Logo der Deutschland-Bewegung

Die konservative Informationsbasis im Internet

zurück zum Inhaltsverzeichnis

EPOCHE Nr. 148
MIT UMWELTFORUM
EPOCHE UND UMWELT
Ideenmagazin und "Argumente- und Informationsmagazin für Meinungsführer und Multiplikatoren" nannte Manfred Wörner (NATO-Generalsekretär 1988-94) die EPOCHE - Ideen von heute sind Taten von morgen - 148 - 07-2001 - 26. Jahrgang

(...) Ein führender Mandatar der Linken im Europäischen Parlament hat übrigens klar in einer Ausschußsitzung erklärt, das Ziel der Politik sei die Abschaffung der Familie. Er hat dies damit begründet, diese habe durch die Stellung der Eltern eine »autoritäre Struktur«. Sie müsse daher verschwinden, wenn man eine demokratische Welt schaffen wolle. Die Geschichte zeigt, daß die Zerstörung der Familie den Extremismus und das Ende einer echten Autorität fördert. Diese ist nämlich ein Element der Freiheit. Der Ersatz natürlicher Strukturen durch staatliche Behörden führt fast immer zum gesellschaftlichen Chaos. Werden die Eltern in der Erziehung der Kinder durch Beamte ersetzt, wie es die Gegner der Familie wünschen, ist dies die Vorbereitung für totalitäre Systeme. Man hat das bereits beim Nationalsozialismus erfahren. (...)

Bild von Otto von Habsburg
Otto von
Habsburg

Nadel, grün

Die Zukunft der Familie

Wie man die Entscheidungsträger des Staates dazu bringen könnte, der Bedeutung der Familie gerecht zu werden - Die einzig richtige Art der Demokratie wäre, daß der Mensch ab Geburt das Wahlrecht erhält

von Otto von Habsburg

In letzter Zeit wird die Familie immer mehr von Massenmedien als vermeintlich nicht mehr in die Gegenwart passende Form des Gemeinschaftslebens betrachtet. Eine Gesetzgebung, die die Familie zunehmend gefährdet, greift um sich, und die Zahl der so genannten familienähnlichen Gemeinschaften von gleichgeschlechtlichen Personen wird in vielen Kreisen als selbstverständlich angesehen.

Ein führender Mandatar der Linken im Europäischen Parlament hat übrigens klar in einer Ausschußsitzung erklärt, das Ziel der Politik sei die Abschaffung der Familie. Er hat dies damit begründet, diese habe durch die Stellung der Eltern eine »autoritäre Struktur«. Sie müsse daher verschwinden, wenn man eine demokratische Welt schaffen wolle. Die Geschichte zeigt, daß die Zerstörung der Familie den Extremismus und das Ende einer echten Autorität fördert. Diese ist nämlich ein Element der Freiheit. Der Ersatz natürlicher Strukturen durch staatliche Behörden führt fast immer zum gesellschaftlichen Chaos. Werden die Eltern in der Erziehung der Kinder durch Beamte ersetzt, wie es die Gegner der Familie wünschen, ist dies die Vorbereitung für totalitäre Systeme. Man hat das bereits beim Nationalsozialismus erfahren.

Die Verteidiger der Familie befassen sich vor allem mit wirtschaftlichen Aspekten. Es ist in der Tat unleugbar, daß die Familie eine größere wirtschaftliche Belastung für die Einzelnen darstellt als die verschiedenen familienähnlichen Formen zwischen Gleichgeschlechtlichen. Letztere haben nicht die Kosten der Kinder. Sie können alles, was sie verdienen, für sich selbst verwenden.

Soziologische Studien haben beispielsweise gezeigt, daß Homosexuelle und Lesbierinnen öfter in teuere Speiselokale gehen und dort ihr Geld ausgeben, als diejenigen, die eine Familie zu erhalten haben. Ebenso ist beim Fremdenverkehr festzustellen, daß gerade bei den luxuriösen Orten die Werbung sich immer mehr an gleichgeschlechtliche Gemeinschaften wendet. All dies zeigt, daß die Zerstörung der Familie dem individuellen Egoismus in die Hände spielt und zu einem neuen wirtschaftlichen Ungleichgewicht in der Gesellschaft führt. Dabei sind die Familien für die Erhaltung der Gesellschaft lebenswichtig. Sie sichern die Kontinuität - besonders auf einem Erdteil wie Europa, der durch das Aussterben bedroht ist und daher alles tun müßte, um das Niveau der eigenen Bevölkerung zu erhalten.

Zuletzt entscheidend für das Problem der Familie ist deren Stellung in der Gesellschaft. Wir leben in einer demokratischen Entwicklung. In dieser hat das Wahlrecht einen entscheidenden Einfluß. Gleichgeschlechtlich veranlagte Menschen sind im allgemeinen politisch aktiver als die normalen Familienmitglieder, weil sie auch viel mehr Zeit für gemeinschaftliche Tätigkeit zur Verfügung haben, was wiederum ihren Einfluß steigert.

In der Entwicklung hin zur Demokratie müßte das Ziel sein, daß die Gesamtbevölkerung richtig vertreten sei. Man hat dies auch mit Einführung des allgemeinen Wahlrechts versucht das allerdings am Anfang nur auf die Steuerzahler beschränkt war. Nachdem diese Diskriminierung verschwunden war, gab es noch immer den Ausschluß der Frauen. Glücklicherweise ist das auch vorbei. Allerdings besteht noch immer ein nicht zu unterschätzender Teil der Bevölkerung, der von der Demokratie ausgeschlossen ist, nämlich die zu jungen Männer und Frauen.

Man spielt noch immer mit dem Wahlalter, anstatt ehrlich zu erkennen: Die einzig richtige Art der Demokratie wäre, daß der Mensch ab Geburt das Wahlrecht erhält, das ihm als Bürger zusteht. Natürlich kann das Kind dies am Anfang nicht ausüben. Daher sind die Eltern berufen - wie bei vielen anderen Rechten - auch das Wahlrecht für die Dauer der Minderjährigkeit stellvertretend auszuüben. Das müßte gerade auch für die politischen Rechte der Fall sein. Dies wäre um so berechtigter, als ein Kind fast größere Interessen an der Zukunft hat als alte Personen. Es wäre logisch, gerade die Eltern mit dieser Aufgabe zu betrauen, weil diese die größte Wahrscheinlichkeit bieten, daß sie im Sinne ihrer Kinder handeln werden.

Die Folge dieser Anerkennung würde sehr bald fühlbar sein. Für viele Mandatare würde die Familie aufhören, eine Randfrage zu sein, weil sie mehr Stimmen hat. Das hätte schlagartig zur Folge, daß die Politiker sich nicht nur verstärkt um die Familie kümmern würden, sondern auch in ihrer Gesetzgebung nicht auf jene Stimmen hören würden, die die Familien zerstören wollen.


zurück zum Inhaltsverzeichnis Politische Bildung und Information Zähler