Die konservative Informationsbasis im Internet

d.jpg 3 KB

Zugriff Nr.: Zähler kgh2.gif epo_epo3.jpg 3 KB

pingreen.gif 1 KB Öko-Optimismus:

epo131n1.jpg 5 KB

In Deutschland findet das Waldsterben in den Massenmedien statt - Katastrophenjournalismus ist geistige Umweltverschmutzung

Kultur und Natur sind keine Gegensätze - Der Zustand unserer Wälder ist besser als die Massenmedien wahrhaben


Katastrophenjournalismus ist geistige Umweltverschmutzung - Nicht die hochindustrialisierten Staaten des Nordens werden die größten Umweltprobleme der Zukunft hervorrufen, sondern die Entwicklungsländer im Süden

EPOCHE-BÜCHERKISTE

Das Tadj Mahal ist das eindrucksvollste Werk der Mogul-Architektur - in Stein gemeißelte Ästhetik. Es ziert diesmal unser Titelblatt. Rund um das Tadj Mahal prallen die Gegensätze Asiens hart aufeinander. Die prachtvollen Bäume ringsum sind gesund, die Wiesen saftig grün. Doch in unmittelbarer Nähe verrotten Menschen ohne Hoffnung in dreckigen Slums - der Müll wird nach Verwertbarem durchsucht und anschließend auf die Straße geworfen. Auspuffgase vorsintflutlicher Fahrzeuge verpesten die Luft.

Dazu kommt der unbeugsame Wille der Machteliten in Politik und Wirtschaft, so rasch und umfassend als möglich zu industrialisieren. Länder wie Indien oder China verzichten auf alle Umweltstandards, denn sie würden dem Ziel der schnellen Entwicklung im Wege stehen. Es fehlt dafür sowohl das Bewußtsein wie das Geld. Die Industrialisierung verläuft oft chaotisch, Müll aller Art wird einfach in den nächsten Fluß gekippt und die Schornsteine blasen unbeschreibliche Dreckmengen in den blauen Himmel. Es sieht alles so aus wie der europäische oder amerikanische Frühkapitalismus des 19.Jahrhunderts. Chinas Wirtschaft holt jetzt nach, was wir längst hinter uns haben. Gleichzeitig wächst die Bevölkerung in rasantem Tempo weiter - gleichfalls wie bei uns im 19. Jahrhundert. Es wird Raubbau an der Natur getrieben und ganze Bergwälder abgeholzt. Holz als Brennstoff und viele andere Ressourcen der Natur werden im täglichen Überlebenskampf dringend gebraucht. Die Übervölkerung der Entwicklungsländer - die fast unverändert hohen Geburtenraten - sind die Hauptursache der großen Umweltprobleme der Zukunft. Wenn Länder wie Indien oder China den gleichen Industrialisierungsgrad erreichen wollen wie Deutschland, dann wird die Umweltbelastung jede Vorstellungskraft sprengen.

Hochtechnisierte Staaten verfügen über alle wissenschaftlich-technischen und finanziellen Instrumentarien, um der Probleme Herr zu werden. Die Dritte Welt aber wird zum Umweltproblem Nummer 1 unseres Planeten. Der Dreck und die Abgase, die dort in den kommenden Jahren und Jahrzehnten entstehen werden, stellen alles in den Schatten, was Europa je auf diesem Gebiet geboten hat. Apropos Europa: Was der deutsche Katastrophenjournalismus nicht wahrhaben will, läßt sich immer klarer wissenschaftlich belegen: Unsere Flüsse werden sauberer, die Luft reiner, der Wald gesünder. Unter dem markanten Titel Öko-Optimismus schrieben Dirk Maxeiner und Michael Miersch ein Buch darüber (342 Seiten im Metropolitan-Verlag 1996), das längst fällig war. Es präsentiert eine Vielzahl von Fakten und Argumenten, die der ganzen Umweltdebatte eine neue Richtung geben - eine realistische, eine konservative.

Da ist man nun jahrelang mit der Bahn quer durch Deutschland gereist, schreiben die beiden Autoren, und hat sich ständig gewundert über die kräftigen und gesunden Wälder, während der meinungsbildende Sternzeitspiegel-Journalismus Endzeitstimmung verbreitet. Und hat nicht Günter Grass den Bogen bis nach Indien geschlagen, um sich vor Entsetzen schütteln zu können: »Ob sie in den Wald gehen oder nach Kalkutta, überall zeigt sich das Elend der Schöpfung.« Günter Grass müsse wohl seine Waldspaziergänge an geheimen Orten absolvieren, meinen Miersch und Maxeiner. Das »Elend der Schöpfung« ist eher eine Grass'sche Kopfgeburt. Man muß schon in die Nähe tschechischer Braunkohlenkraftwerke fahren, um - beispielsweise im Erzgebirge - abgestorbene Wälder vor die Linse zu bekommen. Die meisten in den Medien hochgespielten Waldprobleme lassen sich nicht generalisieren. Oft haben sie ganz andere Ursachen als die von den Katastrophenjournalisten behaupteten. Die Autoren nennen konkrete Beispiele: »... schlugen wir das Greenpeace-Magazin und den Spiegel auf. Da waren sie wieder: die kahlen Hänge und baumlosen Kuppen. Eine Fotodokumentation der Münchner Gesellschaft für ökologische Forschung stellte Bilder von Waldstücken aus den Jahren 1988 und 1995 gegenüber. Ganz klar: 1995 waren weniger Bäume zu sehen als sieben Jahre zuvor. Doch dann erinnerten wir uns an 1990 - ein Jahr, das zweifellos zwischen 1988 und 1995 lag. Und was geschah in diesem Jahr: Der Orkan Wiebke fegte durch den deutschen Forst und legte in der Nacht zum 1. März 120 Millionen Waldbäume um. Diese fehlen zwangsläufig auf den Illustriertenfotos. Hauptsächlich Fichten-Monokulturen wurden abrasiert, jene Form des deutschen Nutzholzforstes also, die Ökologen schon immer ein Dorn im Auge war. Fichten gehören nicht in die niederen und mittleren Lagen, ... weil sie zu flach wurzeln.«

Das Fehlen dieser beiden entscheidenden Informationen - die Fichten und der Orkan Wiebke - kam für Leser des Spiegel und des Greenpeace-Magazins praktisch einer Irreführung gleich. Sie mußten den Eindruck gewinnen, Luftschadstoffe hätten die Bäume hinweggerafft. Die Horror-Szenarien linker Katastrophenjournalisten haben sich nicht bestätigt. Der Zustand des Waldes ist weit besser als sein Ruf. Rund ein Drittel Deutschlands ist mit Wald bedeckt und der größte Teil ist gesund. Die Bäume sind weniger mit Schadstoffen als mit Falschmeldungen belastet. Die Medienkarriere des Themas und die hohen Forschungsgelder, die zur Publizierung unzähliger Theorien führten, sind das größte Problem. Probehalber wurden Forstexperten aus verschiedenen europäischen Ländern gebeten, die selben Bäume zu beurteilen. Der deutsche Experte »fand« die meisten Schäden, er war am negativsten eingestellt. Das massenmediale Klima ist oft wichtiger als das tatsächliche Klima. Ohne das Greenpeace-Magazin gekannt zu haben, schrieb Theodor Heuss: »Holz ist ein einsilbiges Wort, aber dahinter verbirgt sich eine Welt der Märchen und Wunder.«

Die Trendwende ist unverkennbar. Die modernen, industrialisierten Kulturstaaten Europas, die ihre Umweltprobleme mit technischen Mitteln zu lösen gelernt haben, schonen die Natur in wachsendem Maß. Für sie wird wieder selbstverständlich, daß höhere Lebensqualität nicht nur über die Quantität ihrer Produkte erreichbar ist. In den westlichen Kulturstaaten geht der Mensch verantwortungsbewußter mit natürlichen Ressourcen um und setzt die Möglichkeiten moderner Technik zur Bändigung der Technik-Folgen ein. Das Resultat: Die Natur auf der einen Seite und die vom Menschen geschaffene Welt der Kultur und Zivilisation auf der anderen Seite sind keine Gegensätze mehr. Die Zeugnisse menschlicher Schaffenskraft koexistieren mit der Natur. Welthistorisch war es nur eine Episode, daß im Zuge rascher und unüberlegter Industrialisierung in Mittel- und Westeuropa die Natur Schaden erlitt. Sobald dies erkannt und mit den Möglichkeiten modernster Technik korrigiert wird, entsteht wieder das alte Gleichgewicht: die Harmonie oder zumindest das geordnete Nebeneinander von Kultur und Natur.

epo131n2.jpg 9 KB Brot für die Dritte Welt:
Nicht die Hochtechnologie der Industrieländer ist das Umweltschutzproblem der Zukunft, sondern die Übervölkerung der Entwicklungsländer, der Raubbau auf der Suche nach Nahrungsmitteln und Heizmaterial sowie eine ebenso rasche wie primitive Industrialisierung des Südens im Stil unseres 19. Jahrhunderts.

zur1.gif... zurück zum Inhaltsverzeichnis