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Lord Peter T. Bauer, Professor für Volkswirtschaft in London, zählt
zu den scharfzüngigsten Kritikern der Ineffizienz westlicher
Entwicklungspolitik Der Querdenker aus Budapest, der an der London
School of Economics geistige Marksteine setzt |
Der von seinen Gegnern gefürchtete scharfzüngige Lord Peter Bauer,
emeritierter Professor der London School of Economics, hat wieder zugeschlagen:
Sein jüngstes Buch heißt: The Development Frontier - Essays in
Applied Economics. (Erschienen in London - eine deutsche Übersetzung
liegt zur Zeit noch nicht vor). Auf 240 Seiten räumt der aus Ungarn
stammende Wirtschaftswissenschaftler, der in der Ära Thatcher von der Queen
ins britische Oberhaus berufen wurde, mit den gängigen Mythen und Legenden
der Dritten Welt auf. Ihm geht es vor allem darum, die Gründe zu
analysieren, warum staatliche Entwicklungshilfe häufig so ineffektiv ist.
Auf der einen Seite werden die Steuerzahler der westlichen Industriestaaten mit
diesen Ausgaben belastet, auf der anderen Seite tritt der beabsichtigte Effekt -
Hilfe für die wirklich bedürftigen, verarmten Massen in der Dritten
Welt - selten ein.
Eine wesentliche Ursache dieser Fehlsteuerung liegt in einem falschen, einem
veralteten ökonomischen Denken. Es wird zu viel Geld an große Bürokratien
weitergereicht, die - gefangen in staatsdirigistischen Vorstellungen - gar nicht
in der Lage sind, Wirtschaftsprozesse richtig zu verstehen und effiziente
Leistungen hervorzubringen. Entwicklungshemmend wirken sich auch die
ideologischen Stereotypen der untergehenden marxistischen Ideenwelt aus.
Unternehmer, insbesondere Händler, werden in den Entwicklungsländern
häufig in einer negativen Rolle gesehen und als "kapitalistische
Ausbeuter" stigmatisiert. Dies verstellt den Blick auf die Tatsache, daß
es in erster Linie Privatinitiative und Innovationskraft von Unternehmen sind,
die ein Land voranbringen.
Je mehr produziert wird, umso mehr kann verteilt werden - und letztlich
wirkt sich dies dann auch in Form einer Steigerung des Lebensstandards aus. Daß
einige besonders wirtschaftlich Erfolgreiche dabei reich werden, macht sie zum
Objekt des Neides und der ideologischen Kritik. Jede von linken Ideologen auf
den Weg gebrachte Nivellierung wirkt sich jedoch leistungsmindernd aus - zum
Schaden aller. Mehr Gleichheit heißt immer mehr Armut. Wenn Unternehmer
mit Neidvorwürfen drangsaliert oder stranguliert werden, während die
Staats- und Parteifunktionäre - wie häufig in Ländern der
Dritten Welt - Speck ansetzen, dann geht es mit dem ganzen Land schlecht.
Das Buch The Development Frontier analysiert die Wirtschaft und
die Bedingungen für ihren Fortschritt in den unterentwickelten Ländern.
Lord Peter Bauer befaßt sich mit dem Handel, mit den Schulden und mit den
Einkommen in der Dritten Welt. Er liebt die deutliche Aussprache und trifft ins
Schwarze - im Gegensatz zu vielen technokratisch und moralisch gefärbten
Abhandlungen über Entwicklungshilfe-Themen -klb-
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Mit westlichen Entwicklungshilfegeldern angeschaffte Lkw's verrotten im
Dschungel |
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