Gedenken an Pfarrer Weißelberg am Totensonntag 2006 im Augustinerkloster Erfurt |
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von Peter Hild |
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Dies geschah aus Protest gegen die gutmenschelnde Gesellschaftsträumerei und selbstvergessene Haltung mancher Oberen der Evangelischen Kirche und dem sich unwidersprochen in Deutschland ausbreitenden Islam. Brüsewitz war am hiesigen, bis 1993 existenten Predigerseminar von 1964-70 ausgebildet worden, bevor er sich am 18. August 1976 als öffentliches Zeichen gegen die Kollaboration seiner Kirche mit der SED-Diktatur auf dem Marktplatz von Zeitz angezündet hat und als lebende Fackel von der Superintendentur zum Haus der SED-Parteizentrale gegangen ist. Die Mahnenden im Alter von 3 bis 78 Jahren, die sich per Elektropost informierten, motivierten und zumeist erstmals am 26. November trafen - teils aus dem Personenkreis der "Jungen Konservativen" (siehe: www.junge-konservative.de) und von Studentenverbindungen kommend -, legten am Bauzaun der derzeit wiedererstehenden Bibliothek Blumen und Gebinde nieder. Kerzen wurden zum Gedächtnis entzündet und eine Andacht mit Pfarrer Dr. Thomas Seidel in der Augustinerkirche gehalten. Der Organisator verlas eine Bibelstelle aus Matthäus 17,5. Ein schriftliches Zeugnis des toten Pfarrers wurde interessierten Besuchern zur Information in die Hand gedrückt. Der Kurator des Klosters, Lothar Schmelz, war an der Stätte ebenfalls um ein würdiges Gedenken bemüht. Hier war der Katholik Martin Luther vor einem halben Jahrtausend zum Priester ordiniert worden. (Im Mai 2007 findet die 500-Jahrfeier von Luthers Priesterweihe statt.) Bis zum Totensonntag erinnerte außer zwei verwelkenden Blumen am Bauzaun leider nichts an den Flammentod von Pfarrer Weißelberg und die 267 vor ihm an fast gleicher Stelle verbrannten Erfurter Bürger, die beim britischen Bombenangriff am 25. Februar 1945 im Keller der Bibliothek den Tod gefunden hatten. Allerdings wolle man dies nachholen, sobald die erste Zeit der Traumatisierung überwunden sei, entgegnete man uns. Es wurde angeregt, die Probleme, die Pfarrer Weißelberg in den Tod trieben, bei den "AugustinerGesprächen" im neuen Jahr zu thematisieren (jeden ersten Donnerstag im Monat um 19.15 Uhr in den altehrwürdigen Mauern). In der wunderschönen Begegnungsstätte (mit Übernachtungsmöglichkeit für 70 ? das Doppelzimmer; es gibt so viele Zimmer wie es zu Luthers Zeiten Mönche im Kloster gab) bietet sich ein "Weißelberg-Seminar" oder ein Seminar zum Thema "Islam in Deutschland" oder "Kirche und Islam" geradezu an. Die Evangelische Kirche sollte wissen, daß die Gruppe ihr nun umso mehr auf die Finger schauen und prüfen wird, ob und welche Konsequenzen aus dem Selbstmord Weißelbergs gezogen werden, oder ob man das nun aussitzt, bis Gras über die "lästige Angelegenheit" gewachsen ist. Man darf gespannt sein. Zum Reformationstag 2007 wird sich die Gruppe jedenfalls erneut im Augustinerkloster einfinden, um zum Gottesdienst am Morgen des 31. Oktober 2007 das Jahresgedenken an Pfarrer Weißelbergs Selbstverbrennung zu begehen. Wer sich anschließen möchte, sei heute schon herzlich dazu eingeladen! |