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pingreen.gif 1 KB 42.000 Stasi-Agenten wieder fest etabliert

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Zeitung für die Opfer der kommunistischen Diktatur in der DDR

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(links im Bild: Hvd-Präsident Gerhard Löwenthal)

von Georg Bensch

Sie lebten nie in Angst, waren kaum arbeitslos und hatten zu keiner Zeit Geldsorgen. Das größte Kapital war ihr Wissen und waren ihre guten Verbindungen. Gemeint sind die früheren Mitarbeiter des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit (MfS). Die meisten SSD-Leute haben die deutsche Wiedervereinigung unbeschadet überstanden. Viele profitierten von ihren Erkenntnissen und nicht wenige sitzen heute schon wieder in Schaltstellen der Macht. Gut informierte Kreise wollen wissen, daß sich allein von den ehemals 100 000 Mitarbeitern des MfS nahezu wieder 42 000 fest in Politik, Wirtschaft und Verwaltung etabliert haben.

Es ist bemerkenswert: Viele ehemals hauptamtliche Mitarbeiter des MfS sind heute im sogenannten privaten Bewachungsgewerbe beschäftigt. In Sicherheitskreisen spricht man von etwa 9600 Personen, die zur Bewachung von Objekten der Wirtschaft, der Behörden und Privathäuser eingesetzt sind. Ebenso beschäftigen die Detekteien, Auskunfteien und Inkassobüros nicht wenige "Schnüffler" aus der Stasi-Branche. Und ehemalige Offiziere des MfS arbeiten heute als Kaufhaus-Detektive oder gründeten eigene Detekteien. Aber auch Versicherungsgesellschaften sollen nicht wenige frühere Stasi-Leute als Vertreter beschäftigt haben. Ein Branchenkenner schätzt, daß heute etwa 400 ehemalige SSD-Angehörige in Deutschland Versicherungen verkaufen. Aber auch das sollte man wissen: Am sorglosesten überstanden die Spitzenkader des MfS die deutsche Wiedervereinigung. Sie rotteten sich zu einem sogenannten Insiderkomitee zusammen und leben von Geldern, deren Herkunft nur vermutet, bis heute aber nicht ermittelt werden konnte. Denn aus dem ehemaligen 60-Milliarden-Stasi-Vermögen bleiben bis heute viele Milliarden verschwunden.

Es ist Fakt: Sie machen heute das große Geschäft mit dem Geheimnis! Verschwiegen darf aber auch das nicht werden: Mindestens 800 Mitarbeiter des ehemaligen Staatssicherheitsdienstes der DDR sollen im Herbst 1989 zum Bundesnachrichtendienst (BND) übergelaufen oder gezielt abgeworben worden sein. Und es ist nicht auszuschließen, daß bisher noch unentdeckte Agenten des ehemaligen Ministeriums für Staatssicherheit der DDR von ausländischen Nachrichtendiensten übernommen und wieder gegen die Bundesrepublik Deutschland eingesetzt werden. So ist es längst kein Geheimnis mehr, daß nicht wenige ehemalige MfS-Agenten heute für die russischen, polnischen, bulgarischen, aber auch iranischen Nachrichtendienste beschäftigt sind. Allein 1994 wurden durch den Generalbundesanwalt 1231 Ermittlungsverfahren wegen des Verdachtes geheimdienstlicher Agententätigkeit eingeleitet. Der Stasi-Sumpf ist also noch lange nicht trockengelegt!

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