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Fragt Wilfried Böhm, der in seiner EPOCHE-Glosse über
die heiteren Seiten der deutsch-englischen Sprachvermischung berichtet
Eine Art »Sprachpolizei« macht mobil: Innerhalb von gut
zwei Jahren sind zehntausend Mitglieder dem Verein Deutsche Sprache
e.V. (VDS) beigetreten, der von dem Professor für Wirtschafts-
und Sozialstatistik an der Universität Dortmund, Walter Krämer,
brillant und einfallsreich geführt wird. Krämer, der im
Piper Verlag ein Populäres Lexikon unter dem Titel Modern
Talking auf Deutsch herausbrachte, hat keine Scheu, bei all denen
anzuecken, die ihre mitunter nur in Spurenelementen vorhandene
Intelligenz durch den Gebrauch von Anglizismen veredeln wollen, um
ihren Mitmenschen gegenüber modern, global und bedeutend zu
erscheinen.
Wenn die deutsche Sprache zu »Denglisch« oder »Engleutsch«
mutiert und die eigene Kultur verleugnet wird, nennt Krämer dies
ganz unwissenschaftlich, aber herzhaft-direkt »affig«. Ein
Beispiel aus Walter Krämers Buch: Die Werbung einer Parfümeriekette
»Come in and find out« interpretiert er als »Aufforderung
zu einem Geschicklichkeitsspiel für die Kunden: Wer zuerst aus
dem Laden wieder herausfindet, hat gewonnen. Der Tagessieger erhält
zwei Proben Duft der großen weiten Welt und darf sieben Jahre
kostenlos den After shaven«.
Der Fimmel treibt urkomische und blamable Blüten selbst beim
bischöflichen Jugendamt in Speyer. Die Diözese wirbt für
ihr ökumenisches Christfest 2000 mit der flotten
Schlagzeile »The Great Ding Dong« womit offensichtlich der
Dom und seine Glocken gemeint sind. Englisch-Slang-Kenner weisen
freilich darauf hin, daß der Ausdruck »Ding Dong« auch
die umgangssprachliche Umschreibung für ein bestimmtes männliches
Körperorgan sein kann. Die vorherige Großveranstaltung
hatten die vermeintlich fortschrittlichen Katholiken übrigens »Spirit
`n Fun« genannt. Die Übersetzung »Spiritus und Spaß«,
wie falsch auch immer sie sein mag, träfe dennoch den Nagel auf
den Kopf, denn die Landplage Engleutsch-Denglisch ist nur noch mit
Alkohol zu ertragen. |