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MIT UMWELTFORUM EPOCHE UND UMWELT
Ideenmagazin und "Argumente-
und Informationsmagazin für Meinungsführer und Multiplikatoren"
nannte Manfred Wörner (NATO-Generalsekretär 1988-94) die EPOCHE -
Ideen von heute sind Taten von morgen
133/QIII/1997/21. Jahrgang |
Inhalt:
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Lord
Peter Bauer: über Mythen und Legenden der Entwicklungshilfe
(...) Eine wesentliche Ursache dieser Fehlsteuerung liegt in einem
falschen, einem veralteten ökonomischen Denken. Es wird zu viel Geld an große
Bürokratien weitergereicht, die - gefangen in staatsdirigistischen
Vorstellungen - gar nicht in der Lage sind, Wirtschaftsprozesse richtig zu
verstehen und effiziente Leistungen hervorzubringen. Entwicklungshemmend wirken
sich auch die ideologischen Stereotypen der untergehenden marxistischen
Ideenwelt aus. Unternehmer, insbesondere Händler, werden in den
Entwicklungsländern häufig in einer negativen Rolle gesehen und als "kapitalistische
Ausbeuter" stigmatisiert. Dies verstellt den Blick auf die Tatsache, daß
es in erster Linie Privatinitiative und Innovationskraft von Unternehmen sind,
die ein Land voranbringen. (...) |
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Karl
Ludwig Bayer: Wann öffnet sich der Fallschirm? Läßt sich die
D-Mark retten?
(...) Der »Rückfall in die dreißiger Jahre«
drohe jenen, die ohne Euro in nationalstaatlicher Enge weiterwursteln wollten,
heißt es ferner. Also müßten wir demnach seit Gründung der
Bundesrepublik - fast ein halbes Jahrhundert lang - bereits in den tiefen
Dreißigern
stecken, ohne es bisher gemerkt zu haben. Herrjemine! Die Vernichtung der
D-Mark und die Zangengeburt des Euro seien notwendig, um unseren Export
voranzubringen, sagen die Fabel-Dichter. Der Umkehrschluß führt
folgerichtig zu der Annahme, daß der deutsche Export in den Keller gestürzt
sei und man ihn jetzt mit Hilfe von Superman Santer und seinen Brüsseler
Wunderheilern - unter Einsatz eines Euro-Energydrinks - retten müsse. (Tatsächlich
liegen die deutschen Ausfuhren, knapp hinter den amerikanischen, auf Platz 2 der
Weltrangliste; gemessen an der Größe des Landes ist Deutschland
Exportweltmeister - und das nicht mit dem Euro, sondern mit der guten alten
D-Mark.) (...) |
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Wilfried
Böhm: Deutschland ist demokratischer Nationalstaat - nicht multikultureller
Vielvölkerstaat
(...) Wer die Realität in Deutschland betrachtet, der weiß,
daß die ausländischen Zuwanderer nicht in der Absicht kommen,
Mitglied des Staatsvolks zu werden. Im Gegenteil, die Statistiken beweisen, daß
die deutsche Staatsangehörigkeit nach wie vor von der Mehrheit der ausländischen
Bevölkerung nicht gewünscht wird. Dennoch nehmen die Deutschen derzeit
viermal so viele Zuwanderer auf wie das klassische Einwanderungsland USA - ganz
abgesehen von den anderen europäischen Ländern, deren Bürger
fassungslos und zunehmend besorgt auf die Zuwanderung in die Bundesrepublik
Deutschland schauen. (...) |
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Viktor
E. Frankl: Gibt es lebensunwertes Leben? Was heißt »unheilbar krank«?
(...) Der Arzt als Arzt ist also gewiß nicht Richter über
Sein und Nichtsein der ihm anvertrauten oder gar sich selbst ihm anvertrauenden
kranken Menschen. Es steht ihm daher von vornherein nicht das Recht zu - und er
dürfte es sich auch niemals anmaßen - ein Urteil über den
angeblichen Lebenswert oder -unwert angeblich oder tatsächlich unheilbarer
Kranker zu fällen. Wohin würde es führen, wenn dieses »Recht«
(das er gar nicht hat) zu einem Gesetz erhoben würde (und sei es auch nur
einem ungeschriebenen): Mit dem Vertrauen der Kranken und der Angehörigen
zum ärztlichen Stande wäre es ein für allemal dahin! Denn nie wüßte
einer, ob ihm der Arzt noch als Helfer und Heiler naht oder bereits als Richter
und Henker. (...) |
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Thomas
Goppel: Globale Sicherheit - Der deutsch-französische Reaktor der Zukunft
(...) SPD und Grüne sprechen gerne von weltweiter sozialer
Verantwortung. Sie sind jedoch weit von jeglicher Realität entfernt, wenn
sie meinen, sich dieser Verantwortung mit einer Aufforderung auf Verzicht der
Kernenergie entledigen zu können. Im Gegenteil: Wir brauchen Forschung und
Nutzung der Kernenergie hier in Deutschland, damit wir unserer Verantwortung als
High-Tech-Industrieland auf dem Gebiet der kerntechnischen Sicherheit gegenüber
der Welt gerecht werden können. Deutschland kann und darf sich der von ihm
mitinitiierten Entwicklung einer globalen Sicherheitskultur nicht entziehen. Es
muß vielmehr sein Knowhow und seine Technik in diesen Prozeß in
noch stärkerem Maße, als das bisher möglich war, einbringen.
(...) |
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Otto
von Habsburg: Stabilität und Gleichgewicht im Fernen Osten
Es liegt genau dreißig Jahre zurück, daß einer der
erfolgreichsten Zusammenschlüsse von Nationen nach dem Zweiten Weltkrieg
entstanden ist, und zwar jene Gruppierung in Südostasien, die sich ASEAN
nennt. Gegenüber der Weltöffentlichkeit hat sie sich vor allem als
Wirtschaftsblock dargestellt, tatsächlich aber war das Hauptziel, die
eigene Region gegen Angriffe von außen - das hieß vor allem der
Marxisten - zu schützen. (...) |
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Jan
van Houten: Das konservative Zeitalter Amerikas - Geistige Vorarbeit - Impulse für
Europas Konservative
(...) In ihrer Anfangsphase war die konservative Erneuerung das
Werk von einigen Universitätsprofessoren, Schriftstellern und Journalisten,
die einander in den meisten Fällen nicht persönlich kannten, und die
oft auch mit den Arbeiten ihrer Gesinnungsgenossen nur spärlich, wenn überhaupt,
vertraut waren. Auch von einer einigermaßen einheitlichen Gedankenwelt
konnte in dieser Zeit keine Rede sein. Man hat sogar behauptet, daß das
einzige, was diese Pioniere verband, ihre Abneigung gegenüber dem
herrschenden Linksliberalismus war. Was an seine Stelle treten sollte - darüber
gingen die Meinungen weit auseinander. (...) |
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Thomas
Kielinger: Über die Arroganz der Macht im Euro-Europa
Der Karren wird vor das Pferd gespannt - Die Nervosität
steigt: Tandem der Zerfahrenheit - Die Europa-Idee wird verhunzt - Eine Rolle rückwärts
führt zu einem neuen Protektionismus. Als Jaques Chirac der französische
Präsident am 21 . April verkündete, er werde ein Jahr früher als
geplant Wahlen zur Nationalversammlung abhalten, also noch im Frühjahr
1997, bescheinigten ihm die Auguren politische Weitsicht von seltenem Format.
Wie klug, so hieß es, nicht im nächsten Jahr sich den Wählern zu
stellen, wenn die Unpopularität der Regierung Juppe ihren Höhepunkt
erreicht haben dürfte. Wie klug, sich heute schon das nötige Mandat zu
besorgen, damit man im nächsten Jahr, wenn es beim Euro zum Schwur komme,
nicht durch einen lästigen Wahlkampf von den eigenen großen Zielen
abgelenkt werde. |
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Botho
Kirsch: Russische ökologische Wüsten - Das Sowjet-System hat aus Rußland
ein Entwicklungsland gemacht
(...) Im Ergebnis sind große Teile Rußlands - ein
Siebtel seiner Landmasse - entweder radioaktiv verseucht oder ein ökologisches
Notstandsgebiet. Dementsprechend groß sind die Verluste an biologischer
Substanz. Die Zahl der Todesfälle übersteigt die der Lebendgeburten
fast um das Doppelte. Allein im vergangenen Jahr verlor Rußland eine halbe
Million Menschen. Die durchschnittliche Lebenserwartung der männlichen Bevölkerung
lag 1994 bei 57 Jahren. "Wir sind ein sterbendes Volk", klagte eine
große Moskauer Tageszeitung ... Im Ergebnis ist der lebenspendende Aral
See auf ein Viertel seines früheren Umfangs geschrumpft. Zurück blieb
eine ausgedehnte Salz- und Sandwüste voller Giftstoffe. Wirbelstürme
verteilen die Schmutz- und Salzfracht über die ganze Region bis hinüber
nach Norwegen und in den Kaukasus. Früher stand über dem See eine
Dunstglocke, die den Steppenwinden Einhalt gebot und das Klima günstig
beeinflußte. Ihr Verschwinden bewirkte einen bis in unsere Breiten spürbaren
Klima-Umschwung: brutheiße Sommer und eiskalte Winter. (...) |
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Hans
Koerper: Der Euro - Das größte Windei aller Zeiten
(...) Fast zwei Drittel aller Netto-Zahlungen an die EU hat
Deutschland in den vergangenen fünf Jahren aufgebracht. 1992-96 ergab dies
die Summe von 121.812 Millionen Mark, im Jahresdurchschnitt somit 24.362
Millionen. England zahlt jährlich 9.100 Millionen, die Niederlande 3.800
und Frankreich 3.500 Millionen Mark netto an die EU. Nutznießer als
Netto-Empfänger sind vor allem Griechenland, Spanien, Portugal und Irland.
Im deutschen Haushalt aber fehlen Jahr für Jahr 24 Milliarden Mark. (...) |
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Vedat
Kosal: Wie europäisch ist die Türkei?
(...) Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Viele Kinder
osmanischer Kaiser im 19. und 20. Jahrhundert waren äußerst
musikalisch, spielten mehrere Instrumente und komponierten. Die jüngeren
Generationen neigten zu klassischer europäischer Musik. Mit den Töchtern
von Sultan Adülmecid begann die musikalische Karriere osmanischer Damen.
Seine Tochter Fatma Sultan (»Sultan« heißt hier soviel wie
kaiserliche Prinzessin) war Schülerin des Italieners Guatelli, der den
Pascha-Titel verliehen bekam. Und eine Urenkelin von Abdülmecid, Kadriye
Sultan, arbeitete nach der Ausweisung aus der Türkei (3.3.1924) als
Klavierlehrerin in der Schweiz. Sie schrieb mehrere Werke für Klavier.
(...) |
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Angela
Merkel: Haftungsrecht statt Ordnungsrecht - Mehr Arbeitsplätze durch Ökologie
(...) Ich sähe es gerne, wenn viel mehr mit dem
Umwelthaftungsrecht gearbeitet würde. Dies bedeutet, daß man keine
Genehmigung benötigte, wenn ein Unternehmen die volle Haftung für
seine Produktion übernimmt. Der Staat könnte so auf viele Auflagen
verzichten. Das Haftungsrecht ist ein Instrument der markwirtschaftlichen
Ordnung. Ich würde es sehr begrüßen, wenn es stärker zum
Einsatz käme. Leider ist die Wirtschaft noch skeptisch gegenüber
solchen Überlegungen. Dies hat zur Folge, daß das Ordnungsrecht zunächst
so bleibt, wie es ist. Dabei kann man auf den Staat schimpfen - aber es bewegt
sich wenig. (...) |
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Gerard
Radnitzky: Erst die Idee, dann die Tat: Mehr Markt, mehr Freiheit, mehr Leistung
(...) Jahrzehntelang haben im Westen die elektronischen Medien, die
Kirchen sowie viele Lehrer und Kulturschaffende Desinformation über den
sogenannten »Kapitalismus« verbreitet. Wenn es gelänge, der Bevölkerung
ein besseres Verständnis der freiheitlichen Wirtschafts- und
Gesellschaftsordnung zu vermitteln, ließe sich eine geistige »Entsozialdemokratisierung«
vorantreiben. (...) |
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Edmund
Stoiber: Warum bestehen wir auf einer stabilen Währung?
(...) Die D-Mark ist die Lebensleistung der Menschen in
Deutschland nach dem Zusammenbruch des Zweiten Weltkrieges. Sie ist untrennbar
mit dem deutschen Wirtschaftswunder verbunden und zum Symbol für
wiedergewonnenes Ansehen und Wohlstand geworden. Die harte D-Mark hat das Trauma
überwunden, das der Verlust sämtlicher Ersparnisse als Folge von zwei
Zusammenbrüchen in diesem Jahrhundert verursacht hat. Wer die harte D-Mark
durch einen weichen Euro ersetzt, wer aus der Währungsumstellung eine Währungsreform
macht, zerstört das Vertrauen der Bürger in die Politik und beschädigt
damit die deutsche Demokratie. (...) |
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Walter
Vill: Flughafen München - der weiße Flughafen im Grünen
Am Flughafen München wird die Balance zwischen ökonomischen
und ökologischen Erfordernissen gewahrt Kein zweiter deutscher
Verkehrsflughafen mußte vor seiner Inbetriebnahme so hohe
Umweltschutzauflagen erfüllen - Fünf Jahre nach der Flughafeneröffnung
zeigt sich, daß der angestrebte Ausgleich zwischen den wirtschaftlichen
Anforderungen und den Ansprüchen an eine umweltverträgliche
Betriebspraxis geglückt ist. (...) |
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Arnold
J. J. Walterscheid: Mehr Arbeitsplätze durch Entlastung der Unternehmen
(...) Die Wirtschaft als Eintreiber wettbewerbsverzerrender Steuern
zu mißbrauchen, paßt nicht zu einem freiheitlichen demokratischen
Sozialstaat unserer Zeit. Verständlicherweise wehren sich die Verbraucher
dagegen und kaufen lieber zu Preisen, in denen weniger Steuern enthalten sind.
Deshalb weichen sie in Schwarzarbeit und Schattenwirtschaft aus. (...) |
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Christian
Watrin: Ein Europa der Konflikte: Die Abschaffung der D-Mark und das
Vabanque-Spiel mit dem Euro
»Die Währungsunion wäre für Chirac und Kohl die
eleganteste Methode, die Deutsche Bundesbank loszuwerden«, sagte mir Andre`
Kostolany vor kurzem. Beide wollen die Entmachtung der Bundesbank, wenn auch aus
unterschiedlichen Gründen. Die Franzosen fühlen sich von dieser mächtigen
deutschen Institution bevormundet, während der Kanzler wohl in erster Linie
an seinen großen Traum von einer Europäischen Politischen Union denkt
und alle Zeichen nationaler Souveränität beseitigt sehen will. Doch
kann es eine Währungsunion ohne Politische Union überhaupt geben?
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Epoche
und Umwelt: Der Auto-Antrieb der Zukunft - bald ein Export-Schlager
(...) Wenn die Zahl der Autos weltweit von Jahr zu Jahr weiter wächst,
kann die Lösung des Problems der Schadstoffemission nur in intelligenter
Technologie liegen. Der Mensch hat die moderne Industriegesellschaft geschaffen
und er ist auch in der Lage, mit ihren Folgen fertigzuwerden. Nicht der Verzicht
auf das Auto ist eine sinnvolle Antwort auf die Herausforderungen des modernen
Verkehrs, sondern der Bau neuer, schadstoffarmer oder emissionsfreier Fahrzeuge.
Mit dem NEBUS-Konzept weist Deutschland den Weg in die Zukunft. Die Räder
werden elektrisch angetrieben, doch an die Stelle der problematischen
Stromspeicherung in herkömmlichen Elektrofahrzeugen tritt die
Stromerzeugung im Fahrzeug selbst. Vereinfacht ausgedrückt: Aus Wasserstoff
wird Strom gewonnen, jedoch auf direktem Weg - ohne den früher notwendigen
Umweg über einen Explosionsmotor. (...) |
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Epoche
und Umwelt - Naturmethode: Wie Zimmerpflanzen Formaldehyd entgiften
(...) In den Blättern der Pflanzen konnte ein Eiweißstoff
nachgewiesen werden, der Formaldehyd in ungiftige Naturstoffe wie Aminosäuren
und Zucker umwandelt. Damit ist es den GSF-Wissenschaftlern am Institut für
Biochemische Pflanzenpathologie und am Institut für Inhalationsbiologie
erstmals gelungen, den Mechanismus aufzuklären, wie Formaldehyd durch
Pflanzen entgiftet wird. (...) | |