Platz Vier – kurzum ein Welthit, und bis heute ein immer blühendes Zeitzeugnis des gehobenen 80er-Rock. (...)

Holger Stürenburg:
The Waterboys – „Universal Hall“– Konzert – 05.11.2003 – Hamburg – Markthalle
(...) Den lauten Gitarrenrocker ließ Scott dagegen in seiner umjubelten Show nahe des Hamburger Hauptbahnhofes raus. Nach fünf, sechs auf das nötigste reduzierten Balladen im akustischen Arrangement – Gitarre, Piano, Fiedel – rief er Bassist und Schlagzeuger auf die Bühne – und schon ging es los: „Medicine Bow“ klang selten zuvor so aggressiv – eine „The-Band“ der 80er im Sound der „The-Bands“ von heute –, der „Fisherman's Blues“ geriet zum nicht enden wollenden, musikalischen Feuerwerk, der „Glastonbury Song“ zum „Glastonbury Hardrock“. Augenzwinkernd, selbstironisch, wie man Scott nun gar nicht kennt, gab’s – wie er sagte: zum ersten Mal bei einem Hamburger Konzert – den witzigen Rückblick auf die erste Liebe unter dem Titel „And a Bang on the Ear“ sowie „The Pan within“ aus Scotts nie wieder erreichtem 85er-Meisterwerk „This is the Sea“, als der Durchbruch kurz bevor stand, und doch niemals so richtig vollzogen werden konnte. Das in Deutschland kommerziell erfolgreichste (künstlerisch streckenweise aber nur mittelmäßige) Album „Room to Roam“ (1990) bedachten Scott und seine Wassermänner am meisten. (...)

Holger Stürenburg:
Heinz Rudolf Kunze & Verstärkung „Dabeisein ist alles – Live 2003“
(...) Stets brilliert Kunze „live“ mit herrlich bösen Zwischentexten, die sich 2003 nicht nur um die „geilen 80er“ („... von Revival sprechen wir frühestens, wenn ich in den Achtzigern ankomme und Nena heirate!“) oder den „Hochzeitstag“ eine alternden, spießbürgerlichen Ehepaars („... eher vergesse ich mich, als unseren Hochzeitstag“), sondern auch um einen „großen, blonden und sehr blauäugigen“ amerikanischen Austauschschüler aus Kunzes Gymnasialzeit in den 60ern, der von einer alten Dame mit dem Regenschirm für die alliierten Bombenangriffe auf Osnabrück verdroschen wurde und heutzutage - offenkundig immer noch „sehr blauäugig“ – in der Washingtoner Regierung sitzt und sich wundert, wenn irakische Frauen ihn mit ihrem Schirm eins über die Mütze hauen. Für seinen 99er-Radiohit „Alle Herren Länder“ schrieb Irak-Kriegs-Gegner Kunze zwei zusätzliche Strophen, bevor wir CD 2 dem Abspielgerät zufügen müssen, und Kunze endlich und endgültig in den 80ern ankommt. Zwar heiratet er gottlob nicht Nena, aber greift dafür tief in die Schatzkiste und präsentiert eine fein dosierte Mischung aus Gassenhauern („Dein ist mein ganzes Herz“, „Finden Sie Mabel“, „Alles was sie will“, „Meine eigenen Wege“) und unbekannteren, lyrisch schwermütigeren Songs jener Tage („Folgen Sie mir weiter“, „Vertriebener“, „Ich hab’s versucht“). (...)

Holger Stürenburg:
The Kinks „Come Dancing with The Kinks – The Best of The Kinks 1977-1986“ (Wiederveröffentlichung)
(...) Es war 1976/77, als Kinks-Chef Ray Davies schmerzlich erkennen mußte, daß die in den Jahren zuvor veröffentlichten Konzeptalben seiner Band mehr dem eigenen künstlerischen Ego genutzt hatten, denn seinen Fans. Hitsingles waren seit Anfang der 70er nicht mehr drin gewesen; schwermütige Lyrik im epischen Rockoper-Gewand sorgten dafür, daß die Kinks außerhalb von Zirkeln weltschmerzender Intellektueller nahezu in Vergessenheit geraten waren. Als jedoch die nachwachsenden Punkbands in Ray Davies und seinen Mannen letztendlich die Urväter der neuen, frechen Musikbewegung sahen, einige sogar betagten Kinks-Hits aktuelles Punk- und Wavegefühl verliehen (z.B. The Jam – „David Watts“ oder The Pretenders – „Stop your Sobbing“), erinnerten sich breitere Schichten der Legende aus den 60ern, und der Popmusikmogul Clive Davis verschaffte den Kinks einen neuen Plattenvertrag bei der amerikanischen Arista. Davis – ohne „ie“ – kümmerte sich liebevoll um die Gebrüder Davies – mit „ie“ - und so gelang es schnell, die britische Beatband per Excellance auf dem amerikanischen Markt zu etablieren. Sieben Studio- und eine Live-LP erschienen zwischen 1977 und 1986 bei Arista. Mit den meisten dieser schaffte es der lakonische Working Class Hero Ray Davies, an seine besten Zeiten, Mitte, Ende der 60er Jahre, anzuschließen. (...)

Holger Stürenburg:

(...) „Live ´80“, „Live ´82“ und „Live ´83” lassen eine rasante persönliche wie musikalische Entwicklung Carpendales Revue passieren: vom discoorientierten Schlagersänger, dem das Experiment, internationale Pophits in sein Tourprogramm zu integrieren, konsequent gelang (1980), über den aufmunternden Lebemann zwei Jahre später, der mit dem Zeitgeist zwischen Kriegsangst und Yuppietum auf phantastische Weise jonglierte, bis hin zum endgültigen Showprofi beim „Gala-Konzert“ 1983. Fans, Chronisten und Zeitgeistforscher sind herzlich eingeladen, sich sogleich alle drei CDs zuzulegen. Nur selten gelingt es auf einem Livealbum, nicht nur den typischen Sound, sondern auch die emotionale Stimmung des Jahres, in dem das jeweilige Konzert stattfand, für die Nachwelt zu konservieren, ohne daß das Festgehaltene Jahre später altbacken oder langweilig klingt. Diese positive Eigenschaft ist bei Carpendales drei Live-Raritäten fast durchgehend präsent.

Holger Stürenburg:
Roland Kaiser „Pure Lust“
(...) Coverversionen von Chris Rea („Wind auf der Haut und Lisa“ / „Fool (If you think it’s over)“), Blueseinflüsse („Du bist die andere Frau“) und opulente, klassisch anmutende Popballaden („Un Amore Grande – Eine große Liebe“) bewiesen den endgültigen Bruch des Berliner Entertainers mit Schlagertralala und vergänglichem Singsang. Zwar konnte Kaiser in den 90ern nicht mehr an seine großen kommerziellen Erfolge der 70er und 80er anschließen – und doch stieg sein musikalisches Niveau von Platte zu Platte. 1992 wurde gerockt („Sag niemals nie“, „Land in Sicht“) und es fanden erstmals südamerikanische und mediterrane Elemente Eingang in Kaisers Songs („Südlich von mir“). Zwei Jahre später spielte Kaiser leger und augenzwinkernd mit Rap („Hallo, schöne Frau“) und zynischen Texten, die eher an Deutschrockkollegen wie H.R. Kunze erinnerten, denn an alles zwischen Rex Gildo oder G.G. Andersson („Und wer küßt mich“). Als kreative Höhepunkte der vergangenen Dekade sind die Alben „Grenzenlos I“ und „Grenzenlos II“ (1996/1998) anzusehen, auf denen Kaiser, im Verbund mit Produzent Wagner, internationale Popklassiker von Chicago, Billy Joel, Elton, John Lionel Richie oder Bryan Adams gekonnt mit deutschen Texten versah und in moderne, tanzbare und für ihn typische kühl-großstädtische Arrangements verpackte, denen alles Miefige, Spießige und Kleinbürgerliche fehlte. (...)

Holger Stürenburg:
Kurt Ostbahn „Hohe Warte – Live“ (3 CD)
(...) Einen langjährigen Traum erfüllte sich der Kurt kurz vor seiner Pension, als er die „Ostbahn 11“ ins Leben rief. Ein insgesamt 13köpfiges Blues- und Soulorchester, mit dem sich der Held der Wiener Arbeitervorstädte heiß und heftig durch eigene Klassiker und österreichische Versionen amerikanischer Soulhits spielte und mit diesem Experiment seine fast fünfstündige Abschiedsshow furios beendete. Auf „Live 3“ ist diese Mischung aus greller Las Vegas-Gala, verräuchertem New Orleans-Club und Blues Brothers im 25. Bezirk für die Nachwelt festgehalten. Knalliger Boogie Rock („Zöh auf mi“) wechselt sich ab mit feistem Soul („Damit wos weidageht“), nächtlichem Großstadtblues im Sinne des großen Ray Charles („Gespenster“) und zynischem Talking Blues („Da Van, da Jack, de Georgia, de Gloria und I“). Man spürt die Freude, die den Kurtl durchzog, als er in der Rolle des gefeierten Orchesterchefs seiner „Ostbahn 11“ den fundamentalen Entertainer geben konnte. (...)

Holger Stürenburg:
Erasure „HITS! – The very Best of Erasure“
(...) In den unromantischsten Zeiten hielten Erasure Ende der 80er Jahre treu das Fähnchen des dunklen, gefühlvollen Synthipop hoch. Jahr für Jahr erschien ein Album, aus dem mindestens vier Singles ausgekoppelt wurden, die zumindest in der Heimat der Beiden stets die Top 10 stürmten und, umzingelt von so grausigen Acts wie Snap, Jive Bunny & the Mastermixers oder den New Kids on the Block, den Beweis antraten, daß die 80er allen Unkenrufen zum Trotz noch lange nicht vorbei waren. (...)

Holger Stürenburg:
Interview – Peter Cornelius
(...) Was ich allgemein mitbekomme – in Deutschland wie in Österreich – ist, daß das soziologische Klima in der Gesellschaft mit allen nur erdenklichen Hilfsmitteln zu Boden gedrückt wird. In Anbetracht dessen schreibt man als Künstler natürlich das eine oder andere Lied zu dieser Thematik. Man kommt gar nicht daran vorbei, wenn man so veranlagt ist wie ich. Sie kennen noch die Sachen wie „Weihnacht 2001“ und ähnliches. Diese kritische, hinterfragende Haltung ist eine Eigenschaft bei mir. Ob diese natürlich über die Medien bis an das Publikum weitergegeben wird, wage ich zu bezweifeln. Denn in der Medienlandschaft lautet der Grundsatz: Bloß keine Unterstützung für jemanden, der die Menschen zum Nachdenken anregt, der sie womöglich dazu bringt, daß ihnen noch etwas nicht gefällt. (...)

Holger Stürenburg:
Peter Cornelius „Schatten und Licht“
(...) Nicht so verklärt wie Niedecken, nicht so verbissen wie Kunze und nicht so ironisch verbrämt wie Lindenberg, stellt Cornelius am plakativsten im Schlußlied, aber letztendlich auf dem gesamten Album das Vergangene dem Gegenwärtigen gegenüber und entscheidet, daß das „Gestern“ womöglich viel mehr Charme, Romantik Gemütlichkeit, schlicht Ruhe und Geborgenheit ausstrahlte, als das sich immer schneller drehende „Heute“. 20 Jahre nach der Hochphase des oft brillanten, engagierten Politrock liefert Cornelius mit „Schatten und Licht“ ein hervorragendes Stück Musik ab, das 1983 genauso seine geschichtliche Bedeutung gehabt hätte, wie es sie 2003 besitzt. Die Vergangenheit ist aktueller denn je!

Holger Stürenburg:
The Troggs „From Nowhere“ (Wiederveröffentlichung)
(...) Nach dem „wilden Stück“ – interessanterweise nicht aus der Feder Presleys, sondern von dem ansonsten nicht weiter aufgefallenen Chip Taylor komponiert, dem Bruder des amerikanischen Filmschauspielers John Voight – folgte schon im Juli 1966 Hit Nummer 2: „With a Girl like you“ fand sich zwar nicht auf der „From Nowhere“-LP, verband aber die britische Leichtigkeit der „Swinging Sixties“ mit vertrackteren Arrangementideen der Beach Boys: Der lyrisch wiederum süffisante klassische Popsong war der einzige Spitzenreiter für die Troggs in Großbritannien und gilt ebenfalls bis heute als Evergreen, wenn er sich auch musikalisch vollkommen anders geartet präsentierte als „Wild Thing“. „I can’t control myself“, bekannt geworden durch Reg Presleys Urschrei und die erneut für manche Kreise boykottwürdige Lyrik, folgte als dritte Hitsingle des Jahres 1966 und war ebenfalls nicht „From Nowhere“ entnommen. (...)

Holger Stürenburg:
Robert Palmer „Drive“
(...) Vor Robert Palmers unerwartetem Tod machte die Kunde Runde, der zuletzt recht erfolglose und müde Stilmixer käme noch dieses Jahr mit einem Album, das vieles der letzten Zeit in den Schatten stellen und Palmer ganz neue Qualitäten entlocken würde. „Drive“ ist dieses Album. Nix für die Popcharts, kaum etwas fürs Rockradio, aber eben Blues pur! Schade, daß der stets sympathisch und intellektuell wirkende Sänger nicht mehr erleben kann, wie er mit „Drive“ ganz neue Hörerschichten erschließen wird!

Holger Stürenburg:
Nachruf – Robert Palmer (1949 – 2003)
(...) Nach dem Megaerfolg von „Clues“ verzettelte sich Palmer 1982 mit dem unausgegorenen Album „Maybe it's live“, das neben einigen, weniger aufregenden Konzertmitschnitten, den Singleknaller „Some Guys have all the Luck“ enthielt. Die kühle Coverversion des Persuaders-Klassikers zeigte Palmer erneut als coolen Synthihelden und avancierte zu einem weltweiten Diskothekenhit. Plötzlich entdeckte Palmer nigerianische Juju-Klänge für sich, verhalf der afrikanischen Folktruppe King Sunny Ade & his African Beats zu einem Plattenvertrag und brillierte 1983 auf dem Album „Pride“ mit einer eleganten Mischung aus tanzbarem Discopop und allen nur möglichen afrikanischen Einflüssen. So wie Palmer dem Synthipop Tür und Tor geöffnet hatte, bevor sich dieser allgemein etablierte, präsentierte er mit „Pride“ World-Music und Ethnopop zu einem Zeitpunkt, als noch kaum einer davon sprach. (...)

Holger Stürenburg:
Big Country „No Place like Home – Peace in our Time“ (Doppel-CD)
(...) Ihre große Zeit hatten Adamson, Bruce Watson (git), Tony Butler (b) und Mark Brzezicki (dr) zwischen 1983 und 1986. Hymnischer, leicht pathetischer, aber stets eindringlicher und eingängiger Gitarrenrock kam damals als erdverbundene Antwort auf Synthipop und Italo Disco gerade recht. U2, die Simple Minds oder The Alarm zählten zu den bekanntesten Namen dieser Stilrichtung. Bei Big Country spielte – anders bzw. eindeutiger als bei den später zu Stadionstars mutierten U2 oder den Jungs um Jim Kerr – traditionelle keltische Folklore eine große Rolle. Obwohl keiner der Vier in Schottland geboren wurde, prägte Adamson den Stil seiner Band besonders dadurch, daß er seiner E-Gitarre Klänge entlockte, die einem elektronisch verstärkten Dudelsack („Bagpipe“) nicht unähnlich waren. So verbanden Big Country klassischen Folkrock mit einer Prise New Wave, deutlichen Blicken auf Blues und Country, und immer wieder eingestreuten Hardrock-Elementen zu einer Mixtur, die bis dato in der Rockszene ihresgleichen sucht. „The Crossing“ (1983) und „Steel Town“ (1984) hießen die berühmtesten Alben der Band in ihrer britischen Heimat. Das Debüt erhielt Platin in GB, Gold in den USA und sogar Doppelplatin in Kanada, dem Geburtsland von Gitarrist Bruce Watson. „Steel Town“ überbot diesen Erfolg noch, belegte im Herbst 1984 wochenlang den ersten Rang und konnte sich in den britischen Hitlisten insgesamt 83 Wochen halten. Hierzulande besaßen Adamson und seine Mitstreiter zunächst eher den Status des ewigen Geheimtips: Von den Rockgourmets verehrt, von der Masse ignoriert. Dies änderte sich im Juni 1986 schlagartig, als „Look away“ in die Top 20 der deutschen Singlehitlisten einzog, woraufhin sich auch die LP „The Seer“ und die Folgeauskoppelung „One Great Thing“ als durchaus erfolgreich erwiesen, und Big Country als, wie es so schön heißt, „Next Big Thing“ gehandelt wurden. (...)

Holger Stürenburg:
Tony Hadley „Reborn“
(...) Zwischen 1981 und 1986 zählten Spandau Ballet zu den Königen der New Romantic. Gary Kemp (g) und sein Bruder Martin (b) komponierten opulente Popballaden, die Tony Hadley mit seiner unnachahmlichen Stimme zwischen Arroganz, Romantik, Soul und Theatralik vortrug. Die Kritiker verachteten die in 1979 in London begründete Band. Man hielt sie für „undynamisch“, „nichtssagend“ oder „sanftmütig und seicht“. Für die Fans – besonders die ganz jungen – hingegen waren Spandau Ballet die uneingeschränkten Helden der Jahre 1983 und 1984. „True“ hieß ihr erster Nummer-1-Hit im Sommer 1983; eine antreibende, narzisstische Ballade, gefolgt von „Gold“, einem urbanen Popsong bester Ausprägung. Im Herbst 1984 stellte die LP „Parade“ den kreativen Höhepunkt der Kemp-Brüder mit ihrem Vorsänger Hadley dar: „Only when you leave“, „Round and Round“, „Highly Strung“ oder „I'll fly for you“ zählen bis heute zu den Klassikern des 80er-Pop. Nach Streit mit ihrer Plattenfirma Chrysalis und dem Wechsel zu CBS (heute: SONY) ging es langsam bergab – Veränderungen des musikalischen Zeitgeistes taten das übrige dazu, daß „Through the Barricades“ (1986) nur noch auf den mittleren Rängen der Charts landete. Als 1989 „Heart like a Sky“, das letzte Album von Spandau Ballet, erschien, hatte sich die Musikszene endgültig gewandelt, die Band aber nicht: Songs wie „Raw“, „Crashed into Love“ oder „Bee free with your Love“ waren durchaus nett anzuhören, kamen aber schlicht um fünf Jahre zu spät. Es folgte die Trennung im Streit, Kemp & Kemp planten, sich der Schauspielerei hinzugeben, Hadley nahm das recht erfolglose Soloalbum „The State of Play“ (1991) auf. Ein Prozeß Hadley vs. Kemp um unterschlagene Tantiemen – Hadley behauptete vergeblich, kompositorisch an den größten Spandau-Hits beteiligt gewesen zu sein, ohne daß die beiden Kemp’s ihn als Mitautor angegeben hätten - kostete beide Parteien Zeit, Kraft und Kreativität. (...)

Holger Stürenburg:
The Korgis „Don’t look back – The very Best of The Korgis“
(...) Zu den amüsantesten musikalischen Wegbegleitern auf dem Schritt aus den 70ern in die 80er zählten The Korgis. Das aus Großbritannien stammende Duo verstand sich weniger als traditionelle Band, (verzichtete daher auch konsequent auf Liveauftritte), sondern genoß das Mysteriöse, Anonyme, generell Abwesende, das diese Art von künstlerischem Projekt in sich trug. James Warren und Andy Davis bildeten den Kern der Korgis. Oft halfen andere Musiker bei Plattenaufnahmen aus. So z.B. der später mit Depeche Mode zu Ruhm und Ehre gekommene Alan Wilder oder Violinist Stuart Gordon, 20 Jahre später Begleiter des Deutschrockers Heinz Rudolf Kunze (!). Drei interessante Alben haben Warren und Davis in nur ebenso vielen Jahren aufgenommen. Endlich gibt es diese, einst viel zu wenig bedachten Kunstwerke des frühen Synthipop gesammelt auf einer Doppel-CD. „Don’t look back – The very Best of The Korgis” (Sanctuary) beinhaltet nicht nur die drei LPs ”The Korgis” (1979), “Dumb Waiters” (1980) und “Sticky George” (1981) in ihrer Gesamtheit, sondern zusätzlich die lange verschollene, letzte reguläre Korgis-Single “Don’t look back”, eine Alternative Version des einzigen Top-5-Hits des Duos, “Everybody’s got to learn sometime” und (dem hätte es aber nicht bedurft) einen Houseremix des gleichen Songs von DNA aus dem Jahr 1992. (...)

Holger Stürenburg:
Klaus Hoffmann „Das Beste der Virgin Jahre“
(...) Als im Herbst 1987 „Ich liebe die Nacht“, die erste Single Hoffmanns bei Virgin erschien, rümpften viele alteingesessene Fans die Nase. Ein frühes Dancefloor-Schlagzeug aus dem Computer untermalte eine nichtssagende Melodie mit seichtem Text. Virgin plante wohl, ihren neuen Schützling in der damals grassierenden Deutschpopwelle zwischen Waggershausen, Purple Schulz, Grönemeyer oder der Münchner Freiheit zu etablieren. Dies mißlang in aller Form; „Ich liebe die Nacht“ stellte einen qualitativen Tiefpunkt in Hoffmanns bisherigem Schaffen dar. So findet sich dieser poppige Auswurf auch nicht auf „Klaus Hoffmann – Das Beste der Virgin Jahre“, einer Kompilation, die in 14 Tagen bei EMI/Virgin erscheint. Statt dessen: 19 Chansons aus den Jahren 1987 bis 1997, allesamt gehobene Kompositionen mit teils superben Texten. Künstlerisch nahezu in ihrer Gesamtheit aller bester Güte. Nur der Titel ist falsch gewählt. Zu viele „beste“ Songs der Virgin-Ära fehlen: Etwa das Kultstück „Für det bisschen Zärtlichkeit“ (1987), das auf irgendeine (dem Künstler vielleicht selbst nicht bewußte) Weise auf die Wiedervereinigung einstimmende „Derselbe Mond über Berlin“ (1989), der freche Swing „Total verrückt (1989), die bitterböse Moritat von „Mona“ (1993) oder der sanfte Blues „Die Nacht wird uns verwöhnen“ (1995); zudem findet sich keine einzige Nummer aus den Live-LPs, die Hoffmann auch in seiner Virgin-Phase fast jeder Studio-LP folgen ließ. Scheinbar wahllos haben die Verantwortlichen Songs aus zehn Jahren Klaus Hoffmann herausgepickt, chronologisch nicht geordnet – die einzelnen Studioalben sind nicht einmal mit einer gleichen Anzahl von Liedern auf der Kompilation zu finden! Der irreführende Titel und die fragwürdige Auswahlpolitik tut der immerwährenden Qualität fast aller der 19 Lieder natürlich keinen Abbruch! (...)

Holger Stürenburg:
Münchener Freiheit „Zeitmaschine“
(...) Auf diese Weise werden noch viele andere Ohrwürmer früherer Zeiten Opfer dieser Selbstkasteiung. Dankbar ist der Altfan, daß ihm wenigstens eine Latinofassung von „Zeig mir die Nacht, Marie“ oder ein durch Grungegitarren verzerrtes „Ich steh’ auf Licht“ erspart bleibt. Wenn das Presseinfo schreibt, die Lieder der Freiheit übten „losgelöst von Moden, Zeitgeist und Trends unsterbliche Anziehungskraft aus“, dann ist dem nichts hinzuzufügen. Sonst würden „Ohne Dich“ und all die anderen Popperlen der 80er und 90er nicht zu den spezifischen Klassikern der deutschen Pop zählen und nicht bis heute tagtäglich im Radio laufen und auf Partys gespielt. Nur stand da nicht gerade etwas von „losgelöst von Moden und Zeitgeist“? „Zeitmaschine“ vollbringt das ganze Gegenteil: Es fesselt sich widerstandslos an den oberflächlichen, vergänglichen musikalischen Zeitgeist des Jahres 2003. Wäre „Zeitmaschine“ das Debüt einer aktuellen Popband, deren Mitglieder zu Hochzeiten der Freiheit gerade erst das Licht der Welt erblickten, - es bliebe bei dieser einen Platte, ein halbes jahr später wäre die Teenietruppe (zurecht) vergessen. (...)

Holger Stürenburg:
Nino de Angelo
(...) Komponiert von Drafi Deutscher, getextet von Howard Carpendales musikalischem Leiter Joachim Horn-Bernges, enthielt die fundamentale Ballade alles, was zum Ende eines Jahres erfolgversprechend war, das von Kriegsängsten, Nachrüstungsdiskussion und der endgültigen Durchsetzung des NATO-Doppelbeschlusses in Form der Stationierung amerikanischer Mittelstreckenraketen in Deutschland geprägt war und trotz langsam boomender Wirtschaft nicht zu den fröhlichsten und glücklichsten Zeiten zählte: Eine starke Melodie, eine getragene düstere Stimmung, basierend auf einem dunklen Synthesizerarrangement, eine gute Portion Weltschmerz und Zukunftsangst im bedeutungsschwangeren Text. Die düstere Romantik des schwermütigen Songs bescherte uns einen Moment lang das Gefühl, nicht allein zu sein in diesen schweren Zeiten, die von heftigen und polemischen innenpolitischen Auseinandersetzungen um die künftige Außen- und Sicherheitspolitik gekennzeichnet waren. Rund einen Monat nach ihrer Veröffentlichung sprang die Single auf Rang Eins der Media-Control-Listen und verblieb dort ganze zehn Wochen. Erst Ende Februar 1984 wurde sie von der A-Capella-Nummer „Only you“ von den Flying Pickets an der Spitzenposition abgelöst. (...)

Maximilian Ohl:
Größtes Talent ausgebootet
Die Verleihung des vom Musiksender VIVA ins Leben gerufenen COMET, des höchst dotierten Preises auf dem Gebiet der deutschen Unterhaltungsmusik, lockte 14.000 Besucher auf die letztmals in Köln stattfindende Popkomm“. Neben internationalen Stars aller Genres wie Countrysängerin Shania Twain oder Hardrockband Metallica gab sich vor allem die heimische Musikszene ein Stelldichein. Niemand nahm daran Anstoß, dass am Ende altbekannte Künstler wie Nena oder Herbert Grönemeyer, die trotz schwerer persönlicher Schicksalsschläge in den letzten Jahren ihre Stellung ausbauen konnten, zu den großen Gewinnern zählten. Sauer stieß jedoch zahlreichen Beobachtern der Umgang mit dem künstlerischen Nachwuchs auf, dabei vor allem mit der aus Erfurt stammenden Soul-Märchenprinzessin Yvonne Catterfeld, die nach ihrem Debütalbum Meine Welt“ bereits jetzt vielerorts als der größte musikalische Glücksfall seit Jahrzehnten im deutschen Musikgenre angesehen wird. Hätte die 23-jährige Sängerin sämtliche Preise in den Kategorien Künstlerin national“, Video national“, Soul national“ (diese Kategorie gab es trotz eines regelrechten Booms im letzten Jahr erst gar nicht!) und Newcomer national“ ergattert, es wäre angemessen und verdient gewesen. (...)

Holger Stürenburg:
Marillion - „The Best of Marillion“
(...) 1987 waren Marillion endgültig Popstars; die Band genoß den Jet Set; Fish selbst vertrug ihn nicht so gut und gab sich zunehmend dem Alkohol hin. Dennoch geriet das 87er-Album „Clutching at Straws“ zu einem weiteren Erfolg für die sich nach und nach zerstreitende Band. Hymnisch, aufputschend die erste Single „Incommunicado“. Balladesk, verträumt, verzweifelt: Die Folgeauskoppelungen „Warm Wet Circles“ und „Sugar Mice“. Nach einer letzten gemeinsamen Tour im Herbst 1987 war Schluß. Fish verließ die Band, klagte Management und Firma wegen angeblich nicht erhaltener Tantiemen – die Zukunft der Band stand auf des Messers Schneide. Bisher hatte der charismatische Frontmann mit seinem Showtalent und seiner kumpelhaften Art den Erfolg der Band maßgeblich bestimmt. Zudem war es nur ihm zu verdanken, daß Marillion den Eingeweihtenstatus verlassen konnten und vom Mainstreampublikum angenommen wurden, ohne ihre Musik massengerecht verwässern zu müssen. (...)

Holger Stürenburg:
Duran Duran „The Singles 81-85“ (13 CD-Box)
(...) Musikalisch ist und bleibt das Ganze natürlich Top! Von den 13 Singles gelten fast ein Dutzend noch heute als faszinierende Zeitzeugnisse der New Romantic-Ära. Die Dekadenz feierte fröhlichen Urstand, Ideologien nahm man nicht ernst; bunte Kleidung statt roter Denkweisen. Kühle, Arroganz und ein gute Portion Narzißmus prägten den meist zu nächtlicher Zeit praktizierten Lebensstil der New Romantics. Eine betont bürgerlich-höfliche Grundhaltung, Hand in Hand mit Marktliberalismus und deutlicher Betonung einer technokratischen Ästhetik sowie überheblicher Verachtung für den Sozialismus der Hippies und den Nihilismus der Punks, ließen neunmalkluge Linksjournalisten die These aufstellen, Duran Duran seien Rechte, was seitens der Band natürlich rigoros abgestritten wurde. Trotzdem waren die fünf stilvollen jungen Männer jahrelang das Feindbild Nummer Eins von ungewaschenen Punks und Aktivisten der „Red Wedge“-Bewegung. Politische Inhalte kamen in den Texten der Duranies – wie Le Bon und seine Mitstreiter von Fans wie Presse genannt wurden – nicht vor. Der dynamische Frontmann meinte einmal, seine Lyrik sei deshalb so bizarr, wirklichkeitsfremd und mystisch, weil er gerne die Inhalte seiner eigenen Träume vertone. (...)

Maximilian Ohl:
Yvonne Catterfeld - Soul mit Thüringischen Wurzeln - ein Überzeugendes Debütalbum
(...) Als der Titel, der unverkennbar Anklänge an die imposanten End-80er-Balladen einer Natalie Cole, Anita Baker oder Bette Midler weckte, in der Interpretation von Yvonne Catterfeld veröffentlicht wurde, stieg er von 0 auf Platz 1 in fast allen Verkaufshitparaden des deutschsprachigen Raumes. Die Maxi-Single ging binnen kürzester Zeit mehr als 250.000 Mal über den Ladentisch und sowohl der Titel als auch das dazugehörige Video werden bereits jetzt als Abräumer-Favoriten für "COMET", "Echo" und andere Preisverleihungen der deutschen Musikindustrie gehandelt. Das im Mai veröffentlichte Album "Meine Welt" erhielt zwei Mal "Gold" innerhalb von drei Tagen. . (...)

Maximilian Ohl:
Kreativpotenzial ungebrochen - Fleetwood Mac: "Say you will"
(...) Ob die Vielzahl von immerhin 18 Songs und die mit fast 80 Minuten doch ansehnliche Länge die Fans für die lange Wartezeit entschädigen soll, bleibt ungeklärt. Entscheidend ist, dass auf diese Weise nicht Quantität auf Kosten der Qualität geboten wird, und in der Tat sind auch nach so vielen Jahren im Geschäft bei allen Beteiligten noch eine ungebrochene Leidenschaft und ein intaktes Kreativpotenzial zu bemerken. Diese sind es auch, die wieder einmal zu einem Album der legendären Bluesrocker geführt haben, das musikalisch - obwohl mit Christine McVie eine bewährte Leistungsträgerin aus der Stammbesetzung diesmal nur am Rande mitgewirkt hat - eine ungemein große musikalische Bandbreite offenbart. (...)

Maximilian Ohl:
Eher Appetithappen als Gala der Besten – „The very best of Fleetwood Mac“
(...) “Fleetwood Mac” hatten 1968 mit der Veröffentlichung ihres ersten Albums unter Federführung des Bandgründers Peter Green begonnen, populär wurde das Projekt nicht zuletzt auch durch seinen Auftritt im Rahmen des Anti-Vietnam-Festivals in Woodstock. Im Laufe der Jahre sollte die Band, von der es bis heute 28 offizielle Alben gibt, einen stetigen Wechsel an Besetzungen erleben, insgesamt umfasst die Liste aller Personen, die irgendwann einmal zur Formation gezählt wurden, nicht weniger als 17 Namen, wobei der Kern der Gruppe, gewissermaßen die Seele von “Fleetwood Mac”, aus Musikern bestand, die in ihrer Karriere auch unzählige Soloalben veröffentlicht hatten. Von Anfang an vertreten waren lediglich Mick Fleetwood und John McVie, dessen Ehe mit der 1970 dazugekommenen Songschreiberin Christine McVie, geb. Perfect, scheiterte, die aber noch bis 1996 bei der Band blieb. (...)

Maximilian Ohl:
Mutig und gefühlvoll - Die “Dixie Chicks” als neuer Stern am Country-Himmel
(...) Es ist ein offenes Geheimnis, dass sich der Mikrokosmos folkloristisch inspirierter Musik in unseren Breiten in einem beklagenswerten Zustand befindet. Jenseits von meist drittklassigem Schlagergedudel, das sich eher in dreister Selbstüberschätzung als “Volksmusik” tituliert, spielen Klänge, die an überlieferte musikalische Traditionen in Deutschland abknüpfen, allenfalls im Bereich überschaubarer Marktnischen eine Rolle. (...)


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