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Epoche Nr. 140

MIT UMWELTFORUM
EPOCHE UND UMWELT

Ideenmagazin und "Argumente- und Informationsmagazin für Meinungsführer und Multiplikatoren" nannte Manfred Wörner (NATO-Generalsekretär 1988-94) die EPOCHE - Ideen von heute sind Taten von morgen

140/QII/1999/23. Jahrgang

Saubere Luft: Der Bau neuer Kraftwerke und technische Verbesserungen der alten verringern im Gebiet der früheren DDR den Ausstoß von Schadstoffen und Staub zum Teil bis auf ein Prozent der Werte von 1989

Nadel, grün

Neue Bundesländer: Modernisierung fördert Gesundheit

EPOCHE-UND-UMWELT-KURZBERICHT

Die Modernisierungs- und Neubaumaßnahmen der Energiewirtschaft in den neuen Bundesländern zeigen Wirkung: Emissionen aus den Braunkohlekraftwerken wie Staub, Schwefel und Stickoxide haben drastisch abgenommen. Die Menschen können wieder aufatmen, die Natur erholt sich sichtbar.

In ihrer vierzigjährigen Geschichte entwickelte sich die im Vergleich zu anderen Ländern kleine DDR zum größten Braunkohleproduzenten der Welt. Nicht zuletzt deshalb auch nahm sie eine unrühmliche Spitzenposition als Umweltverschmutzer ein. Nach der Devise »Der Sozialismus braucht Energie« wurde bewußt und zwangsläufig Raubbau an der Natur betrieben und die Luft hemmungslos verpestet.

Auf Seiten der Stromerzeuger lag man im Osten Deutschlands mit einem Kraftwerkswirkungsgrad von 29 Prozent um ein Fünftel niedriger als in den alten Bundesländern. Rauchgasreinigungsanlagen für Schwefeldioxid und Stickoxide fehlten fast vollständig. Nur im Heizkraftwerk Klingenberg in Berlin wurde entschwefelt. Eine Versuchsanlage für Schwefeldioxid gab es noch im - heute stillgelegten Braunkohlekraftwerk Vetschau bei Lübbenau.

Mit .5,4 Millionen Tonnen Schwefeldioxid emittierte die DDR 1987 mehr als die damalige alte Bundesrepublik und Frankreich zusammen. Die Werte entsprachen dem Zehnfachen der Emissionen je Einwohner in den alten Bundesländern. Noch schlechter bestellt war es um die Staub-Emissionen, die mit weit über 100 Kilogramm je Einwohner und Jahr nahezu das Zweihundertfache gegenüber den alten Bundesländern ausmachten. Die - auch als Industrie, Verkehr und Haushalten stammenden - Belastungen führten vor allem in exponierten Gebieten wie Zeitz, Weißenfels, Merseburg, Halle, Leipzig, Bitterfeld, Borna, Erfurt und Weimar zu schwerwiegenden Beeinträchtigungen an Mensch und Natur.

Die Modernisierungen ab 1990 führten zur schrittweisen Verringerung der Belastung. Die Luft wird von Jahr zu Jahr sauberer, das Leben gesünder. Vor allem die Staubemissionen nahmen rasch ab. So sank der Ausstoß aus Kraftwerken des überregionalen Stromversorgers VEAG auf ein Prozent des Wertes von 1989 - ein großer Gewinn für die Menschen.

Den durchgreifendsten Erfolg innerhalb des Modernisierungsprogramms erzielte der Neubau von Braunkohlekraftwerken mit hohen Wirkungsgraden, hoher Brennstoffausnutzung und geringem Schadstoffausstoß. Beispiele sind Schkopau, Schwarze Pumpe und Lippendorf. Sowohl hier als auch bei den längerfristig weiterzubetreibenden Altanlagen zählt die Rauchgasentschwefelung zu den wichtigsten Umwelteinrichtungen. Sie scheidet außer Schwefeldioxid auch die Halogene Chlor und Fluor nahezu vollständig aus und erzeugt als Nebenprodukt Gips für die Bauindustrie. Neue Automatisierungs- und Emissionsmeßtechniken sowie eine Fülle weiterer Verbesserungen wirken sich zusätzlich positiv auf die Öko-Bilanz aus.

Das Modernisierungsprogramm der Energiewirtschaft in den neuen Bundesländern ist weit vorangekommen - die Veränderungen haben bei Mensch und Natur zu deutlichen Verbesserungen geführt. Es dient nicht nur der Versorgung der Bevölkerung, sondern vor allem auch ihrer Gesundheit.


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