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MIT UMWELTFORUM EPOCHE UND UMWELT
Ideenmagazin und "Argumente-
und Informationsmagazin für Meinungsführer und Multiplikatoren"
nannte Manfred Wörner (NATO-Generalsekretär 1988-94) die EPOCHE -
Ideen von heute sind Taten von morgen
132/QII/1997/21. Jahrgang |
Inhalt:
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LORD
PETER T. BAUER: Kein kausaler Zusammenhang: Wohlstand und Armut von Völkern
- Der Westen ernährt die Münder, die ihn schmähen
In Wahrheit ist die Entwicklungshilfe teilweise eine Ursache des
Nord-Süd-Konfliktes und nicht seine Lösung. Denn die
Entwicklungshilfe geht häufig nicht an die bemitleidenswerten Geschöpfe,
die in den Werbekampagnen der Entwicklungshilfe - Lobby gezeigt werden, sondern
sie geht an deren Regierungen, an deren Herrscher. Allzuoft aber sind diese
Herrscher die Verantwortlichen für die grauenhaften Zustände, die in
der Werbung für Entwicklungshilfe dargestellt werden. Die Entwicklungshilfe
ermöglicht es ihnen, ihre schädliche und verheerende Politik fortzuführen.
(...) |
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VIKTOR
E. FRANKL : Der Patient als Person - »Ärztliche Seelsorge« ist
wichtiger als teure Apparate-Medizin
Psychologisierung oder Humanisierung der Medizin? Die sogenannte
Psychosomatische Medizin hat sich viel zuviel auf das Glatteis nicht tragfähiger
Hypothesen begeben. Festzuhalten ist jedoch, daß sogar bei
Infektionskrankheiten die Immunlage von der Affektlage abhängig ist, und
die Affektlage letzten Endes von der Motivation, im besonderen von der
Sinnorientierung. Wie entscheidend aber die Motivation gerade in den
Grenzsituationen menschlichen Daseins sein kann, geht aus den Erfahrungen
hervor, die in Kriegsgefangenenlagern gemacht wurden. Eine Reihe von Psychiatern
konnte nämlich feststellen, daß sowohl in Japan als auch in
Nordkorea und in Nordvietnam jene Kriegsgefangenen noch am ehesten eine Chance
hatten zu überleben, die auf einen Sinn ausgerichtet waren, dem sie sich
verpflichtet wußten. (...) |
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Otto
von Habsburg: Ein »Friedensschluß der Tapferen«
Geographie nicht vergessen: Die Tschechische Republik und der
Ausgleich mit den Sudetendeutschen - Die Chance Israels. Der französische
Nachrichtenchef in den Tagen von Präsident Giscard d'Estaing, Alexandre de
Marenches, ein weitgereister und universell gebildeter Mann, hat einmal über
seine Kontakte mit so ziemlich allen politischen Führern der Welt die
Bemerkung gemacht: »Wenn ich in den Arbeitsraum einer bedeutenden Persönlichkeit
unserer Zeit komme, schaue ich mir zuerst die Wand an. Finde ich dort Karten,
dann muß man diesen Menschen ernst nehmen, denn er kann geostrategisch
denken.« (...) |
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BERND
KALLINA: Die Bewußtseinsindustrie, ihre Macht und ihre Bewältigungsrituale
Stichworte zur Wirkung von Massenmedien - Konservative Aufgaben.
(...) Massenmedien-Einfluß - Theorie und Praxis: Von Karl Steinbuch stammt
die Feststellung, daß in der kommunikationswissenschaftlichen Theorie
die genauen Wirkungsabläufe massenmedial vermittelter Informationen zwar
umstritten seien, in der weltweit zu beobachtenden Praxis aber alle
ernstzunehmenden politischen Kräfte davon ausgingen, Einfluß auf die
Massenmedien zu gewinnen und diese in abgestuften Graden zu kontrollieren. Diese
Einschätzung des renommierten Karlsruher Informatik-Wissenschaftlers ist
realistisch. (...) |
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BOTHO
KIRSCH: Der Feind stand immer mitten unter uns - Die unsichtbare Front im Kalten
Krieg
Unter dem Decknamen »David« wurde Egon Bahr zur wichtigen
Abschöpfungsquelle des KGB. (...) Schon die Zaren beherrschten die hohe
Kunst der strategischen Desinformation. Von den Kommunisten wurde sie nicht nur
übernommen, sondern zu großer Meisterschaft entwickelt.
Paradebeispiele dafür sind zwei Geheimdienstoperationen, denen
entscheidende Weichenstellungen der sowjetischen Kriegs- und
Nachkriegsgeschichte zugrunde lagen. Beide verfolgten ähnliche strategische
Ziele: den Westen - das »ferne Ausland« - über die wahre Lage im
Sowjetstaat zu täuschen, insbesondere über die dem völlig überdehnten
roten Imperium an seinen Ost- und Westflanken drohenden Gefahren. Zwei
unmittelbar Beteiligte, beide KGB-Generäle, haben in ihren Memoiren
hochinteressante, bisher unbekannte Einzelheiten ausgebreitet. (...) |
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FORUM
MIT HANS KOERPER UND GOTTFRIED HELLER: Rebellion des Mittelstandes - Was Bonn
tun muß, um Unternehmen in Deutschland zu halten
Die wichtigste Aufgabe bei der Sicherung unserer Zukunft liegt
darin, Deutschland als Wirtschaftsstandort zu retten. Das Wort »retten«
ist angebracht, weil - ungeachtet zeitweiliger Konjunkturbelebung - langfristig
Deutschland den Anschluß an die dynamischen Weltwirtschaftsräume zu
verlieren droht. Der Economist hat uns vorgerechnet, daß deutsche Firmen
weltweit führend vor allem in einem sind: in der Verlagerung ihrer Aktivitäten
ins Ausland. Was im ersten Moment nach besonderer Flexibilität und
Regsamkeit aussieht, entpuppt sich als Flucht in investitionsfreundlichere Länder. |
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GESPRÄCH
MIT ANDRE KOSTOLANY UND GOTTFRIED HELLER: Sind die Deutschen »geborene
Rentner« und die Amerikaner »geborene Unternehmer«?
Während man jenseits des Atlantiks im allgemeinen wenig
Neigung verspürt, Geldrücklagen zu schaffen, und lieber jeden verfügbaren
Dollar in Waren und sonstige Sachwerte umsetzt, betrachten die Deutschen das
Geld mit Ehrfurcht. Geld ist ihnen nicht nur - wie den Amerikanern - Mittel zum
Zweck; sie stellen es vielmehr auf den Altar ihrer Wohlstandsgesellschaft und hüten
seine Stabilität wie einen Augapfel. Die Deutschen, so spottet Kostolany,
seien die »geborenen Rentner«, während die Amerikaner schon im
Kinderwagen über ihre spätere Karriere als Unternehmer nachdächten.
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WALTER
KREUL: Gentechnik und Bekämpfung des Hungers - Den weltuntergangsbewegten
Umwelt-Apokalyptikern das Handwerk legen!
Reis für die Welt: Perspektiven für das Jahr 2050. Es
gilt, den in Teilen der Welt durch und Ignoranz verursachten Hunger zu bekämpfen.
Von den Wissenschaftlern ist jedenfalls auf breiter Front mehr fundierte Aufklärungsarbeit
über vorhandene und kommende Probleme sowie mögliche Lösungsansätze
zu leisten. Sind sie dazu nicht bereit, wird das Feld zu unser aller Schaden
weltuntergangsbewegten Umwelt-Apokalyptikern und sensationslüsternen
Medienleuten überlassen, die ethische, ideologische, ökologische und
juristische Bedenken zu einer trüben Brühe vermengen. (...) |
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JÜRGEN
LIMINSKI: Das Klonen und die Kultur des Todes - An den Grenzen, die die Würde
des Menschen setzt
Dolly scheidet die Geister. Das geklonte Schaf aus dem
Roslin-Institut von Edinburgh zwingt Politik und Wissenschaft zur
Stellungnahme, weil das Publikum nachhaltig und instinktiv erschrocken ist.
Horrorvisionen füllen die Berichterstattung, Frankenstein ist wieder da.
Vier von fünf Deutschen glauben, daß die Wissenschaftler jetzt auch
Menschen klonen werden. 95 Prozent lehnen es ab. Etwas mehr als die Hälfte
ist immerhin dafür, das kontrollierte Klonen von Tieren zu gestatten, wenn
es denn dem medizinischen Fortschritt diene. Aber 42 Prozent sind auch in diesem
Fall für ein Verbot. (...) |
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ANGELA
MERKEL: Über das Buch von Dirk Maxeiner und Michael Miersch »Öko-Optimismus«
(...) »Wir leisten uns in Deutschland, Mikrogramme
herauszuholen, die gesundheitlich überhaupt nicht relevant sind. Wir
leisten uns den Luxus, praktisch Grenzwert null zu fordern, für Hunderte
von Millionen Mark Utopien zu finanzieren, und täglich sterben in der
Dritten Welt Tausende an unsauberem Trinkwasser«, zitieren die Autoren
einen Wissenschaftler. Die Umweltpolitik gerät hierdurch in den Verdacht,
immer knapper werdende finanzielle Ressourcen zu verschwenden. Ich teile diese
Auffassung der Autoren und setze mich deshalb für eine Diskussion darüber
ein, welche vordringlichen Ziele sich die Umweltpolitik der Zukunft stellen
soll. |
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Erinnerung
an OTTO SCHEDL
Prophetische Worte zur Kernkraft und Energiepolitik. (...) »Die
Hoffnung auf Energiequellen, die uns vielleicht in zwei oder drei
Generationen zur Verfügung stehen, enthebt uns nicht der Notwendigkeit,
heute dafür zu sorgen, daß die Räder nicht stillstehen. Solange
nicht andere, von den Kosten und der Umweltbelastung her vertretbare Möglichkeiten
erschlossen sind, gilt, daß die Atomenergie relativ billigen Strom
liefert. Dazu kommt, daß sie praktisch unerschöpflich ist. Die von
der Natur angebotenen Möglichkeiten nutzen, ist gleichbedeutend mit
Erzeugung und Erhaltung von Wohlstand. Die Kräfte, die die Natur für
den Menschen bereithält, ablehnen, heißt auf Zivilisation verzichten.«
(...) |
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JOACHIM
C. SCHMIDTKE: Öko-Audit in Bayern - ein Gütesiegel
Spätestens der Umweltpakt Bayern zwischen Staatsregierung und
Wirtschaft hat dem Öko-Audit in Bayern zum Durchbruch verholfen. Kern
der im Dezember 1995 in nationales Recht umgesetzten Verordnung ist der Aufbau
eines umfassenden Umweltmanagement-Systems. Es soll die Voraussetzung für
einen kontinuierlichen Verbesserungsprozeß im betrieblichen Umweltschutz
schaffen. (...) |
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ERIC
F. SIDLER: Ökonazis: Technikfeinde bekämpfen Autofahrer
Radarfallen stehen da, wo der normale Autofahrer, also der
arbeitende Bürger, den Straßenverhältnissen entsprechend zügiger
fährt. Und dies nicht etwa, wenn es wirklich gefährlich wäre,
also bei Regen, nein: Radarfallen werden aufgestellt, wenn es trocken ist und
die Sonne scheint, denn dann kann die jeweilige Behörde am meisten
kassieren. (...) |
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Edmund
Stoiber: Wehrmachtsausstellung und Kollektivschuld
Niemand wird leugnen können, daß in der Wehrmacht
Verbrechen begangen wurden. Aber ich wehre mich ganz entschieden dagegen, aus
diesen Tatbeständen den Schluß zu konstruieren, daß die
Wehrmacht mit allen ihren Angehörigen eine verbrecherische Organisation
war. Die Ausstellung hat sich den Beweis zum Ziel gesetzt, daß die
Wehrmacht an allen Verbrechen aktiv und als Gesamtorganisation beteiligt war.
Das muß als Kollektivschuldvorwurf gegen alle Wehrmachtssoldaten
empfunden werden. Doch die These von der Kollektivschuld ist auch hier falsch.
Schuld ist immer nur die Schuld des Einzelnen. Die weit überwiegende Zahl
der Millionen deutscher Soldaten waren keine Mörder und Verbrecher. (...) |
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BERNHARD
VOGEL: Junge Länder . Von Marx zum Markt - die zweite Feuertaufe der
Sozialen Marktwirtschaft
Die Deutsche Einheit als Chance zur Modernisierung. Wo steht
Deutschland heute, drei Jahre vor dem Schritt ins nächste Jahrtausend? Die
Bilanz des 20. Jahrhunderts umfaßt schreckliche Kriege, Wirtschaftskrisen,
Geldentwertung und Teilung unseres Vaterlandes. Am Ende des Jahrhunderts folgte
der Zusammenbruch des Kommunismus. Mit der friedlichen Revolution 1989 haben wir
Friedrich Nietzsche widerlegt: »Die Deutschen sind zu großen Dingen fähig,
aber es ist unwahrscheinlich, daß sie sie tun.« (...) |
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ARNOLD
J.J. WALTERSCHEID: Steuern und Arbeitskosten senken und dadurch Arbeitsplätze
schaffen!
Ab 1998 sollte man für die notwendige Senkung der
Ertragsteuern viele Subventionen - besonders auch die für Forschung und
Entwicklung, für Gewerbetreibende, Unternehmer und Kapital- Gesellschaften
in Ost und West - durch zinsgünstige Kredite ersetzen, wie es der FAZ-
Wirtschaftsredakteur Hans D. Barbier bereits 1987 gefordert und begründet
hat. Subventionen sind meistens unnötig, oft sogar langfristig schädlich. |
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EPOCHE-
DOKUMENTATION: Das Miteinander von Natur und Mensch - Dreiklang von Natur,
Kultur und Technik
Schon die Wortwahl »Rhythmus zwischen Natur und Nutzung«
klingt programmatisch. In den zwölf Biosphärenreservaten, die es in
Deutschland gibt, wird zielbewußt ein vernünftiges Programm in die
Tat umgesetzt: eine Entspannung im Verhältnis von Natur und Zivilisation,
die Überwindung des Gegensatzes von Ökologie und Ökonomie. Soweit
Sponsoren aus der Wirtschaft die Projekte finanzieren, wird dem Bürger
zugleich vor Augen geführt, daß private Initiativen oft mehr bewirken
als staatliche. (...) |
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EPOCHE-BÜCHERKISTE:
Ökohorror: Nicht der Wald stirbt, sondern der Realitätssinn
Kollektive Wirklichkeitsverweigerung als Folge von Medienkonsum. Daß
der deutsche Wald mehr unter Falschmeldungen zu leiden hat als unter
Schadstoffen, zeichnet sich anhand neuer Fakten immer deutlicher ab. Der typisch
deutsche Katastrophenjournalismus sucht hingebungsvoll nach absterbenden
Zweigen - die es freilich schon zu Zeiten Hermanns des Cheruskers im Teutoburger
Wald gegeben hat -, um daraus dramatische Berichte zu zimmern. (...) | |