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Michael M. Weber wurde 1949 in Hagen (Westfalen) geboren. Studium der Germanistik, Anglistik, Geschichte, Kunstgeschichte, verschiedener aussereuropäischer Sprachen und Pädagogik. Langjährige Unterrichtstätigkeit auf unterschiedlichen Schulstufen und in der Erwachsenenbildung. Seit 1990 vermehrte publizistische Tätigkeit in christlichen Wochen- und Monatszeitschriften, besonders zu Themen aus den Bereichen Psychotechniken, Sexualethik, «Basiskirchen», Fundamentalismus- und Sektendiskussion. Feminismus (im Zusammenhang der beiden letzten UN-Weltkonferenzen, an denen er als Delegierter der Lebensrechtsorganisation «Human Life International»-Schweiz teilgenommen hat).

Nadel, grün

Psychotechniken - die neuen Verführer

von Michael M. Weber - Biographische Notizen:

Gruppendynamik - die programmierte Zerstörung von Kirche und Kultur

Das Aussehen der Kirchen hat sich rapide verändert: Esoterische Elemente finden positives Echo, Priester bevorzugen einen «individuellen» Gottesdienst, das Papsttum wird auch von einzelnen Katholiken als «nicht mehr zeitgemäß» kritisiert, Kirchenvolksbegehren haben großen Zulauf. Wer mit solchen Tendenzen nicht einverstanden ist, wird als «Fundamentalist» oder mit ähnlichen Verunglimpfungen an den Pranger gestellt.

Eine entscheidende Ursache dieses Wandels liegt in der Verbreitung von sogenannten Psychotechniken in den verschiedensten Bereichen der Gesellschaft. Psychotechniken verfolgen nämlich gezielt ein kulturveränderndes Programm. Als trojanisches Pferd sind sie auch in die Kirchen eingeschleust worden. Mittlerweile gibt es fast keine Supervision, Seelsorge- oder Pfarrerausbildung mehr, die nicht sogenannt gruppendynamisch geprägt ist. Nachdem in den evangelischen Kirchen die Gruppendynamik schon seit Anfang der siebziger Jahre Fuß fassen konnte, geschieht dies nun ebenfalls in der katholischen Kirche. In weiten Teilen der Seelsorgeausbildung finden heute Psychotechniken Anwendung. Diese Methoden sind darauf angelegt, Konflikte zu schüren und radikale gesellschaftliche Veränderungen herbeizuführen. Sie sind damit wesentlich verantwortlich für die dramatische Krise in den Kirchen.

Das vorliegende Buch ist das Ergebnis einer fünfjährigen Arbeit. Ursprung und Ziele der Bewegung werden beschrieben, Vorgehensweise und Auswirkungen erklärt, die bedeutendsten Methoden und Schulen dargestellt. In diesem Buch werden die Hintergründe dieser Entwicklung aufgedeckt.

EINLEITUNG

«Wir leben in einer Welt des ständigen Wandels» - dieser Satz zählt zu den meistgehörten der letzten Jahre. Da es noch nie eine Welt des völligen Stillstands gab, ist dieser Satz zum einen banal, zum anderen steht aber ein politisches Programm, eine Art Philosophie oder besser Ideologie dahinter, denn mit dieser Aussage werden Traditionen und Bewährtes unbedacht in ein negatives Licht gerückt, falls sie nicht dem «Fortschritt» weichen wollen. Wer sich gegen diesen Wandel stellt, läuft Gefahr, als Fundamentalist und Ewiggestriger beschimpft zu werden. Nicht nur im weltlichen Bereich, auch innerhalb der Kirchen richtet diese Beschwörung des Wandels großes Unheil an:

- In einzelnen Kursen für Priesteramtskandidaten, die auf den Zölibat vorbereiten sollen, findet eine regelrechte Sexualisierung junger Männer statt.
- In Weiterbildungen kann es vorkommen, dass offen zur Revolution aufgerufen wird.
- Elemente der Esoterik und des Schamanismus setzen sich immer stärker durch und werden gar als «neue Formen gelebten Christseins» angepriesen.
- Das «Bibliodrama» hat den Religionsunterricht erobert: Kinder und Jugendliche sollen im frei improvisierten Rollenspiel Geschichten aus der Bibel darstellen, um zu erspüren, wie Jesus, Maria, Lazarus und andere «sich gefühlt» haben.
- Mittlerweile gibt es in Deutschland Pfarrer, die das «Vater Unser» um den Altar herum tanzen.

Die Beispiele sind Legion. Sie sind oft so abstrus, dass man sie nicht für möglich halten mag. Manche sehen darin eher vereinzelte Verirrungen und Kuriositäten, die es schon immer gegeben habe. Doch die Tatsache, wie heftig und unerbittlich gegen Menschen vorgegangen wird, die sich gegen diese «Wandel-Manie» zu Worte melden oder auch nur bei ihrem Glauben und ihrer Religion bleiben möchten, gibt zu denken:

- Seminaristen, die zur Hl. Wandlung niederknien, während andere um den Altar stehen, riskieren mancherorts eine Überweisung an einen Psychologen.
- Priesteramtskandidaten, die eine geistig-geistliche Orientierung wünschen, wird in einigen Seminaren vorgeworfen, dies sei Ausdruck einer «Ichschwäche».
- Seminaristen, die während ihrer Ausbildung keine Psychotechniken mitmachen möchten, wird nicht selten «angedeutet», sie müssten sich einen anderen Beruf suchen.

Seit einiger Zeit wird nicht nur gegen Einzelpersonen, sondern gegen ganze Einrichtungen und Gruppen vorgegangen, die sich nicht von der «Wandel-Ideologie» vereinnahmen lassen. Zwei Beispiele mögen genügen: - In Zürich ist - wahrscheinlich mit den Kirchensteuern katholischer Christen - ein Buch finanziert worden, in welchem das Opus Dei mit der Mafia gleichgesetzt wird. Der Verfasser, Matthias Mettner, ist Leiter der katholischen Paulus-Akademie. Er betont ausdrücklich, dass es ihm nicht nur um das Opus Dei gehe, sondern auch um viele andere katholische Organisationen. Er nennt Communione e Liberazione, die Schönstatt-Bewegung, Pro Ecclesia, Fokolarini und viele andere. Mettner setzt sie alle mit der Mafia gleich. - Kaplan Joachim Müller von der Arbeitsgruppe «Neue religiöse Bewegungen in der Schweiz» warnte bei einem Vortrag vor «Pro Ecclesia», vor der «Marianischen Frauen- und Müttergemeinschaft», vor dem Pfadfinderbund «Feuerkreis Niklaus von Flüe» und anderen, da diese Gruppen zum «katholischen Fundamentalismus» zu rechnen seien. Während sich die oben erwähnte Paulus-Akademie ausdrücklich von Rom distanziert, ist die besagte Arbeitsgruppe immerhin der Schweizerischen Bischofskonferenz angeschlossen - aber bisher kam kein Protest von dort.

Das gruppendynamische Netzwerk

«Wir leben in einer Welt des ständigen Wandels» - dieser Satz ist das Motto eines Programms, das schon vor Jahrzehnten entwickelt worden ist. Heute stehen viele Menschen fassungslos vor den Auswirkungen. Dreh- und Angelpunkt des Programms sind sogenannte Psychotechniken, die unter dem Begriff «Gruppendynamik» zusammengefasst werden können.

Moderne Psychotechniken sind als Trojanisches Pferd auch in die Kirchen eingeschleust worden. Mittlerweile gibt es fast keine Supervision, Seelsorge- oder Pfarrerausbildung mehr, die nicht sogenannt gruppendynamisch geprägt ist. Nachdem in den evangelischen Kirchen die Gruppendynamik schon seit Anfang der 70er Jahre Fuß fassen konnte, ist dies in der Katholischen Kirche nun ebenfalls eingetreten. Das gruppendynamische Netzwerk ist innerhalb der Katholischen Kirche mittlerweile so mächtig geworden, dass sogar schriftliche Klagen Betroffener von einzelnen Bischöfen abgewiesen werden. ...

Christiana-Verlag ISBN 3-7171-1038-1 (ca. 30 DM)


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