Ein Brief des MfS Dresden nach Berlin, der die Leistungsfähigkeit der
DDR- Produktionswirtschaft erkennen läßt: "Bezirksverwaltung für
Dresden, den 30.10.1986, Staatssicherheit Dresden, Leiter Ministerium für
Staatssicherheit, Sekretariat Gen. Minister Gen. Generalmajor Carlsohn, Berlin.
Entsprechend der Weisung des Genossen Minister am 23.10.1986 im Ferienheim des
MfS ,Am Lugstein' zu überprüfen, warum die im Ferienheim installierten
WC-Sitze nach dem Hochklappen nicht in dieser Stellung verbleiben, sondern zurückfallen,
habe ich entsprechende Untersuchungen veranlaßt.
Bei dem beanstandeten WC-Sitz handelt es sich um ein Produkt des VEB Preßwerk
Ottendorf- Okrilla unter der Bezeichnung Modell 14010 zum EVP von 18,60 Mark.
Dieses Modell wird seit 1978 mit einem Produktionsvolumen von jährlich 200
000 Stück hergestellt. Daneben werden weitere 16 Modelle produziert. Aus
materialökonomischen und fertigungstechnischen Gründen wurde das
Modell 14010 mit einem Filmscharnier ausgestattet, was zum Wegfall des herkömmlichen
Scharniers und zu einer Materialeinsparung von 500 g Plastgranulat pro Sitz führte.
Diese Fertigungsart entspricht bei Beachtung der Montageanleitung, die jedem
WC-Sitz beiliegt, den Qualitätserfordernissen. Bei dem Modell 14010 sind,
wie in der Montageanleitung vorgeschrieben, die Biegestellen des Filmscharnieres
vor Montage des WC-Sitzes mehrmals so weit wie möglich nach beiden Seiten
zu bewegen. Dadurch wird die volle Funktionstüchtigkeit des WC-Sitzes
hergestellt. Beim Anbringen der WC-Sitze im Ferienheim ,Am Lugstein' wurde die
Montageanleitung nicht beachtet, so daß es zu dem festgestellten Mangel
kam. Ich habe die notwendigen Veränderungen veranlaßt. Seit 1986 wird
der WC-Sitz bei veränderter Formgestaltung unter der Bezeichnung Modell
14010/2 produziert. Bei diesem Modell wird das Filmscharnier doppelt ausgeführt,
was ein Zurückklappen von Brille und Deckel ausschließt." |