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von Walter Vill Während die meisten europäischen Verkehrsflughäfen in einer Zeit gebaut wurden, in der der Begriff »Umweltschutz« noch nicht existierte, fiel die Entstehungsgeschichte des neuen Münchner Flughafens in eine Epoche, in der sich erstmals eine breite Öffentlichkeit mit den ökologischen Folgen ökonomischer Großprojekte beschäftigte. In dem Planfestellungsverfahren, in dem die zu erwartenden Folgen des Flughafens für die Umwelt sorgfältig untersucht wurden, mußten mehr als 26.000 private Einwände und 180 behördliche Stellungnahmen geprüft werden. Rund zehn Prozent der Gesamtinvestitionen von 8,5 Milliarden DM für den Flughafenbau sind Aufwendungen für den Umweltschutz. Aber nicht nur der Bau, sondern auch der Betrieb des Flughafens wird durch weitreichende Auflagen und Vorgaben zum Schutz der Umwelt geprägt. Von den strengen Nachtflugbeschränkungen über Auflagen in der Abfallwirtschaft bis zum umfangreichen Schallschutzprogramm der Flughafen München GmbH reicht das Spektrum der Maßnahmen, mit denen am Münchner Flughafen ganz konkret Umwelt geschützt wird. Die vielfältigen und zum Teil sehr kostspieligen Bemühungen um einen umweltverträglichen Betrieb des Flughafens haben dazu geführt, daß der Münchner Flughafen heute auf vielen Feldern des Umweltschutzes als vorbildlich gilt. Obwohl die strengen behördlichen Auflagen die Wettbewerbsposition des Münchner Flughafens gegenüber anderen, weniger stark reglementierten europäischen Flughäfen naturgemäß schwächen, konnte sich der neue Flughafen von Anfang an erfolgreich gegenüber seiner Konkurrenz behaupten. Die kontinuierliche Wachstumsentwicklung, die den Münchner Flughafen seit seiner Eröffnung begleitet, erreicht in der gegenwärtigen Phase eine neue Qualität. Schon die Verkehrsergebnisse des Jahres 1996 - 15,7 Millionen Fluggäste und 221.000 Flugbewegungen im gewerblichen Verkehr - markierten einen deutlich über dem nationalen Durchschnitt liegenden Wachstumstrend. Diese erfreuliche Aufwärtsentwicklung hat im laufenden Jahr noch einmal an Dynamik gewonnen. So konnte in den ersten fünf Monaten des Jahres 1997 eine Steigerung des Passagieraufkommens von rund elf Prozent registriert werden, das Bewegungsaufkommen stieg sogar um 15 Prozent. Um die günstige Wettbewerbsposition des Münchner Flughafens und damit auch seinen positiven Beitrag zur Standortqualität des bayerischen Wirtschaftsraums für die Zukunft zu sichern, bedarf es jetzt einer bedarfsgerechten Erweiterung der vorhandenen Abfertigungskapazitäten. Das bestehende Terminal wird gegenwärtig ausgebaut, um zusätzliche Flächen für Gates, Warteräume und kommerzielle Einrichtungen wie Bars und Läden zu gewinnen. Der mittelfristig zu erwartende Bedarf an Verkehrsflächen und kommerziellen Einrichtungen kann jedoch nicht allein durch die Erweiterung der bestehenden Einrichtungen gedeckt werden. Hierzu benötigt der Münchner Flughafen vielmehr ein neues kommerzielles Zentrum und ein zusätzliches Abfertigungsgebäude. Aus diesem Grund wurde vor einem Jahr der Grundstein für das München Airport Center (MAC) gelegt. Das MAC, das 1999 eröffnet werden soll, wird sich mit dem bis zu diesem Zeitpunkt erweiterten und umgestalteten Zentralgebäude zu einem attraktiven Marktplatz im Herzen des Flughafens vereinen. Diese kommerzielle Flaniermeile im Flughafenzentrum stellt künftig gleichzeitig die Verbindung zwischen dem bestehenden und dem neuen Terminal her. Das zweite Abfertigungsgebäude, das aus heutiger Sicht im Jahr 2002, spätestens aber 2003 in Betrieb gehen wird, soll besonders auf die Bedürfnisse des Transitverkehrs zugeschnitten werden. Vor jeder wesentlichen Ausbaumaßnahme steht im Rahmen der jeweils nötigen Genehmigungsschritte eine umfassende Prüfung ihrer möglichen Auswirkungen auf die Umwelt. Dabei werden sämtliche Aspekte - vom Lärmschutz über die Luftreinhaltung, den Gewässerschutz, die Abfall- und Energiewirtschaft bis hin zu Fragen des Landschaftsschutzes sorgfältig untersucht. Auch bei der Planung und Ausgestaltung der weiteren Zukunft wird die Flughafen München GmbH ihrer bewährten Vorgehensweise treu bleiben und Lösungen entwickeln, die sowohl den ökonomischen als auch den ökologischen Anforderungen gerecht werden. -PR- | |||