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Cato: Sozialisten-Nachhut
- der fleischgewordene Zeitgeist (...) Wer sich die Medien
hier betrachtet, dem muß himmelangst werden! Ein Blick zurück
erklärt die Gründe für diesen Anachronismus. 1989 brach
krachend in sich zusammen, was ein relevanter Teil unserer »fortschrittlichen«
Medienelite als ihr Ideal angesehen hatte. Manche sprachen es sogar
offen aus: der andere deutsche Staat, das war der »bessere Staat«,
die Geschichte, so hatten sie es in den Seminaren bei Abendroth und
Konsorten gelernt, würde dies auch beweisen. Nun standen sie vor
dem Scherbenhaufen des Pleitestaates und zugleich vor dem
Scherbenhaufen ihrer Ideologie. Aber: »Unrecht hat im Zweifel
nicht die Idee, sondern die Wirklichkeit, deren Lügenhaftigkeit
es zu entlarven gilt«, meinte im Spiegel Reinhard Mohr,
der einst selbst zur Frankfurter Sponti-Szene um Joschka Fischer gehörte.
Und mit Blick auf jene Revolutionstage 1989: »Die Linke lief der
Zeit hoffnungslos hinterher. Schuld war, na klar, die Zeit.«
Daran hat sich bis heute nichts geändert, und so stehen sie heute
im mosernden Abseits, die Wachsfiguren im Revolutionsmuseum, die Jens,
Grass, Habermas usw. - jene, die seit 30 Jahren in einer politischen
Denkstarre verharren.(...) |