Die konservative Informationsbasis im Internet |
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von Wilfried Böhm Diesmal war es der Berliner "Tagesspiegel", der alarmistisch auf den Knopf drückte. Prompt begann der seit dem 68er Jahr eingeübte und gleichgeschaltete, politisch korrekte Medienverbund gemäß dem Reflexverhalten Pawlowscher Hunde laut zu bellen. Grund der Aufregung: Die Mehrheit unserer Offiziersstudenten habe ihre politische Position "rechts von der Mitte" und unterscheide sich damit völlig von anderen Studenten. Eine sozialwissenschaftliche Untersuchung hatte die politische Einstellung der Studenten an den Bundeswehrhochschulen mit der ziviler Universitäten verglichen. Dabei hätten sich 55 Prozent als "rechts der Mitte" stehend bezeichnet, und nur 13 Prozent rechneten sich zum linken politischen Spektrum. Als aufmerksamer Stichwortgeber lieferte der "Tagesspiegel" auch die politisch korrekte Gebrauchsanweisung für die bundesweite Kampagne mit. Er verknüpfte die "ausgeprägte Sympathie für national-konservatives Gedankengut" bei den Offiziersstudenten mit den vielzitierten Gewaltvideos, die von Bundeswehrsoldaten hergestellt worden waren und über die berechtigte Empörung herrscht. Obwohl die Video-Produzenten zweifellos von der allgegenwärtigen und hemmungslosen Gewaltdarstellung in den Medien verführt wurden, die seit langem gerade von Konservativen als die geistigen Urheber anzuprangern. Dieser aktuelle Fall eines unseriösen Kampagnenjournalisten ist Ausdruck der unsinnigen Rechts-Links-Schubladisierung, die sich an der Gesäßgeographie der französischen Nationalversammlung vor 200 Jahren orientiert und heute so überholt ist wie die Zustände, in denen sie einst als Orientierungsmuster dienen konnte. Sie erweist sich zunehmend als reaktionäres Instrument im Rahmen der Überlebensstrategie der Restbestände des Marxismus, der sich schon immer als Meister raffinierter Benennungstechnik erwiesen hat. Als Stichwortgeber der medienmächtigen 68er handeln diese Ewiggestrigen gemeinsam nach der Maxime: "Was rechts ist, bestimmen wir!" Obwohl die Nationalsozialisten sich selbst mehrheitlich als "links" verstanden, werden sie, alter antifaschistischer Kampftaktik folgend, "rechts" verortet und die Konservativen zusammen mit ihnen "rechts" schubladisiert. Auf diese Weise finden die Medienkonsumenten national-konservative Gedanken, die den Widerstandskämpfern gegen Hitler vom 20. Juli 1944 eigen waren, in derselben "rechten" Schublade vor wie die Agitation von Neonazis. Damit werden konservative Wertvortellungen diskreditiert, aus der Meinungsbildung ausgeschlossen und die Demokratie eines wichtigen pluralistischen Grundelements beraubt. Vor diesem Hintergrund wirft das Medienspektakel um 55 Prozent "rechter Offiziersstudenten" ein bezeichnendes Bild auf den Zustand unserer Demokratie. Ergab doch eine Befragung von Redakteuren, da? sich 51,2 Prozent von ihnen als links-liberal, sozialdemokratisch oder sozialistisch einstuften. Nur 15,3 Prozent bezeichneten sich als christlich, konservativ oder rechts-liberal. Wie wirkt sich das auf den Zustand der Demokratie aus? Fest steht: Macht über Menschen hatten in der Industriegesellschaft jene, die Verfügungsgewalt über die Produktionsmittel besaßen. Diese Macht wurde zunehmend ausbalanciert. In der Informationsgesellschaft liegt Macht über Menschen bei denen, die über die Informationsmittel verfügen. Hier ist von Balance bisher nichts zu erkennen. Im Blick auf die Bundeswehr gibt es keinen Zweifel daran, da? sie den Primat der demokratisch legitimierten Politik voll respektiert. Sie hat in den vergangenen Jahrzehnten entscheidend dazu beigetragen, daß die Freiheit bewahrt und der Kommunismus schließlich zusammenbrach. Aber genau das ist für manchen ein Ärgernis ... | ||||||