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Vortrag auf dem Wartburgfest der Deutschland-Bewegung in Eisenach am 26.10.1997

Nadel, grün

Deutschland und das Morgenland

von Rolf Stolz

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde der Deutschland-Bewegung!

Es ist für mich eine besondere Freude und Ehre, hier vor Ihnen zu sprechen - in dieser wahrhaft historischen Stadt, deren Burg ein Symbol deutscher Geistesgröße und deutschen Freiheitsstrebens ist. Ich bin sicher, Sie sind sich alle bewußt, daß an diesem Ort im Zeichen Luthers und Karl Follens, des geistigen Kopfes der "Unbedingten", der radikal demokratischen Burschenschafter, harte und klare Worte verlangt sind - kein billiges Schulterklopfen, keine diplomatischen Schmeichelphrasen, kein wohliges Vernebeln der Stand- und Streitpunkte. Die Deutschland-Bewegung ist kein Geselligkeitsverein. Sie wird eine Alternative sein zu den überlebten, vergreisten und moralisch verrotteten Altparteien, zu den ultrarechten und ultralinken Sekten, zu dem Welt- und Menschenbild der etablierten Politik oder sie wird nicht sein.

Wenn sie die mindeste Existenzberechtigung und Aussicht auf Erfolg haben soll, muß die Deutschland-Bewegung unverwechselbar anders und unzweifelhaft besser sein als die herrschenden Machtgruppierungen und ihre Hofoppositionellen. Dazu gehört auch, daß in den Lebensverhältnissen der politisch Aktiven das Menschliche nicht aufgefressen wird von Termin- und Sachzwängen. Eine lieblose, geschäftsmäßige Politik rücksichts- und rückgratloser Apparatschiks kann niemals den Menschen dienen. Erlauben Sie mir an dieser Stelle eine ganz persönliche Bemerkung: Ich bedaure, daß ich gestern und vorgestern nicht hier in Eisenach sein konnte. Aber ich habe eine Tochter, die ihren achtzehnten Geburtstag so wenig ohne ihren Vater feiern wollte, wie ich ihr an diesem besonderen Tag ein "Sonderopfer Politik" zumuten mochte.

Wer heute in Deutschland darüber spricht, was unser Land mit dem Morgenland zu schaffen hat, der hat es im Grunde mit zwei Morgenländern zu tun: Dem fernen Morgenland vor der Haustüre Europas und mit jenem hautnahen Morgenland, das seit zwanzig oder dreißig Jahren millionenfach in Europa präsent ist und das mit einer anderen Kultur, einer anderen Religion, anderen Sprachen unseren Kontinent mit der Perspektive konfrontiert, zum Vorhof, ja schließlich sogar zu einem nebensächlichen Anhängsel des Orients zu werden. Dieser zweite Aspekt ist gegenwärtig und auf die nächsten Jahre hin von einer solchen akuten Bedeutung für die Fortexistenz Deutschlands als Land der Deutschen, daß ich mich auf ihn konzentrieren werde. Sonderbeziehungen zu orientalischen Herrschern führen zu nichts, Spekulationen über eventuelle weltpolitische Bündnisse Deutschlands mit orientalischen Ländern bleiben solange Kulissenschiebereien im Wolkenkuckucksheim, wie "unsere" Außenpolitik zum einen Teil von fremden Hauptstädten und NATO-Schreibtischen aus ferngesteuert wird, zum anderen Teil von Politikern verantwortet ist, die alles andere sein wollen als deutsche Patrioten.

Deutschland und das Morgenland - zwei geographisch-politisch-kulturelle Bezeichnungen, die in vielem schillernd und unbestimmt sind. Ist mit Deutschland jener traurige Restbestand gemeint, der nach dem Willen seiner Regenten politisch aufgelöst werden soll in die Firma "Europe Incorporated" mit Sitz in Brüssel und der ethnisch-kulturell zum Verschwinden gebracht werden soll durch eine Multikulti-Gesellschaft, in der den Deutschen einige Museumsdörfer als Reservate zugedacht sind? Oder ist damit jenes Deutschland zwischen Maas und Memel, zwischen Etsch und Belt gedacht, für das die Befreiungskrieger des Jahres 1813, die patriotisch-demokratischen Revolutionäre von 1817 bis 1933 und der antinazistische Widerstand in den zwölf Katastrophenjahren gekämpft und gelitten haben - also jene tausendjährige Nation, die vielleicht trotz aller voreiligen Nachrufe noch nicht tot und noch nicht verloren ist? Wenn die Liquidierung Deutschlands, seine Umwandlung in einen multiunkulturellen Chaos-Staat, in eine Zweigstelle der globalen Volksverdummung und Volksausplünderung, sich durchsetzen sollte, dann ist jedes weitere Wort verschwendet, dann bleibt nur die Wahl zwischen zwei Antworten auf die totale Niederlage: zwischen selbstmörderischem Widerstand bis zuletzt oder dem langsamen Krepieren als Sklave fremder Herren. Wenn aber nichts werden sollte aus den Wunschträumen der einheimischen und ausländischen Feinde Deutschlands, wenn dieses Land eine kulturelle, moralische und politische Wiedergeburt erleben sollte, wenn es in die Geschichte zurückkehren sollte als souveräne Macht, dann wird dieses neue Deutschland seinen Platz und seine Rolle finden müssen im konfliktreichen Konzert der großen Mächte. Dann wird das Morgenland einer der Großräume und eines der geopolitischen Kraftzentren sein, auf die sich deutsche Politik in Koexistenz, Kooperation und Selbstbehauptung zu beziehen hat. Wie aber läßt sich dieses Morgenland annähernd bestimmen, aus dem in den letzten zweitausend Jahren uns Europäern soviel finsteres Verderben, aber auch soviel Erleuchtung gekommen ist - an allererster Stelle die frohe Botschaft des Mannes aus Nazareth, ohne die Europa nur eine Landmasse wäre? Nun zunächst einmal geht es um einen Raum, der sich im Süden und Südosten Europas von Marokko bis Pakistan, vom Sudan bis zur Türkei beziehungsweise bis Turkmenistan erstreckt und der abgegrenzt wird von mehreren Meeren, von Schwarzafrika, von Indien, im Norden von den Ländern des orthodoxen Christentums. Die vorherrschenden Ethnien in diesem Gebiet sind die Araber, die Iraner sowie die Turkvölker. Seit anderthalb Jahrtausenden ist der Orient überwiegend islamisch geprägt, wobei der militärisch ausgebreitete Islam christliche, jüdische, zoroastrische und schamanistische Kulturelemente verdrängt und überformt hat, ohne sie jemals völlig vernichten zu können. Von hier aus gab es immer wieder Vorstöße in Richtung Europa, wie umgekehrt die Europäer in den Kreuzzügen und in der Epoche des Kolonialimperialismus versuchten, zumindest Teile des Orients ihrer Kontrolle zu unterwerfen. Der Ansturm islamischer Heere konnte 732 bei Tours und Poitiers und 1683 bei Wien zurückgeschlagen werden.

Andererseits wurde das 711 von den Arabern eroberte Spanien erst 1492 vollständig zurückgewonnen und war der Balkan über Jahrhunderte türkisches Kolonialland. Erst der Vorfriede von San Stefano 1878 und wenig später der Berliner Kongreß machten Rumänien, Serbien und Montenegro wieder zu unabhängigen Staaten und gaben Bulgarien eine Autonomie unter einer bald schon abgeschüttelten türkischen Oberhoheit. Es dauerte bis 1912, bis wieder ein selbständiges Albanien entstand und es den Griechen gelang, das fünfhundert Jahre zuvor von den Türken eroberte Nordgriechenland zu befreien. Allerdings behielt der sunnitische Islam verschiedene religiöse Brückenköpfe auf dem Balkan, vor allem im 1878 von Österreich-Ungarn besetzten und 1908 formal annektierten Bosnien-Herzegowina und in Albanien. Zwischen 1915 und 1925 wurden mit Genoziden und Vertreibungen neben den orientalischen Christen die beiden größten europäischen Minoritäten der Türkei, also die Armenier und die Griechen, fast völlig eliminiert.

Ein gleiches Schicksal traf eine Generation später die vor allem aus Spanien stammenden sephardischen Juden. In Nachahmung solcher Vorbilder wurden besonders seit den sechziger Jahren andere mit Europa politisch und kulturell verbundene Minderheiten wie die Algerienfranzosen und die Christen des Libanons oder Ägyptens entweder gewaltsam fortgejagt oder durch Terror und Entrechtung an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Lediglich der mit Europa in seinem Entstehen und seiner Existenz zutiefst verbundene und verschwisterte Staat Israel konnte sich militärisch behaupten, allerdings um den allzu hohen Preis zunehmender Orientalisierung und Amerikanisierung. Nicht allein die Abhängigkeit von der amerikanischen Globalpolitik, sondern ebenso das Vordringen eines antidemokratisch-aggressiven jüdischen Fundamentalismus drohen Israel von innen heraus zu zerstören.

Für deutsche Patrioten, die sich ihrem eigenen kulturellen Erbe, den eigenen Neuschöpfungen und ebenso auch der gesamten Weltkultur verpflichtet fühlen, sind die über Jahre hinweg vom türkischen Polizeistaat inhaftierten Dichter Nazim Hikmet und Aziz Nesin, der syrische Lyriker Adonis, der große alte Mann der ägyptischen Literatur Nadjib Machfus, der bis zur Selbstaufopferung gegen den Fundamentalismus kämpfende Algerier Rachid Boudjedra Leuchttürme in einem Gebiet, aus dem gegenwärtig mehr Dunkel als Licht kommt. Seit Jahrhunderten hat Deutschland hat in seiner Kultur vielfältige Einflüsse aus dem Orient aufgenommen, schöpferisch sich angeeignet und der Weltkultur zurückgegeben. Dies beginnt bereits sehr früh in den mittelalterlichen Ritterepen, erreicht einen ersten Höhepunkt im achtzehnten Jahrhundert und gipfelt schließlich in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts in Goethes"West-östlichem Divan" (1819), in den Rückertschen und Hammerschen Übersetzungen, in der von arabisch-persischen Vorbildern inspirierten Lyrik Rückerts und Platens. Goethes lyrisches Alterswerk ist ein in der Weltliteratur einzigartiges Musterbeispiel freier Anverwandlung und Neuschöpfung. Friedrich Rückert (1788 - 1866) und Joseph Freiherr von Hammer-Purgstall (1774 - 1856) machten Dichter wie Dschelaleddin Rumi oder Hafis im Deutschen heimisch. (Es ist eine der vielen Kulturschanden für die angebliche Kulturnation Deutschland, das all dies aus dem öffentlichen Bewußtsein verschwunden ist und kaum etwas davon auf dem Buchmarkt erhältlich ist, wie ja auch in kaum einer unserer Schulen die Weltsprache Arabisch gelehrt wird.) Friedrich Rückert verdanken wir nicht allein sehr poetische Übersetzungen und Nachdichtungen - es gelang diesem genialen Sprachmagier, der mit seinen "Geharnischten Sonetten" als Sänger der Freiheitskriege begann, in seinen eigenen Gedichten orientalische Versformen wie das Ghasel kunstvoll-ungekünstelt einzudeutschen. Meisterhafte Ghaselen schuf ebenfalls August von Platen (1796 - 1835), darunter jenes großartige Beispiel einer stoisch-heroischen Weltüberwindung "Es liegt an eines Menschen Schmerz, an eines Menschen Wunde nichts ...". Vielfältige Anregungen wurden aber auch in entgegengesetzter Richtung wirksam - so in der um die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts einsetzenden und bis heute fortwirkenden Prägung der arabischen Nationalbewegung durch die Fichtesche Philosophie, vor allem die Gedanken der "Reden an die deutsche Nation".

Dem Orient verdanken wir unendlich vieles an Ideen, Leitmotiven, materiellen Errungenschaften. Allerdings geraten gegenwärtig bei der Würdigung dieser Tatsache allzuviele Feuilletonisten und Meinungsmacher auf Abwege. Wo nämlich im neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhundert das antike Erbe zuweilen überbetont und die außereuropäischen Einflüsse unserer Kultur bagatellisiert wurden, ist heute eher die Neigung verbreitet, die kulturelle Hauptwurzel des Abendlandes, nämlich die griechisch-römische Tradition, zu einer Randerscheinung zu machen und das orientalische Element überzubetonen - wobei zum Teil dann auch noch der historische Orient einfach gleichgesetzt wird mit dem Islam und dem Arabertum. Den Arabern und Türken hat unsere Kultur unzweifelhaft mehr zu verdanken als nur Worte wie "Kiosk", "Algebra" und "Kaffee", aber man darf nicht vergessen, daß auch die klassische arabische Kultur gerade in der Philosophie und den Naturwissenschaften wenig Eigenständiges geschaffen hat, sondern (was für sich schon eine große und wichtige Leistung ist) die Philosophie der Griechen, die Mathematik der Inder, die Astronomie der Babylonier in vielem bewahrt, übersetzt und in Details weiterentwickelt hat. Gerade die arabische Philosophie hat im Mittelalter dem Abendland geholfen, zu seinen eigenen geistigen Ursprüngen zurückzufinden und sich ihrer neu zu vergewissern, wobei aber in Renaissance und Reformation die Wiederbesinnung auf die antiken Wurzeln auch ohne die arabische Vermittlung erreicht worden wäre.

In den letzten Jahren ist Deutschland zum zeitweisen oder dauernden Exil für eine ganze Reihe bedeutender Autoren aus dem Orient geworden, und einige von ihnen haben auch begonnen, in deutscher Sprache zu schreiben. Auch wenn es hier Merkwürdigkeiten gibt, wie jene türkische Bestseller-Autorin, die nur mit deutschem Geister-Schreiber in der allzu unvollkommen von ihr beherrschten Sprache zurechtkommt, oder jene Ausländer, die gleich nach ihrem Beitritt in den VS, den "Verband deutscher Schriftsteller", erfolglos forderten, daß dieser seinen unanständig-rassistischen Namen ändere, etwa in "Verband von SchriftstellerInnen in der Bundesrepublik Deutschland" - im großen und ganzen kann die deutsche Literatur nur gewinnen, wenn Dichter anderer Muttersprache sich ihr mit der gebotenen Ehrfurcht, mit Bescheidenheit und Lernbereitschaft nähern und wenn aus dem oft explosiven Zusammenstoß disparater Elemente die Funken neuer Schöpfungen schlagen. Gerade hier ist ein weites Feld sowohl für Künstler aus dem Ausland, die vielleicht nur einige Zeit in Deutschland leben und für die Deutsch nur Zweit- oder Drittsprache bleibt, bis hin zu jenen, für die dieses Land zur Wahlheimat wurde und die im Deutschen ihre hauptsächliche Kunst-Sprache finden. Schon aus unserem ureigensten Interesse heraus muß unser Land allen Künstlern offenstehen, die hier leben wollen, wie dies ebenso für alle Wissenschaftler und andere Spezialisten zu gelten hat, deren Arbeit unserem Volk nutzen könnte. Diese Offenheit für menschliche Zugewinne, für geistige Experimente und intellektuelle Experimentatoren mag die kleinmütigen Kleingeister schrecken, für die eine generalisierte Fremdenfurcht und Fremdenfeindlichkeit sowie die altschwäbische Maxime "Wir geben nichts" oberste Lebensregel ist. Eine Nation, die hier spart oder hier das Risiko scheut, ruiniert sich mit tödlicher Sicherheit.

Alles Leben wächst von innen heraus durch das, was es von außen aufnimmt. Jedes lebendige Volk, jedes prosperierende Land entwickelt sich weiter, indem es sein Eigenes bewahrt und zugleich sich Menschen öffnet, die neu hinzukommen. Die Deutschland-Bewegung wäre schlecht beraten und würde zu Recht sich selbst diskreditieren und schließlich scheitern, wenn wir jede Zuwanderung ablehnen würden, wenn wir uns nicht unmißverständlich abgrenzen würden von Vorurteilen und Feindseligkeit gegen alle, die als Fremde friedlich kommen, um in Respekt und Freundschaft mit uns zu leben. Die Achtung der körperlichen Unversehrtheit und der Menschenrechte aller Gäste, die auf kürzere Zeit oder auf Dauer in Deutschland weilen, muß unnachsichtig durchgesetzt werden - auch gegen Polizisten, die sich Übergriffe zuschulden kommen lassen, auch gegen einen Mob, der seine dumpfe Dummheit für Patriotismus hält. Aber dies bedeutet noch lange nicht, daß alle Gäste willkommen sind und alle Gäste uns auf ewig erhalten bleiben müssen. Es kommt stets darauf an, wer hinzustößt zu uns Deutschen, mit welcher Absicht dies geschieht, unter welchen Begleitumständen, mit welchen Konsequenzen und Perspektiven. Ohne jeden Zweifel leben im heutigen Deutschland soviele Ausländer, daß rein quantitativ betrachtet das gesellschaftliche Optimum längst erreicht und in vielem schon überschritten ist. Zehn Prozent Menschen mit grundsätzlich anderer ethnischer Identität und anderem kulturellen Hintergrund sind vertretbar, zwanzig noch erträglich, aber irgendwo jenseits solcher Grenzen beginnt die Einbahnstraße in den Bürgerkrieg. Daran kann auch die freigiebige Verteilung der deutschen Staatsangehörigkeit nichts ändern, sondern diese wird im Gegenteil unter den Einheimischen das Bedrohungsgefühl und das Setzen auf gewaltsame Gegenwehr verstärken.

Ein allzu großer Anteil der hier lebenden Ausländer kommt aus Weltgegenden, die uns Europäern kulturell sehr fern und wenig zugänglich sind, was nicht allein eine Assimilation, sondern bereits eine soziale Integration beträchtlich erschwert. Ein allzu großer Anteil der Ausländer gehört einer einzigen Nation an, der türkischen, die dadurch unter den Nichtdeutschen ein bedrohliches Übergewicht gewonnen hat. Des weiteren verweigert ein zunehmender Teil gerade der Türken und anderer Muslime die Integration, sprich die freiwillige Übernahme der Normen und Wertmaßstäbe der deutschen Gesellschaft. Immer mehr Ausländer (und gerade junge Menschen) ziehen sich zurück in ethnische Wagenburgen, lassen sich hineintreiben in eine feindselige Abgrenzung von den Deutschen und in Versuche, über Türkenparteien, politisierte Moscheen, bewaffnete Jugendbanden usw. Macht und Gewalt auszuüben gegen jene, denen dieses Land gehört und die es sich nicht nehmen lassen werden.

Das Ausländerproblem verlangt eine politische Antwort und eine neue, konsequente und entschlossene Ausländerpolitik. Dies kann nur bedeuten, daß allen, die sich assimiliert haben oder die sich zumindest nachprüfbar darum bemühen, die vollen Bürgerrechte gegeben werden - unter Aufgabe der alten Staatsangehörigkeit und je nach Einzelfall mit einigen wenigen Jahren Bedenk-, Probe- und Bewährungszeit. Diejenigen, die sich rechtstreu verhalten, die die geschriebenen und ungeschriebenen Gesetze dieses Landes jedenfalls in der großen Linie respektieren, sollten ein gefestigtes Aufenthaltsrecht erhalten. Aber sie sollten sich stets bewußt sein, daß sie nur dann Gleichberechtigung, Staatsangehörigkeit, Wahlrecht usw. erhalten werden, wenn sie die Chance der Assimilation nutzen, also sich unserem Volk als neue Deutsche mit allen Rechten und Pflichten anschließen und in die nationale Gemeinschaft aufgenommen werden. Die, die auf Dauer als Ausländer in Deutschland leben, sollten im übrigen als Kollektiv für sich selbst sorgen, ohne dem deutschen Staat zur Last zu fallen. Der die Arbeit verweigernde Gastarbeiter, der der arbeitenden Bevölkerung auf der Tasche liegt, ist ein Unding. Die Gruppe der Ausländer, die weder zur Assimilation noch zur Integration bereit ist, sollte durch materielle Anreize und eine ebenso freundliche wie bestimmte Politik auf ein vertretbares Ausmaß reduziert werden: durch Verabschiedung aller fremden Soldaten, durch Abschiebung von Straftätern und Terrorpropagandisten, durch Rückkehrhilfen für diejenigen, die sich der Moderne und jeder Eingliederung in eine westlich-demokratische Gesellschaft verweigern.

Während in den letzten hundert Jahren der Orient immer orientalischer, d. h. religiös, kulturell und ethnisch immer einheitlicher, monotoner und ärmer wurde, während Europa jenseits des Mittelmeers an Einfluß verlor und sich zurückziehen mußte hinter seine natürlichen Grenzen, während in keinem Land des Orients noch so viele Europäer leben wie vor vor fünfzig Jahren oder Europa dort noch seinen einstigen Einfluß besitzt, hat das Morgenland längst begonnen, seine Menschen und damit auch seine politischen Seuchen und seine mentalen Defizite in den Norden zu exportieren. Die orientalischen Kolonien in Europa werden von ihren Mutterländern als politisches Faustpfand und Druckmittel eingesetzt. In den muslimischen Ghettos der europäischen Städte sind scharf abgegrenzte Subkulturen entstanden, die Brückenköpfe und Missionsstationen für eine fremde Religion, eine fremde Kultur, einen despotischen und gewaltbereiten Fundamentalismus sind. Nicht, daß dieser historische Prozeß dem simplen Muster einer Verschwörung und planmäßiger Strategien folgen würde - er entwickelt sich im wesentlichen anarchisch und quasi naturwüchsig und folgt eher einem ökonomischen als einem politischen Kalkül. Im übrigen ist er in Gang gesetzt worden von europäischen Regierungen und Wirtschaftsführern. Die Einzelpersonen, die Nationen und Völker sind zunächst einmal nichts anderes als Opfer dieser Entwicklung, aber sie können natürlich ihre Lage und ihr Bedrohtsein erkennen und sich zur Wehr setzen, sie können aufhören, die Statisten und Spielfiguren in diesem üblen Spiel abzugeben.

Der einzelne Ausländer, der mit gutem Glauben und guten Absichten in unser Land gekommen ist, gesetzestreu lebt und sich eingliedern will in die deutsche Gesellschaft, ist nicht unser Feind. Wer sich mitmenschliche Solidarität und Rechtsempfinden bewahrt hat, der wird jenen Ausländern, die seit Ende der fünfziger Jahre in zeitgemäßer Fortführung des nazistischen Imports von "Hilfswilligen" als nahezu rechtlose Arbeitskollektive nach Deutschland gelockt wurden, nicht Mitgefühl und Mitleid verweigern. Allzuoft wurden sie im Betrieb und auf der Straße geradezu als Untermenschen diskriminiert, mußten sie in vielen Fällen schwere, gefährliche, erbärmlich schlecht bezahlte Arbeiten übernehmen. Was Günther Wallraff in "Ganz unten" beschrieben hat, war ja nicht wie uns einige Schönfärber weismachen wollen, eine Erfindung aus der Ostberliner Propagandaküche, sondern die bittere manchesterkapitalistische Wirklichkeit, die nur ein hauptamtlicher Lügner aus den Public-Relations-Brigaden abstreiten wird oder ein weltfremder Naivling, der keinen Betrieb von innen kennt. Aber dies rechtfertigt nicht im nachhinein die Gastarbeiteranwerbung und ändert nichts an ihren fatalen gesellschaftlichen Konsequenzen. Subjektiv betrachtet mag man ihren Initiatoren lautere Absichten oder immerhin Ahnungslosigkeit unterstellen - objektiv gesehen war diese gigantische Menschenverpflanzung von Anfang an ein Verbrechen und ein Abweg in den Abgrund:

  • Ein Verbrechen an den Ausländern, denen man ein wenig Wohlstandsplunder gab und ihnen dafür ihre Heimat, ihre Identität, ihre Zukunft im eigenen Land stahl;

  • ein Verbrechen an den Deutschen, denen man vorschwindelte, hier kämen nur Aushilfskräfte auf Zeit, da die Bundesrepublik schließlich - so die stereotype Leier des Regierungskartells - kein Einwanderungsland sei;

  • ein Verbrechen am arbeitenden Volk, dessen Einkommen durch Lohndrückerei und Sozialtransfers an die Fremden herabgedrückt wurde und das man zwang, die Früchte des hart erarbeiteten Wiederaufbaus mit denen zu teilen, die dessen Mühen und Entbehrungen nicht geteilt hatten;

  • ein Verbrechen durch den gewollt oder ungewollt angebahnten Übergang deutschen Landes in fremde Hände, und dies wenige Jahre nach dem von Massakern begleiteten Raub des deutschen Ostens durch die polnischen, tschechischen und russischen Sozialfaschisten;

  • ein Verbrechen an der Freiheit und Selbstbestimmung des deutschen Volkes, an seiner kulturellen Autonomie, aber auch an seiner wirtschaftlichen Zukunft.

Die deutsche Zuwanderungspolitik, die vor allem auf das anatolische Arbeitskräftereservoir setzte, bedeutete nicht allein eine langsame Entmachtung und Überfremdung der Deutschen und eine Gefährdung des inneren Friedens durch zahllose Anhänger despotisch-fundamentalistischer Ideologien ein, sondern der Zustrom unqualifizierter Handlanger hatte auch materiell und technologisch verheerende Konsequenzen. Während der relative Arbeitskräftemangel Anfang der sechziger Jahre zu Reallohnsteigerungen und damit zu einer Stärkung der Massenkaufkraft und des Binnenmarktes führte sowie zugleich zu fortschreitender Technisierung und Rationalisierung zwang, standen seit etwa 1965 in reichlicher Zahl gering entlohnte Arbeitskräfte zur Verfügung, deren riesige gesellschaftliche Kosten die Großunternehmen über den Staat abwälzten auf die Lohnabhängigen und den Mittelstand. Die ausländischen Arbeitskräfte reduzierten durch ihre schiere Existenz nicht allein den Anreiz zu neuen technologischen Entwicklungen - sie leiteten zugleich einen großen Teil ihres Einkommens direkt oder indirekt (etwa über Käufe bei in Deutschland aktiven Firmen von Landsleuten oder Einlagen bei ausländischen Banken) in ihre Heimatländer. Der Zugewinn an gastronomischer Abwechslung, die bequeme Delegation der Müllwerker- und Straßenfegertätigkeiten an Ausländer, die Bereicherungsmöglichkeiten für bestimmte Hausvermieter, Hoteliers und Inhaber von Billigläden wurden und werden vom deutschen Volk teuer bezahlt - und nicht allein in klingender Münze.

Für sich genommen, auf sich allein gestellt, wäre das islamische Lager in Europa schon geschlagen, ehe es überhaupt seinen Vormarsch und seinen Angriff begonnen hätte. Allein gegen alle zu kämpfen scheitert in der Politik regelmäßig. Diese Gesetzmäßigkeit gilt nebenbei ganz ähnlich für die Deutschland-Bewegung, die auch nur im Zusammenwirken mit anderen gesellschaftlichen Kräften, als Katalysator und Ferment in einem größeren Ganzen wird Kraft entfalten können. Nur große Koalitionen, auf einen gesamtgesellschaftlichen Querschnitt gestützt, nur breitgefächerte Regenbogen-Bündnisse mit einem klaren Programm und einer starken Führung haben eine Chance, die Zustimmung der Mehrheit und die Macht zu erobern. Allerdings sollte man nicht die Entschlossenheit und Fähigkeit des Islamismus unterschätzen, die ungewöhnlichsten Bündnisse einzugehen, wenn diese Einfluß und Missionierungschancen versprechen. Gleichzeitig, aber mit verteilten Rollen und unterschiedlichen Akteuren und auf separaten Schauplätzen hat das islamische Lager sich in Europa mit sechs sehr unterschiedlichen Milieus zusammengetan:

  • Fast alle Muslime verbrüdern sich momentan mit dem ihnen zutiefst fremden und verhaßten linksliberal-pseudogrünen Szene-Sumpf, nur weil dieser die Verschleierung der Frau als Volkstracht und Modegag mißversteht, die frömmelnden Macht-Machos als arme Opfer westlichen Rassismus verhätschelt und ihnen unbegrenzte Handlungsfreiheit, Staatsalimentierung und deutsche Pässe verspricht.

  • Die islamistischen Kader konspirieren mit ultralinken Schlagetots in der Antifa und im Dunstkreis des Anarchoterrorismus: Hier werden die Heiligen Krieger als Blutsbrüder angehimmelt, die erstens "echt authentisch" und zweitens "auch gegen den Imperialismus" sind und drittens Geld und Waffen zu bieten haben.

  • Spitzenfunktionäre des Islams kungeln mit Dunkelmännern aus dem dunklen Schoß der Amtskirche, die in der Aufklärung und dem Atheismus den gemeinsamen Todfeind ausgemacht haben und - siehe die Weltbevölkerungskonferenz - mit den iranischen Mullahs gemeinsame Sache gegen die Frauenemanzipation und die Moderne machen.

  • In Anknüpfung an die Nazizeit, als der Großmufti von Jerusalem und Oberbefehlshaber der "Arabischen Legion", Mohammed Said Amin al-Hussaini (1895-1974), von Berlin aus zur Judenvernichtung aufrief, liebäugeln etliche Islam-Politiker mit dem Bodensatz der alten und neuen Ultrarechten, also mit denen, die aus ihrem blinden Haß gegen das Judentum, gegen die demokratische Ordnung und gegen das Christentum und aufgrund ihrer Gewaltvergötzung und Vernunftfeindlichkeit nur allzu anfällig sind für das Angebot einer weltweiten Einheitsfront mit dem Islam - auch wenn die beteiligten Deutschen die Muslime selbstverständlich lieber in der fernen Heimat sähen als hier in Deutschland.

  • Islamistische Organisationen wie die zu Erbakans Wohlfahrtspartei gehörige IGMG sind in enger Tuchfühlung mit der organisierten politischen und unpolitischen Kriminalität - von türkischen Drogenhändlern bis zur Scientology-Sekte oder dem La Rouche-Verein EAP.

  • Am allerwichtigsten aber ist die Kooperation der Islamisten mit jenen Teilen des Staatsapparats, die teils in privater Bereicherungsabsicht, teils aus geostrategischem Kalkül, teils aus beiden edlen Motiven heraus, einen Teufelspakt zwischen westlichen Öl- und Waffenhändlern, Kriegsgewinnlern und Kriegstreibern einerseits und auf der anderen Seite solch großartigen Partnern wie dem Teheraner Mullah-Regime, den feudalistischen Saudi-Prinzen oder der türkischen Militärdemokratur schmieden wollen.

Die offenen und geheimen Koalitionen des Hasses, der Ignoranz, des Landesverrats, des Verrats an der Demokratie und an der abendländischen Kultur öffentlich zu entlarven und unschädlich zu machen, ist eine Aufgabe von äußerster Aktualität. Was bedeutet dies ganz praktisch? Nennen wir einige Konsequenzen:

  • Der Islam in seinen beiden vorherrschenden und immer stärker werdenden Tendenzen - der mittelalterlich-dogmatischen Orthodoxie und dem politikasternden Neo-Islamismus - ist unvereinbar mit der Demokratie und unvereinbar mit der europäischen Kultur wie mit der nationalen Identität aller europäischen Völker. Nur ein reformierter, Pluralismus und Gleichberechtigung bejahender Islam darf in Europa außerhalb von Kuriositätenkabinetten und Randgruppenseminaren geduldet und öffentlich gefördert werden. Wer den Islam in seiner wortwörtlichen Auslegung bejaht und verteidigt (Frauen und Andersgläubige als Menschen zweiter Klasse, patriarchalisch-diktatorischer Gottesstaat, Vernichtung der Ungläubigen durch Scharia und Heiligen Krieg usw.), der mag hundertmal in einem liberalen Mäntelchen oder mit grüner Tarnkappe daherkommen - er stellt sich in eine Kampffront mit den Feinden der Freiheit und ebnet ihnen den Weg zur Macht. Dies ist eine Frage des Entweder-Oder. Entweder das islamische Lager triumphiert, um sich sehr schnell seiner nicht mehr benötigten naiven Helfershelfer und der dann nur störenden demokratischen Maskerade zu entledigen, oder es gelingt einer Abwehrfront aller tatsächlichen Demokraten, die Freiheit vor denen zu retten, die unter Ausnutzung von wohlmeinender Naivität und pervertierter Toleranz die demokratischen Rechte zur Beseitigung der Demokratie nutzen wollen. Wir müssen stets und ständig alle selbsternannten Liberalen, alle Ökologen, Friedensfreunde und Emanzipationsverfechter damit konfrontieren, was sie denn eigentlich wollen:

  • Wollen sie die weitere Ausbreitung von fundamentalistischen Moscheen als Umschlagplätze für weltliche und pseudoreligiöse Drogen, wollen sie die weitere Zunahme der "Grauen Wölfe" und der ebenso gewaltbereiten Erbakan-Jünger, wollen sie die Unterjochung von immer mehr Menschen in jenem Staat im Staate, zu dem die islamischen Ghettoviertel in Westeuropa mutiert sind?

  • Oder wollen sie eine faire Chance zu demokratischer Intergration und Partizipation für all jene Ausländer, die zu einer Eingliederung in eine demokratisch-pluralistische europäische Gesellschaft fähig und bereit sind? Dazu gehört untrennbar, daß man den Protagonisten und Wanderpredigern des Islamismus ebenso wie allen, die den Gaststatus durch kriminelles oder antisozial-parasitäres Verhalten mißbrauchen, kostenlose Rückfahrkarten spendiert. Man könnte dabei das Verbot der Wiedereinreise durchaus verbinden mit einer finanziellen Starthilfe für einen Neubeginn in der Heimat. Hier sollte Deutschland Großzügigkeit und Großmut beweisen, aber es darf auf keinen Fall dazu kommen, daß unsere Kinder und Enkel bezahlen müssen für die Blauäugigkeit, die Feigheit, die Untätigkeit der jetzt in Amt und Würden befindlichen Generation.

Es kann und es muß uns gelingen, zumindest den noch zum Nachdenken und zur Vernunft zu bringenden Teil der sozialliberalchristdemokatischen Mitte davon zu überzeugen, daß man mit einer Politik des Laufenlassens und der bedingungslosen Zuwanderung sich selbst und die Freiheit aller ans Messer liefert. Hat erst die zwischen den politischen Polen und Extremen frei flottierende Mitte der Gesellschaft, und damit die große Masse der Staatsbürger, begriffen, was auf dem Spiele steht und was das Gebot der Stunde ist, dann werden wir auch im Parlament und vor allem im Volk eine Mehrheit finden für ein entschiedenes Vorgehen gegen jede Art von politischer Gewalt und psychologischer Terrorisierung. Die politische Ausländerkriminalität wie auch deren deutsches Gegenstück, die ultralinken Schlägertrupps mitsamt ihren kahlköpfigen Rivalen, müssen ebenso auf Null gebracht werden wie jene, die als hetzende Hintermänner oder als staatlich besoldete Provokateure diesen Spuk inszenieren. Die Meinungs- und Pressefreiheit, das Recht auf körperliche und seelische Unversehrtheit sind viel zu hohe Güter - mit dem Schweiß, den Tränen und auch dem Blut der Generationen vor uns bezahlt - als daß wir zulassen dürften, daß sie dem Treiben in- und ausländischer Feudalfundamentalisten, Neofaschisten und Neostalinisten geopfert werden.

Freiheit ist in der Tat stets die Freiheit der Andersdenkenden. Diese Grundhaltung jeder Aufklärung, dieses elementarste Grundgesetz jeder tatsächlichen Demokratie steht in diametralem Gegensatz zu den zentralen Anschauungen nicht allein des Islams, sondern auch anderer orientalischer Weltanschauungen und Lebensordnungen. Die heutigen Nachfahren des Georgiers mit dem Schnauzbart, die unbelehrbaren Zauberlehrlinge des Rattenfängers aus Braunau sind wie ihre historischen Vorbilder als Brüder im Ungeist dem Islam und der orientalischen Despotie erstaunlich nahe verwandt und eng verbunden. Die von vielen Muslimen begierig geglaubte Legende, Hitler sei als konsequenter Antialkoholiker, Fleischverächter und Judenhasser ein heimlicher Muslim gewesen, hat insofern durchaus ihren wahren Kern. Allerdings verdienen wegen dieser Gemeinsamkeit in den geistig-moralischen Defiziten, wegen dieser Zwillingsähnlichkeit mit den Islamterroristen weder die Neostalinisten noch die Neofaschisten das mindeste Vertrauen, daß ausgerechnet sie Europas Unabhängigkeit gegen das Vordringen des Islamismus verteidigen werden. Daran ändert nicht das mindeste, daß die einen permanent von "Vaterland" und "Abendland" faseln und die anderen sich als wissenschaftliche Weltanschauer und vehemente Volksfreunde kostümieren. Die gesunde Reaktion denkender Menschen auf all diese Führer und Retter ist die, statt den Regen gegen die Traufe und die Pest gegen die Cholera einzutauschen, allen antihumanen und antidemokratischen Ideologien eine Absage zu erteilen.

Wenn der große Rechtslehrer Ibn Taimiyya (1263-1328), seit Jahrhunderten einer der Säulenheiligen der islamischen Ultras, in seinem Buch "Die Politik der Scharia" erklärt, "Die sechzigjährige Herrschaft eines ungerechten Herrschers ist noch besser als eine Nacht ohne Sultan", dann bringt er das auf monolithische Einheitlichkeit, gegensatzfreie Übereinstimmung, bedingungslose Unterordnung ausgerichtete islamische Denken auf eine knappe Formel - eine Weltsicht, die, wie in der Zeit der frühen arabischen Eroberungen bewiesen, beträchtliche militärische und politische Erfolge ermöglicht, aber die zugleich als geisttötende Wunderwaffe der Despoten und ihrer religiösen Propagandaminister politische Stagnation und geistigen Niedergang garantiert. Zwischen dem orthodoxen Islam, der jedes Nachdenken verweigert und durch auswendiggelernte Koransuren und Prophetensprüche ersetzt, und der seit der späten Scholastik und erst recht seit der Renaissance auf Emanzipation und Individuation ausgerichteten europäischen Kultur besteht ein unüberwindlicher Gegensatz. Dies schließt nicht aus, daß zumindest auf einige Zeit eine friedliche Koexistenz möglich ist, solange eine feste und gesicherte Grenze die beiden Welten trennt und der wechselseitige Austausch sich friedlich vollzieht. Gerade dies ist aber längst nicht mehr der Fall. Trotz einer gewissen Rückwanderung nimmt der Anteil der Muslime im Westen ständig zu - durch Neuankömmlinge, durch die höhere Geburtenrate ("Wir gebären euch kaputt", so eine Kopftuch-Türkin), durch Neubekehrungen gerade von Christen, die an der Lauheit und Ziellosigkeit der Amtskirchen verzweifeln. Hinzu kommt eine ständige Verschiebung der Kräfteverhältnisse: Die Reformmuslime werden immer weniger und immer einflußloser, die Zahl der Fundamentalisten und ihre Repräsentanz in Schlüsselpositionen nimmt zu. Auch wenn der Hauptanteil von Bürgerkriegsvorbereitungen und Terror sich noch in den Ursprungsländern des Islams abspielt, werden längst schon auch im Westen mißliebige Muslime und verhaßte Kritiker erschossen, bewaffnen sich muslimische Straßenkämpfer in England, Frankreich oder Deutschland, üben sie für den Ernstfall, liefern sie sich Straßenschlachten mit der Polizei und den Einheimischen. Das Fatale ist, daß diese Todfeinde der Demokratie, des inneren Friedens und der christlich geprägten Europäer bislang kaum auf Widerstand stoßen und sich permanent bestärkt und ermutigt fühlen müssen, von einer Politik der Nadelstiche überzugehen zu einer Politik des dicken Knüppels und der langen Messer.

Sind die Länder des Orients bedroht durch Europa, durch eine von dessen Mittelmächten ausgehende imperialistische und neokolonialistische Politik? Auf diese Frage kann man eindeutig mit "Nein" antworten - auch wenn Länder wie Frankreich immer noch nicht in der Wirklichkeit des späten zwanzigsten Jahrhunderts angekommen sind und einige Staatslenker und Staatsdenker alten Weltgeltungsträumen nachhängen. Machtpolitisch treten europäische Länder allenfalls als Hilfstrupp der Amerikaner in Erscheinung - und auch diese wagen es nicht (siehe die schmähliche Besetzung der US-Botschaft in Teheran 1979, siehe das Ende des Zweiten Golfkrieges) ihr Machtpotential mit aller Konsequenz einzusetzen. Trotz aller dummen Propagandasprüche islamischer Führer von einem angeblichen "neuen Kreuzzug des Westens gegen die Muslime" - es gibt keine konkrete Gefahr, daß sich im Verhältnis der Europäer zum Orient der blutige Mißbrauch des Glaubens und des Kreuzritterheroismus wiederholen könnte oder der ebenso blutig endende Mißbrauch des Fleißes und Mutes der Kolonisten. Daß die Gier nach Land, Bodenschätzen, willigen und billigen Arbeitskräften, also die in jedem Volk vorhandenen Raubtier- und Räuberenergien in Europa in nächster Zeit wieder hervorbrechen, ist zwar nicht ausgeschlossen, aber eher unwahrscheinlich. Sind andererseits Länder des Orients in der Lage, Europa wie im achten und siebzehnten Jahrhundert militärisch anzugreifen ? Auch dies kann gegenwärtig verneint werden. Aber angesichts der ausgebliebenen islamischen Reformation, angesichts des Scheiterns aller Demokratisierungsansätze in den Ländern des Orients, angesichts der zunehmenden inneren Probleme, des Bevölkerungsdrucks und der gigantischen Waffenpotentiale, angesichts der Dekadenz und Desorientiertheit Europas, angesichts der Existenz einer starken "Fünften Kolonne" in Gestalt der muslimischen Gemeinden müssen die Europäer vorausschauend die Gefahren erkennen, die ihnen in zehn oder zwanzig Jahren an ihrer Südflanke drohen. Sie müssen sich wappnen für die Konflikte des kommenden Jahrhunderts, um "bewaffnet und als Friedensheld", wie Wilhelm Busch es einmal kurz und bündig nannte, einer feindlichen Nachbarschaft zu trotzen.

Wir Deutsche haben uns unsere gegebene Situation nicht ausgesucht. Weder die von allem Anfang an prekäre geopolitische Lage eines Kern- und Durchgangslandes in der Mitte Europas noch die im Ergebnis dreier gescheiterter bzw. unvollendet gebliebener Volksrevolutionen (1517-1525, 1848/49, 1918), im Ergebnis zweier verlorener Weltkriege, im Ergebnis einer überwiegend fremdbestimmten und antinationalen Politik deutscher Nachkriegsregierungen entstandene Bedrohung der Fortexistenz Deutschlands. Aber das Gegebene ist uns aufgegeben als Aufruf zum Handeln, als Gefahr, in der das Rettende wächst. Wenn das Notwendige getan wird, um die Not zu wenden, wird Deutschland nicht untergehen - "und wenn die Welt voll Teufel wär". Es ist an uns Deutschen, die Gefahren zu erkennen, die aus der unkontrollierten Masseneinwanderung entstehen, aber auch die Chance zu begreifen und zu ergreifen, die darin liegt: die Chance zu einer grundsätzlichen Umkehr, zu einer Neubestimmung deutscher Politik, zu einem Aufbruch zu neuen Ufern - hin zu einem anderen Deutschland, das in deutlichster Abgrenzung vom mittelalterlichen Feudaldespotismus der Islamisten und vom pseudomodernen Laisser-faire-Liberalismus der Multikulti-Gutmenschen sich zurückbesinnt auf die eigenen Traditionen deutscher Geistigkeit und Freiheitlichkeit. An Gegnern herrscht kein Mangel, aber wir haben in den Freiheitsbewegungen anderer Länder und auch unter den nach Deutschland gekommenen Demokraten mehr Freunde und Verbündete, als wir ahnen. Noch werden wir von den herrschenden Kreisen und ihrem Hofstaat verächtlich gemacht, verhöhnt und verlacht. Wer am Ende Anlaß zum Triumph haben wird, wird sich zeigen. Es liegt an den Deutschen, was aus Deutschland wird.

c/o Herbig Verlag, Th.-Wimmer-Ring 11, 80539 München


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