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Schwangerschafts-Konfliktberatung oder Beihilfe zur Tötung Ungeborener?

Pro Familia ist lateinisch und heißt "für die Familie", aber die gleichnamige Organisation betätigt sich genau im entgegengesetzten Sinne: Verein "Pro Familia" unterhält Beratungsstellen in vielen deutschen Städten, erhält staatliche "Knete" in Millionenhöhe - und sieht sich zugleich als Vorkämpfer Sachen Abtreibungs-Freiheit.


Seit Jahrzehnten setzt sich "Pro Familia" für die sogenannte "Entscheidungsfreiheit" der Frau ein und meint damit den alten Kampfspruch aus der feministischen Bewegung: "Ob Kinder oder keine, das entscheiden wir alleine!" Selbstbestimmung der Frau?

Nein: Fremdbestimmung gegen schwächste "Randgruppe" in unserer Gesellschaft, die ungeborenen Kinder die jährlich über 300.000 mal getötet werden - auch mit Hilfe "Pro Familia". Der Verein bietet in einigen Großstädten gleich beides: sog. "Schwangerschaftskonflikt-Beratung" und Durchführung der Abtreibung unter einem Dach. Das hindert die "öffentliche Hand" bzw. unsere Politiker nicht daran, diese abtreibungsfreundliche Organisation mit großen staatlichen Zuschüssen zu beglücken. Dieser Zustand änderte sich auch dann nicht, als im vorigen Jahr bekannt wurde, daß "Pro Familia" pornografische Bücher vertreibt, die wohl kaum im Sinne der Familie sein dürften. Unsere Mitarbeiterin Franziska erlebte "Pro Familia" aus nächster Nahe - bei einer "Schwangerschaftskonflikt-Beratung" in Gießen. Franziska kommt aus Fulda und studierte in Gießen. Dort erlebte sie im Dezember 1994 hautnah die abtreibungsfreundliche Beratung durch PRO FAMILIA - obwohl Franziska gar nicht schwanger war. Hier der Bericht unserer Mitarbeiterin über ihr aufschlußreiches Erlebnis:

Als ich mit einer Freundin über kirchliche Themen diskutierte, kamen wir auch auf Abtreibung zu sprechen. Ich erklärte, wie leicht es heutzutage sei, das Baby im Mutterleib straffrei zu töten. Meine Freundin behauptete jedoch, daß nur wenige Frauen abtreiben dürfen, denen es besonders schlecht geht und die nach bestimmten Kriterien ausgewählt werden. Ich entgegnete ihr, daß jede Schwangere abtreiben darf, wenn sie einen Beratungsschein vorlegt, den aber jede Frau bekommen kann. Meine Freundin bestritt dies jedoch energisch. Um ihr meine Meinung zu beweisen, habe ich kurzentschlossen am nächsten Tag bei "Pro Familia" angerufen und mir einen Termin geben lassen, obwohl ich weder schwanger war noch abtreiben wollte. Vor dem Beratungsgespräch überlegte ich mir ausgiebig den möglichen Zeugungstermin, meine Periodendaten und eine Geschichte, die überzeugend klang, damit die Sache nicht gleich aufflog. Mit diesen Gedanken war ich länger beschäftigt, als die Beratung dann dauerte.

Der Termin bei Pro Familia begann um 8.30 Uhr, die Beratung dauerte eine halbe Stunde. Ich wurde in einen Raum geleitet, der mit rosa und lila Tüchern verhängt war. Hinter einem lila Batik-Vorhang sah ich eine Untersuchungsliege. In der Mitte des Zimmers stand ein niedriger Tisch mit 2 Sesseln. Als ich mich gesetzt hatte, durfte ich zuerst meine Geschichte berichten. Ich erzählte die Story, die ich mir zurechtgelegt hatte, wonach "es" halt passiert sei, weil ich dachte, ich hätte meine unfruchtbaren Tage. Meinen Berechnungen gemäß würde das Kind im Juli zur Welt kommen. Da ich aber im Juni Abschlußexamen habe und die Geburt vielleicht früher erfolgt oder es zu Komplikationen kommt, kann ich das Kind jetzt nicht gebrauchen. Das genügte der Beraterin; genauer wollte sie es gar nicht wissen. Sie hat mich dann nach meinen genauen Daten gefragt und anhand einer Schablone nachgerechnet. Ich war sehr aufgeregt, da ich Angst hatte, daß sie den Schwindel bemerkt. (Wie gut, daß ich gerade ein Biologie-Seminar zum Thema "Vorgeburtliche Entwicklung" belegt hatte, so daß ich halbwegs Bescheid wußte.) Die Beraterin fragte mich, ob ich mir sicher sei, eine Abtreibung zu wollen. Ich gab mich eher unsicher; das hat sie auch an meiner Aufgeregtheit abgelesen. Die Beraterin erklärte, eigentlich müßte sie mir jetzt Hilfen (staatliche Zuschüsse für Schwangere usw.) aufzählen. Wenn es nicht nötig sei, verzichte sie aber darauf. Da ich ja an alle Informationen herankommen wollte, habe ich mich natürlich interessiert. Andernfalls hätte sie mir dazu nichts gesagt.

Ich bekam von der Beraterin einen Zettel "Finanzielle Hilfe für Schwangere"; sie zählte mir die verschiedenen Gelder auf und sagte, diese Zuschüsse seien sehr gering. Sie hat es nicht so dargestellt, als würde es sich um eine echte Hilfe handeln. Die Beraterin fragte mich, ob ich beide Lösungen (sowohl Kind bekommen wie auch Abtreibung) moralisch bedenklich finde. Ich war froh, daß ich nicht mehr krampfhaft nach einem Argument suchen mußte und hier nur noch zustimmen brauchte. So haben wir uns auf diese Antwort "geeinigt". Ich hatte nur Angst, daß die Beraterin mich auffordert, mich mal untersuchen zu lassen oder gleich dazubleiben (zur Abtreibung). Da es kurz vor Weihnachten war, erklärte ich ihr meinen Wunsch, die Ferien in Münster zu verbringen, was zur Abwechslung auch den Tatsachen entsprach. Daraufhin hat sie mir die Pro-Familia-Adresse von Münster herausgesucht und nannte einen Arzt und eine Ärztin, die Abtreibungen durchführen würden. Ich sollte mich darüber aber erst näher bei "Pro Familia" in Münster erkundigen.

Danach gab sie mir einen Kostenerstattungs-Antrag, denn Abtreibung wird in Hessen von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Wie es bei der Debeka (meiner Krankenversicherung) ist, wußte sie nicht. Ich fragte, wie die Sache abläuft. Eine ambulante Abtreibung kostet 450 DM und erfolgt mit örtlicher Betäubung. Nach 2-3 Stunden könne ich wieder nach Hause gehen. Bei Vollnarkose dauere alles 4-5 Stunden mit 3 Tagen Aufenthalt im Krankenhaus. Das gäbe es aber nur bei wenigen Kliniken in Hessen. Die Beraterin empfahl mir die ambulante Abtreibung auch deshalb, weil es hier weniger "Papierkrieg" gibt und die Anonymität gewahrt wird.

Sodann sagte die Beraterin, ich solle zum Sozialamt gehen und fragen, wie es mit der Kostenerstattung sei. Sie nannte eine Sachbearbeiterin, die diskret (verschwiegen) sei und nicht gleich eine Akte anlegt. Falls ich irgendwann mal Sozialhilfe beantragen müsse, stehe die Abtreibung nicht in meiner Akte. Ein solcher Aktenvermerk sei zwar nicht schlimm - aber vielleicht möchte man die Sache lieber anonym halten.

Zum Mitspracherecht des Partners sagte die Beraterin lediglich, es sei ungünstig, wenn der Kindsvater keine Abtreibung wolle. Man könne sich bei der Betreuung abwechseln, falls man das Kind bekommt. Dann erklärte sie mir noch, daß eine Schwangerschaft normalerweise ab dem Tag der Befruchtung gerechnet wird. "Pro Familia" rechne ab dem 1. Tag der letzten Periodentage, also 2 Wochen mehr. (Das bedeutet im Klartext: die Frau hat bei der 3-Monats-Frist 2 Wochen weniger Zeit zum Überlegen!).

Insgesamt war die Beratung nicht darauf angelegt, mir Hilfen aufzuzeigen oder mich zu ermutigen, das Kind zu bekommen. Mögliche finanzielle Unterstützung nannte mir die Beraterin nur auf meinen ausdrücklichen Wunsch, wobei sie betonte, das seien viel zu wenig Hilfen.

Mir kam es so vor, als ob die Anonymität das Wichtigste an dem ganzen Vorgang sei. Warum dies, wenn Abtreibung doch angeblich so gut und rechtmäßig ist? Die Abtreibung und das Kind hat sie nur als "es" umschrieben.

Hinsichtlich meiner Freundin war die ganze Aktion umsonst: sie hat mir nicht geglaubt, daß man heute sehr einfach abtreiben kann. Ihrer Meinung nach war mein Erlebnis nur ein "Einzelfall". Für mich war diese Beratungs-Erfahrung natürlich sehr aufschlußreich.

Quelle: Komm-Mit - Eine Zeitschrift für aktive Christen Nr. 1/97 vom 27.03.97, S. 5/6

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