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EPOCHE UND UMWELT - Schirmherr: Staatsminister Dr. Thomas Goppel Diesmal marschiert Deutschland wieder an der Spitze des technischen Fortschritts. Die Fähigkeit, technologisches Neuland zu erschließen und die dabei entstehenden Produkte weltweit zu vermarkten, entscheidet über die Zukunft eines Landes. Mit dem Brennstoffzellen-Antrieb eilt Deutschland dem Rest der Welt voraus. Im Oktober 1997 wird Daimler Benz den ersten Pkw mit dieser neuen Technologie vorstellen. Unter mehr als 200 Prototypen, die der Stuttgarter Automobilkonzern getestet hat - darunter Fahrzeuge mit Pflanzenkraftstoff, Methanol-, Wasserstoff- und Erdgas-Antrieb - konzentriert sich jetzt die Arbeit auf NEBUS. Das Kürzel steht für new electric bus. Im neuen Konzept liegt der Schlüssel für saubere Städte. Vor allem der Luftverschmutzung in den Innenstädten wird man damit bald zu Leibe rücken können. Wenn die Zahl der Autos weltweit von Jahr zu Jahr weiter wächst, kann die Lösung des Problems der Schadstoffemission nur in intelligenter Technologie liegen. Der Mensch hat die moderne Industriegesellschaft geschaffen und er ist auch in der Lage, mit ihren Folgen fertigzuwerden. Nicht der Verzicht auf das Auto ist eine sinnvolle Antwort auf die Herausforderungen des modernen Verkehrs, sondern der Bau neuer, schadstoffarmer oder emissionsfreier Fahrzeuge. Mit dem NEBUS-Konzept weist Deutschland den Weg in die Zukunft. Die Räder werden elektrisch angetrieben, doch an die Stelle der problematischen Stromspeicherung in herkömmlichen Elektrofahrzeugen tritt die Stromerzeugung im Fahrzeug selbst. Vereinfacht ausgedrückt: Aus Wasserstoff wird Strom gewonnen, jedoch auf direktem Weg - ohne den früher notwendigen Umweg über einen Explosionsmotor. Das Geheimnis liegt in der Brennstoffzellentechnologie: Durch die kontrollierte Vereinigung von Wasserstoff und Sauerstoff entsteht elektrischer Strom - und Wasser. Kein Auspuffgas belastet die Innenstädte. Die Energie, die in Wasserstoff und Sauerstoff liegt, wird in der Knallgasreaktion sichtbar. Die dabei explosionsartig freigesetzte Kraft kann nunmehr in der Brennstoffzelle gebändigt und auf "sanfte" Weise - mit hohem Wirkungsgrad - in Strom umgewandelt werden. Um das Jahr 2000 wird mit breiter Anwendung dieser Technologie gerechnet. Beim Bus revolutioniert die neue Technik die gesamte Konstruktion. Sowohl Motoranlagen wie Achsen und Getriebe, Lichtmaschinen und Gelenkwellen der herkömmlichen Art entfallen. Die für Fahrgäste zur Verfügung stehende Grundfläche wird damit größer. Durch den Wegfall der Schaltvorgänge erhöht sich auch der Fahrkomfort. Da elektrische Radnabenmotoren für den Antrieb sorgen, werden die künftigen Stadtlinienbusse Niederflur-Fahrzeuge sein. Das Ein- und Aussteigen wird für die Fahrgäste bequemer. Das neue Konzept weist in mehrfacher Hinsicht in die Zukunft. Überdies: Wasserkraftwerke, die Nacht für Nacht einen Strom-Überschuß produzieren, können künftig ihre Ressourcen dafür nutzen, mittels Elektrolyse umweltfreundlich Wasserstoff zu erzeugen. Die Entwicklungspotentiale der neuen Technologie sind noch keineswegs ausgeschöpft. Am Ende der laufenden Erprobungsphase werden wir mehr über Pkw-Anwendungen wissen. | |||