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Arnold Walterscheid erinnert an Forschungen von Helmut Schoeck In allen Völkern und Kulturen kennt man den Neid doch sind die Unterschiede in der Auseinandersetzung mit diesem Urgefühl sehr verschieden. In Amerika ist der Neid oft ein Ansporn zu mehr Leistung. Man strebt danach, mit dem Beneideten gleichzuziehen und strengt sich besonders an, um diesem Ziel näherzukommen. In vielen anderen Ländern hat der Neid jedoch wirtschaftlich negative Auswirkungen. Wie Helmut Schoeck auch anhand von völkerkundlichen Daten und Fakten nachgewiesen hat, erschöpft er sich häufig in der »Lust, beim anderen etwas zerstört zu sehen, ohne es dadurch selber zu bekommen«. Aktuelle Beispiele dafür gibt es in ehemals kommunistischen Staaten, in denen die jahrzehntelange marxistische Propaganda nachwirkt und Ungleichheit von Teilen der Bevölkerung als unzulässig abgelehnt oder bekämpft wird. Gesellschaften mit einem sozialen Klima des Neides und der Mißgunst sind zum wirtschaftlichen Niedergang verurteilt. Denn gerade der leistungsfähigste Teil der Bevölkerung kann sich unter solchen Voraussetzungen nicht entfalten. Es entstehen »Neidvermeidungsstrategien mit dem Ziel, wenigstens äußerlich ein Bild der Gleichheit herzustellen, Auf besondere Leistungen und herausragende wirtschaftliche Erfolge wird dann oft verzichtet, um nicht zu sehr zum Haßobjekt der Neider zu werden. Konfiskatorische Steuern sind Ausdruck einer vom Neid geprägten sozialistischen Gleichheitspolitik. Wer sie betreibt, ist Gefangener seiner Gefühle und merkt oft gar nicht, wie sehr er damit der Allgemeinheit, aber auch sich selbst Nachteile zufügt. Wer neidet«, urteilte Schoeck, »schadet sich selber am meisten, Er vergibt unzählige Chancen, vertagt viele eigene Leistungen, weil er sich statt dessen grollend und selbstbemitleidend mit dem beschäftigt, was andere, oft genug nur vermeintlich, schon haben oder sind. Er versäumt es, sich auf das ihm unmittelbar mögliche zu konzentrieren.« Um Schaden von jungen Menschen abzuwenden, sollte die Erziehung - wie Schoeck mit Recht forderte - die Einsicht vermitteln, »daß die Auseinandersetzung mit dem Neid eine individuelle Aufgabe ist und bleibt. Man kann nie früh genug lernen, daß Schicksalsvergleiche und Karrierevergleiche im Nachhinein sinnlos sind. Darüber zu brüten, hemmt nur. Das war bereits manchen Philosophen und Dichtern in der Antike bekannt... Die Verbreitung des Neides zeigt, wie wenig uns die heutige Industriegesellschaft von Vorstellungsweisen, von Hemmungen, von Vermutungen über den Mitmenschen befreit hat, die nach wie vor das Zusammenleben der Menschen in den Stammesgesellschaften der Naturvölker oder in den Dörfern wirtschaftlich zurückgebliebener Gebiete bestimmen. Das durch Neid gesteuerte Verhalten führt zu Leistungsfeindlichkeit,« Genau diese Leistungsfeindlichkeit ist heute eines der Hauptprobleme unserer Gesellschaft. Zum Teil hängt auch die hohe Zahl der Arbeitslosen damit zusammen - sonst wäre kaum erklärbar, daß Millionen Menschen aus Nicht-EU-Ländern in Deutschland Beschäftigung finden: für Arbeiten, die die Deutschen nicht zu leisten bereit sind. Der weit verbreitete Mißbrauch unserer Sozialsysteme, der den ganzen Wohlfahrtsstaat immer unbezahlbarer macht, ist ebenfalls eine Folge der Leistungsfeindlichkeit vieler Menschen. So wirkt sich »die Politik jener aus, die auf Nivellierung hinarbeiten, um sich einer utopischen Gleichheit aller wenigstens schrittweise zu nähern. Utopien, die eine Gesellschaft herbeiführen wollen, in der es kaum mehr Unterschiede... gibt, sind bereit, Leistungsverluste in Wirtschaft, Wissenschaft und freiberuflichem Leistungsangebot hinzunehmen - wenn nur das Ideal der Gleichheit damit angestrebt wird. In diesem Fall ist der Neid, der sich als allgemeine Nivellierungspolitik in Form stark progressiver Einkommensteuern institutionalisiert, mitverantwortlich für eine unzulängliche Ausschöpfung des Potentials einer Bevölkerung und ihrer Begabungen.« Damit hat Helmut Schoeck wissenschaftlich belegt, welche psychologischen Wurzeln progressive Steuern haben und wie sich die Bestrafung von Leistung auswirkt. Mehr Gleichheit führt zwangsläufig zu weniger Leistung - zum Schaden aller. Nur wenn sich Leistung lohnt, sind wir auf dem Weg zum Wohlstand für alle (Ludwig Erhard). |
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