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Der deutsche Reiter, seht ihr, hat ein fernes Ziel. Ihr Deutschen, macht es in euch hell und klar! |
![]() Baldur Springmann |
Aufruf zur Sammlung der Deutschen |
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von Baldur Springmann So wie in dem Gedicht habe ich es schon in mir gespürt, als ich vor 73 Jahren zur Konfirmation einen Bildband des Bamberger Doms geschenkt bekam und von dem Bild des ebenso gelassen wie aufrecht in eine weite Ferne schauenden Reiters so ergriffen war, daß es bis heute für mich der Inbegriff dessen geblieben ist, was so sehr schwer in Worte zu fassen ist, unser Deutschtum,- das, was auchjeweils vor meinem inneren Auge auftauchte, wenn wir bei den regelmäßig in der Aula unseres Gymnasiums stattfindenden Feiern sangen "Deutschland, Deutschland über alles", und was mir dabei vor innerer Bewegung die Augen feucht werden ließ. Daß dieses Metaphysische, dieses innere Reich der Deutschen auch einen physischen Raum braucht, um sich als Deutsches Volk darleben zu können, finde ich ebenso selbstverständlich wie ich den Streit überflüssig finde, ob die Grenzen dieses Raumes von der Maas bis an die Memel oder von der Oder bis an die Saar reichen sollen. So überflüssig wie ein Kropf jedenfalls sind derartige Grenzfragen solange, wie jenes innere Reich nicht als etwas ganz Lebendiges dort wirkt, wo es hingehört, in den Herzen wenigstens jener dafür aufgeschlossenen Menschen, die seit eh und je den Kern des deutschen Volkes gebildet haben, heute aber mehr und mehr an den Rand gedrängt werden. Menschen, aus deren Augen aber dennoch auch dort vom Rande her ein helles Licht ins ganze Volk hinein strahlen kann und ein Erinnern an all das durch den Reiter repräsentierte Edle wachrufen kann, - vorausgesetzt, jene "Randfiguren" sind selbst wirklich um eine derartige Haltung bemüht.
Für alle, die beim Anblick des Bamberger Reiters sofort verstehen, was er will, und dabei sofort fühlen "Das will ich auch", für alle die ist hiermit alles gesagt, und ich kann getrost den Mund halten beziehungsweise den Kugelschreiber beiseite legen. Die Crux ist nur die, daß wir heute nicht mehr auf Pferden sitzen, sondern in Autos fahren. Und weil ich in den vergangenen acht Jahrzehnten nicht nur viele, viele Stunden auf dem Pferderücken zugebracht habe, sondern auch schon über zwei Millionen Autokilometer hinter mir habe, weiß ich sehr wohl um den Unterschied der beiden Lebensgefühle, aber eben auch, daß man mit beiden in dieselbe Richtung streben kann. Weil es nun aber heute zunehmend viele noch deutsche Menschen gibt, die nur undeutlich oder auch schon gar nicht mehr verstehen können, was der Reiter will, muß man leider Gottes versuchen, ihnen das möglichst leicht verständlich in zeitgemäßem Vokabular auseinanderzuposementieren. Mit "man" meine ich alle, die zu uns heutigen ,"Randfiguren" gehören. An die alle richtet sich dieser erste Teil meines Aufrufes,daß sie sich mit all ihrem Können, aller Kraft und allem Mut diese Aufgabe der Vermittlung der positiven Seite des deutschen Wesens auf die Hörner nehmen. Denn erstens habe ich überhaupt keine Lust, ein einsamer Rufer in der Wüste zu sein, und zweitens ist mein Wortgeklingel eben allerhöchstens eine Stimme in dem Konzert, welches ich nicht dirigieren, aber unbedingt veranstaltet sehen will. Und wohlgemerkt: Keine Haßgesänge gegen Andersdenkende und Andersagierende gehören in dieses Positivkonzert hinein, so etwas läßt der ritterliche Mensch doch weit unter sich, unter den Hufen seines Pferdes liegen. So. |
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Nun geht es also los mit meinen Erklärungsversuchen und wird im Gegensatz zu Vorstehendem dementsprechend langatmig. Es beginnt, weil es ja nicht nur um die Beschreibung eines Ideals, sondern auch um die ganz realistische Frage nach der Möglichkeit der Verwirklichung geht, - wie könnte es bei Baldur Springmann anders sein - mit meiner heißgeliebten zeitgemäßen Fassung des Dornröschenmärchens, wie ich sie unermüdlich immer wieder erzähle. Und das, seitdem ich damals in der allerersten Gründungszeit der Grünen ganz vielen Menschen mit genau dieser ritterlichen Ausstrahlung begegnet bin, wie sie in den Märchen als Prinz oder Prinzessin in Erscheinung tritt. Und weil ich dann später die wachsende Übermacht ganz anderer mit dem kalten Licht des Hasses in den Augen erleben mußte. Schmerzhaft erleben mußte, daß es ganz gegenwärtig, ganz akut die "böse Fee" gibt, die das Schöne, das Helle, das Strahlende, eben die Prinzessin einschläfert und unwirksam macht. Erleben wir es heute anders? Und was ist die giftige Spindel, die Zauberkraft, mit welcher die böse Fee unserer Zeit die Prinzessin "Mutterlandsliebe" mehr und mehr auszulöschen am Werke ist? Nun, allerlei giftiges Zeug ist darauf aufgewickelt, Umerziehung, Frankfurter Schule, Antifa, Geschichtsklitterung, gehorsamst angepaßte Intellektuelle, Politiker und Medien, die unermüdlich an einem Zerrbild deutschen Volkstums weben, wie es ähnlich schon in den zwanziger Jahren George Grosz so meisterhaft dargestellt hat. Typisch deutsch? Grosz hat das, soviel ich weiß, nie behauptet, sondern sehr darunter gelitten, daß es derartig zu karikierende Figuren im damaligen Deutschland eben auch gab. Mindestens ebenso sehr leiden wir Deutschlandliebenden darunter, daß sich ein Bodensatz derartiger Typen auch heute noch im deutschen Volk tummelt. Und daß das dazu beiträgt, daß solche Hetzer so viel Beifall der Politiker und Medien finden, die etwa das ganze deutsche Volk als "Hitlers willige Vollstrecker" verleumden. Pars pro toto, einen real vorhandenen Teil für das Ganze erklären, das ist der ekelhafte Trick, auf den Lieschen Müller und Krischan - ach nee, heute ja Chris Meier immer wieder reinfallen, den wir aber keinesfalls mit umgekehrtem Vorzeichen anwenden werden. Stattdessen flüchten wir uns schleunigst aus dem irrealen Panoptikum der Verleumder in die Realität unseres Märchens, wo es ja zum Glück nicht immer bei der Verzauberung der Prinzessin bleibt, sondern eines Tages, wenn auch nach langer Zeit, die Gegenkraft, das ganz Andere, eben der Prinz kommt. Und zwar genau der Prinz, der nicht wie alle seine Vorläufer in den Dornen der politischen Korrektheit hängen bleibt, sondern dem sich die Dornenhecken öffnen, weil er genau zu der für solche historischen Ereignisse jeweils einzig richtigen Zeit angetreten ist. Ja, und da sich ja unser Lebensstil vom Königs- und Prinzentum zur Demokratie gewandelt hat, wie könnte da dieser Prinz heutzutage etwas anderes sein als der "Demos", das Volk, also klar, wir alle zusammen, die wir auch nur noch ein Fünkchen Liebe zu Deutschland im Herzen tragen, Du und Du und Du und ich!Und so wie der Prinz damals ein Pferd brauchte für seinen Ritt zur verzauberten Prinzessin, so brauchen wir, Du und ich, etwas der heutigen Zeit Angepaßtes, und das nennt sich heute leider immer noch "Partei", obwohl es eigentlich schon ganz anders heißen müßte und wir also dafür zu sorgen haben, daß es möglichst bald auch anders heißt und anders funktioniert. Aber wenn wir wiederum an den Vergleich mit dem Prinzen auf seinem edlen Zelter denken, so darf natürlich auch unser Transportmittel nicht einer erbärmlichen Schindermähre gleichen, womöglich noch mit elenden Stricken am Schwanz aufgezäumt, wie deren ja heute einige durch die Landschaft schlurfen. Jeder muß sofort erkennen: Aha, da kommt etwas Echtes, etwas Lebenstüchtiges. Vor allem aber muß an uns, den Reitern eines sofort zu erkennen sein, nämlich daß nicht alttestamentarischer Haß unsere Waffe ist, wir nicht einmal eine Rüstung tragen, sondern unser ritterliches Gewand aus Liebe gewoben ist, Liebe zu dem so schwer zu beschreibenden, aber um so deutlicher zu erfühlenden inneren Reich der Deutschen. So. Nun wißt Ihr's, wie das Dornröschenrnärchen in unserer Zeit verwirklicht werden möchte. Und so schön sich das alles anhört, so gibt es doch dabei nichts so tralatara auf die leichte Schulter zu nehmen. Ich jedenfalls habe oft genug erfahren müssen, wie schwer es ist, die souveräne Haltung des Prinzen zu bewahren und wie sich einem die Faust in der Tasche ballt, wenn einem die Haßgesänge der Deutschtumsfeinde um die Ohren gellen. Aber von dieser Faust habe ich mich schon vor zwanzig Jahren, wenn auch als ziemlich einsamer Rufer, distanziert, als beim letzten von mir besuchten Parteitag der Grünen in Dortmund Leute auftauchten, die unser fröhlich-freundliches Abzeichen "Atomkraft nein danke", die lächelnde Sonne, mit ihrer blöden Klassenkämpferfaust verunstaltet hatten. "Das kann doch unser Wahrzeichen nicht sein", habe ich damals protestiert, "sondern das genaue Gegenteil, eine umarmende Geste, mit der wir Andersdenkende allmählich zu überzeugen versuchen. Wir haben das auf europäische Art zu tun, was Gandhi auf indische Art versucht bat: eine von Religiosität durchleuchtete und von volklicher Eigenart getragene Politik". Leider sind manche von denen, die damals "Buh!" geschrien haben, heute am politischen Ruder, wenn sie sich auch hochkorrekte Masken aufgesetzt haben. Weil mir das und der drohende Untergang unseres Volkstums nun ebensowenig Ruhe gelassen hat wie vor dreißig Jahren der drohende Untergang unserer lebendigen Mitwelt, habe ich vor zwei Jahren begonnen, mich etwas intensiver nach den Kräften umzusehen, die dagegen Widerstand zu leisten versuchten. So habe ich mich an einige nach dem eigentlich längst veralteten Schema als "rechts" eingestufte Parteien und Parteichen gewandt, die ja deswegen den Deutschtumsfeinden nur ein müdes Lächeln abgewinnen können, weil sie im Vergleich zum Bamberger Reiter eher auf einem kleinen hölzernen Steckenpferd sitzen, manche von ihnen obendrein noch mit einem Papierhelm und einem Holzschwert ausgerüstet. Unter denen ohne Helm und Schwert habe ich bei Leuten wie Heiner Kappel und Rolf Schlierer durchaus eine gewisse Bereitschaft angetroffen, zur Bundestagswahl '98 eine stärkere gemeinsame Kraft zu bilden, aber an Leuten wie Dr. Brunner, bei dem ich mir umsonst den Mund fusselig geredet habe, ist das dann gescheitert. Als Konsequenz des daraus Gelernten schrieb ich nach der Bundestagswahl einen Artikel, der aber von der "Jungen Freiheit' als "zu blumig" verworfen wurde. Wenn es nun auch sehr verdächtig nach verletzter Eitelkeit duftet, so hoffe ich doch von mir, daß ich diesen Artikel nur deswegen hier im vollen Wortlauf wiederhole, weil ich darin sozusagen einen Einführungslehrgang auch für andere sehe, wie ich ihn für mich selbst empfunden habe, um das "innere Reich der Deutschen" mit Worten zu beschreiben zu lernen. Also: Das Fundament fehlt - darum kriegen wir kein Haus fertig. Die vorhersehbare und verdiente Pleite volkstreuer Politikansätze hat hoffentlich etwas mehr Aufgeschlossenheit für die These bewirkt, daß eine politische Wende nur dann gelingen kann, wenn eine geistig-kulturelle Erneuerung vorangegangen ist. Wir können uns, meine ich, alle nachträglichen taktischen Überlegungen und Prozentrechnereien ruhig abschminken und sollten uns lieber mit unserer ganzen Aufmerksamkeit und Kraft eben dem widmen, was bei dem Streben nach einer wieder dem Wohl des deutschen Volkes dienenden Politik bisher zu wenig Beachtung gefunden hat: einer ethnokulturellen Erneuerung Deutschlands. Die Zeit für einen politischen Durchbruch ist nicht nur deswegen noch nicht reif, weil Kairos, der geflügelte griechische Gott des einzig günstigen Augenblicks, uns noch nicht seinen Schopf gezeigt hat, sondern auch, weil wir unseren Beitrag dazu noch nicht ausreichend erbracht haben. So wie auf meinem Acker eine gute Ernte nicht von selbst heranreift, sondern ohne meine Pflege das Unkraut überwuchert, so haben wir uns zunächst mit aller Energie um das Unkraut der geistigen Verwilderung und seelischen Lähmung unseres Volkes zu kümmern. Eines aber dazu vorweg: Alle Bemühungen in diesem Bereich, denen auch nur ein Hauch von Nostalgie, von "guter alter Zeit" anhaftet, können die junge Generation, um die es ja hauptsächlich geht, nicht erreichen. Und auch wir wollen doch das Dornröschen unserer in einen Dämmerzustand verzauberten Volksseele nicht in irgendeine noch so schöne Vergangenheit hinein wecken, sondern in eine vom Licht eines neuen Zeitalters durchstrahlte Zukunft. Eine Zukunft aber, die nur dann so wie ein neuer junger Trieb im Gipfel eines Baumes frühlingsgrün hervorsprießen kann, wenn das dem Leitsystem im Stamme des Saumes entsprechende Geschichtsbewußtsein des Volkes den Strom des Arteigenen von den Wurzeln zum Gipfel, vom Gestern zum Morgen hinaufträgt. Also müssen wir, wenn wir zu dieser Art von Tradition (die genau das Gegenteil von Nostalgie ist) etwas beitragen wollen, nicht nur ein Gespür für das Eigentliche, für die Eigenart unseres Volkstums haben, sondern das auch so bildhaft hell und klar darstellen können, daß es den jungen Menschen ohne weiteres einleuchtet. Eine Aufgabe, der jedoch kein einzelner gerecht werden kann, und wäre er auch hundertmal begabter und beredter als ich. Wer macht also mit? Wer Dornröschen wecken will, der muß aber auch über die böse Fee Bescheid wissen. Das heißt, wir müssen jene Zauberkraft erkennen, welche nun schon seit Jahrzehnten ein zeitgemäßes Erblühen deutscher Wesensart verhindert. Und nicht nur das, es genügt nicht, wenn wir da ganz im Vordergrund die 68-er und ihre Epigonen und Hilfstruppen, die politisch-korrekten Gutmenschen ausmachen und nur etwas weiter dahinter die amerikanischen Umerzieher. Die alle hätten doch ihrem Ziel, der Vernichtung des Deutschtums nicht so nahe kommen können, wenn nicht schon viel früher der Boden dazu vorbereitet worden wäre. Unter den Faktoren, die dazu beigetragen haben, scheint mir der wesentlichste die Entwicklung oder vielmehr die spätere Fehlentwicklung der Aufklärung zu sein. Ich meine damit jenes Überschwappen jener an sich so segensreichen Befreiung aus allerlei menschengemachten Dogmen und Bevormundungen in eine immer weiter um sich greifende Säkularisierung, - letztlich in das Vertreiben alles Göttlichen sowohl aus der Natur wie auch aus dem Menschenherzen. Nur so konnte es doch zu der Geistesblindheit der Naturwissenschaften kommen, zu dem lebensfeindlichen mechanistischen Paradigma mit seiner Degradierung alles Lebendigen zu einem manipulierbaren Mechanismus. Nur so zur geistigen Verstädterung und Versteinerung, zur Entfremdung von allem Naturgegebenem göttlichen Ursprungs und damit zum Einschlafen aller Mutterlandsliebe. Zum Überschwappen der zeit-notwendigen Individuation von dem endlich erreichten Respekt vor der Würde jedes Einzelmenschen in die seelische Herauslösung desselben aus seiner natur- und damit gottgegebener Volksgemeinschaft. Zur Degradierung dieses Superindividualisten zum manipulierbaren Konsumidioten. Und haargenau all dem ist das entsprungen, was sich heute Politik nennt, gleich welcher Couleur, denn auch die Grünen, mit denen einst eine so hoffnungsvolle Gegenbewegung begann, sind von diesem Gift infiziert. Also wird es unweigerlich immer weiter so den Bach hinuntergehen wie derzeit, wenn, -ja wenn wir nicht endlich da zupacken, wo der Ursprung der seelischen Fehlentwicklung unseres Volkes zu suchen ist, eben bei der Säkularisierung. Zwar nicht "integer vitae", aber völlig unberührt von dem freundlich-milden Lächeln oder auch höhnischen Grinsen, das ich in diesem Augenblick deutlich vor Augen sehe, behaupte ich: Wir werden das hinkriegen! Einfach weil wir gar nicht anders können, wenn wir es nur erst mal alle eingesehen haben. Aber nicht nur deshalb. Glücklicherweise hat ja die Aufklärung nicht nur zu dem vordergründig allgemein sichtbaren Irrweg der Säkularisierung geführt, sondern es ist auch in der Neuzeit das nicht verloren gegangen, was die Religionswissenschaftlerin Sigrid Hunke als über die Jahrhunderte hinweg immer wieder auftauchende ursprüngliche Naturfrömmigkeit sichtbar gemacht und "Europas eigene Religion genannt hat. Einer der wesentlichen Grundzüge dieser in den vergangenen 10 Jahrhunderten immerwieder aus Überfremdung oder Unterdrückung auftauchenden Strömung ist das Nein zum Dualismus monotheistischer und infolgedessen patriarchalischer Theorien und Dogmen und das Ja zu dem holistischen bzw. unitarischen Weltbild einer durchgotteten Natur, einer Immanenz des Transzendenten. Die Besonderheit des Humanum in diesem Zusammenhang, die Bürde und Würde menschlicher Freiheit, selbst zu entscheiden, ob das auch ihm immanente Göttliche unwirksam und unsichtbar wird oder ob es hell aus ihm herausstrahlt. Es ist genau das, wohin auch progressive Biologen und Physiker gefunden haben, nachdem sie für moderne Forschungsergebnisse, besonders im subatomaren Bereich, immer häufiger im veralteten mechanistischen Modell keine Erklärungsmöglichkeit mehr fanden. Natürlich kann ja aber auch das daraufhin von ihnen postulierte "holistische Paradigma" - wie alles Menschengemachte - entgleisen, etwa in Richtung Okkultismus oder irgendwelcher esoterischer Illusionen. Genau darum ist es so vordringlich, gerade jetzt, in einer Epoche zunehmender Orientierungslosigkeit, in den Herzen unseres Volkes als unbeirrbar sicheren Wegweiser wieder aufzurichten die Religiosität.Zweimal bin ich mit dieser Forderung schon mißverstanden worden. Bei den Grünen, als ich sagte: »Wir müssen auf europäische Art das machen, was Gandhi auf indische Art versucht hat, von Religiosität durchleuchtete und von volklicher Eigenart getragene Politik. Da gab es zwar auch einige Zustimmung, aber doch überwiegend Buhrufe. Und sogar mit meinem Freund Herbert Gruhl konnte ich ein Jahr später in dieser Hinsicht nicht auf ein Brett kommen, als ich so etwas zur Grundlage des ÖDP-Programms machen wollte. Und vielleicht hatte er ja auch recht mit seiner Befürchtung, das würde als Ausrichtung auf eine Art Zentrumspartei mißverstanden werden. Damm ist diese Klarstellung notwendig: Religiosität ist - sowie die Sprache - eines der Wesensmerkmale, die uns Menschen vom Tier unterscheiden, natürlich ohne daß wir deswegen "besser" wären. Es ist die Fähigkeit zur bewußten Kommunikation mit dem Göttlichen, welche Schwester Pflanze und Bruder Tier ja deswegen gar nicht brauchen, weil sie noch "im Paradies", also ganz "von selbst" durchgottet sind. Es ist genau wie die Sprache ein Potential, eine Veranlagung, die unentwickelt bleibt, wenn dem Kleinkind nicht von den Erwachsenen die Sprache vorgesprochen und die Religiosität vorgelebt wird. Veranlagt ist sie, meine ich, in allem, was Menschenantlitz trägt. In Erscheinung jedoch tritt sie sehr unterschiedlich, oft genug fast gar nicht. Religionen sind menschengemachte Ausdrucksformen des Religiösen und damit der Ursprung und die Triebfeder kultureller Entwicklungen. Menschengemachte Gebilde, aus denen wie aus allem derartigen Großartiges hervorgehen kann, aber auch Minderwertiges bis hin zum Gegenteil des Ursprungs. Sie alle sind Antworten auf die uns eingeborene Frage nach Gottes Worte, teilweise aus Heiligen Schriften, teilweise unmittelbar aus "Gottes Handschrift in der Natur". Antworten, deren Unterschiedlichkeit durchaus nicht notwendigerweise zur gegenseitigen Bekämpfung zu führen braucht, sondern sehr wohl der gegenseitigen Bereicherung dienen kann. Antworten, die wie alles Menschengemachte dem Verständnis verschiedener Regionen und verschiedener Epochen angepaßt sind - oder doch sein sollten - und daher nicht statisch festgelegt, sondern dynamisch entwicklungsfähig. Darum stünde es auch der "Jungen Freiheit", wenn sie nicht nur so heißen, sondern auch so sein möchte, gut an, wenn es nicht nur gelegentlich eine Seite "Kirche", sondern auch eine solche "Religiosität" gäbe. Ich bin ja bestimmt nicht der einzige, der da allerhand beizutragen hätte. Denn sie, die Religiosität, ist das Dornröschen, welches aus seiner Verzauberung zu erwecken die erste Aufgabe all derer ist, welche der geplanten Vernichtung des Deutschtums eine ethnokulturelle Neugeburt entgegenstellen wollen. Laßt uns also keinen Augenblick mehr zögern und uns zu einer Initiative zu diesem Zweck zusammentun! Eine neue Organisation dazu brauchen wir nicht, denn es gibt ja schon die Deutschlandbewegung, in deren Rahmen das ausgezeichnet hineinpassen würde und die bereit ist, uns organisatorisch zu helfen, damit zunächst mal allererste Quellenarbeit geleistet werden kann. Wer denn anders als wir sollte endlich diese Quelle zum Sprudeln bringen, aus welcher sich - und die Zeit ist dafür reif! - der Strom entwickeln wird, der, wenn die Zeit dazu reif ist, so breit und so umfassend sein wird, daß er alles in sich aufnehmen kann, was bisher als unscheinbares kleines Rinnsal in die gleiche Richtung gestrebt hat. Sei aller Klarheit der Richtung wird dieser Strom dann endlich eine solche Weite haben, daß die kleinen Rinnsale jeweils viel von ihrer Eigenart bewahren können und deswegen auch gerne einmünden. Dann erst, wenn wir, jeder die Religiosität des anderen achtend, bewiesen haben, daß eine Einheit der Vielfalt sehr wohl möglich ist, wenn nämlich das gemeinsame Fernziel glasklar definiert ist, - dann erst wird es den geistigen Strom geben, dessen Tiefe und Tragfähigkeit ausreicht für ein seetüchtiges Schiff deutschbewußter Politik. * * * Das, was bildlich im vorletzten Absatz dieses hier nun erstmalig veröffentlichten Artikels beschrieben ist, habe ich dann im Frühjahr '99 bei einer auf das Wahlergebnis bezogenen Veranstaltung der Deutschlandbewegung in Würzburg wiederholt. Am Beispiel von Werra und Fulda habe ich klar zu machen versucht, daß das größte Hindernis der Einigung patriotischer Gruppen darin besteht, daß jede fordert, alle anderen sollten bei ihr unterkriechen. Daraus kann natürlich nie etwas werden. Es gebt doch nur so, daß sie alle auf ihren früheren Namen verzichten, gemeinsam etwas Neues aufbauen, - so wie Fulda und Werra gemeinsam den ganz neuen Strom Weser bilden. Dasselbe habe ich dann im September bei einer Besprechung des "Deutschland-Rates" vorgetragen, die im Anschluß an die Veranstaltung in Hohewisch in Mecklenburg stattfand. Geradezu flehentlich habe ich da die Bildung einer Vorbereitungsgruppe angemahnt, von der eine Darstellung des "ganz neuen Stroms" anzufertigen sei. Daß es da nur zögerliche Zustimmung gab und auch zunächst aus dem Kreis der dort Versammelten überhaupt nichts geschah, ist für mich unter anderem ein Zeichen, daß meine Ansprache am Vortage nicht gut genug gewesen war, um sie entsprechend zu motivieren. Ich wiederhole sie hier, um zu zeigen, wie sehr wir alle in einem ständigen Lernprozeß wach bleiben müssen. Vor allem aber, weil mir klar ist, daß ich nur eine Facette zu einem Machwerk beisteuern kann und möglichst viele sich aufgerufen fühlen sollten, kreativ an dem Bild dessen mitzuwirken, wofür wir möglichst viele Deutsche begeistern wollen. Hier also jene Ansprache: Zum Abschluß von "Deutsche Patrioten
sammeln sich"
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