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Die konservative Informationsbasis im Internet

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Der deutsche Reiter, seht ihr, hat ein fernes Ziel.
Schon viele hundert Jahre sind von ihm durchritten,
und immer noch trennt uns vom innren Reiche viel,
für das ganz ohne Waffen er gestritten.

Ihr Deutschen, macht es in euch hell und klar!
Wir alle wolln den Geisteskampf doch weitertragen,
wolln wie der Reiter aufrecht, mutig, wahr
und fromm sein und ihm Freund und Bruder sagen!

Baldur Springmann
Baldur Springmann

Nadel, grün

Aufruf zur Sammlung der Deutschen

von Baldur Springmann

So wie in dem Gedicht habe ich es schon in mir gespürt, als ich vor 73 Jahren zur Konfirmation einen Bildband des Bamberger Doms geschenkt bekam und von dem Bild des ebenso gelassen wie aufrecht in eine weite Ferne schauenden Reiters so ergriffen war, daß es bis heute für mich der Inbegriff dessen geblieben ist, was so sehr schwer in Worte zu fassen ist,

unser Deutschtum,

- das, was auchjeweils vor meinem inneren Auge auftauchte, wenn wir bei den regelmäßig in der Aula unseres Gymnasiums stattfindenden Feiern sangen "Deutschland, Deutschland über alles", und was mir dabei vor innerer Bewegung die Augen feucht werden ließ.

Daß dieses Metaphysische, dieses innere Reich der Deutschen auch einen physischen Raum braucht, um sich als Deutsches Volk darleben zu können, finde ich ebenso selbstverständlich wie ich den Streit überflüssig finde, ob die Grenzen dieses Raumes von der Maas bis an die Memel oder von der Oder bis an die Saar reichen sollen. So überflüssig wie ein Kropf jedenfalls sind derartige Grenzfragen solange, wie jenes innere Reich nicht als etwas ganz Lebendiges dort wirkt, wo es hingehört, in den Herzen wenigstens jener dafür aufgeschlossenen Menschen, die seit eh und je den Kern des deutschen Volkes gebildet haben, heute aber mehr und mehr an den Rand gedrängt werden. Menschen, aus deren Augen aber dennoch auch dort vom Rande her ein helles Licht ins ganze Volk hinein strahlen kann und ein Erinnern an all das durch den Reiter repräsentierte Edle wachrufen kann, - vorausgesetzt, jene "Randfiguren" sind selbst wirklich um eine derartige Haltung bemüht.

Bamberger Reiter

Für alle, die beim Anblick des Bamberger Reiters sofort verstehen, was er will, und dabei sofort fühlen "Das will ich auch", für alle die ist hiermit alles gesagt, und ich kann getrost den Mund halten beziehungsweise den Kugelschreiber beiseite legen. Die Crux ist nur die, daß wir heute nicht mehr auf Pferden sitzen, sondern in Autos fahren. Und weil ich in den vergangenen acht Jahrzehnten nicht nur viele, viele Stunden auf dem Pferderücken zugebracht habe, sondern auch schon über zwei Millionen Autokilometer hinter mir habe, weiß ich sehr wohl um den Unterschied der beiden Lebensgefühle, aber eben auch, daß man mit beiden in dieselbe Richtung streben kann.

Weil es nun aber heute zunehmend viele noch deutsche Menschen gibt, die nur undeutlich oder auch schon gar nicht mehr verstehen können, was der Reiter will, muß man leider Gottes versuchen, ihnen das möglichst leicht verständlich in zeitgemäßem Vokabular auseinanderzuposementieren. Mit "man" meine ich alle, die zu uns heutigen ,"Randfiguren" gehören. An die alle richtet sich dieser erste Teil meines

Aufrufes,

daß sie sich mit all ihrem Können, aller Kraft und allem Mut diese Aufgabe der Vermittlung der positiven Seite des deutschen Wesens auf die Hörner nehmen. Denn erstens habe ich überhaupt keine Lust, ein einsamer Rufer in der Wüste zu sein, und zweitens ist mein Wortgeklingel eben allerhöchstens eine Stimme in dem Konzert, welches ich nicht dirigieren, aber unbedingt veranstaltet sehen will. Und wohlgemerkt: Keine Haßgesänge gegen Andersdenkende und Andersagierende gehören in dieses Positivkonzert hinein, so etwas läßt der ritterliche Mensch doch weit unter sich, unter den Hufen seines Pferdes liegen.

So.

Nun geht es also los mit meinen Erklärungsversuchen und wird im Gegensatz zu Vorstehendem dementsprechend langatmig. Es beginnt, weil es ja nicht nur um die Beschreibung eines Ideals, sondern auch um die ganz realistische Frage nach der Möglichkeit der Verwirklichung geht, - wie könnte es bei Baldur Springmann anders sein - mit meiner heißgeliebten zeitgemäßen Fassung des Dornröschenmärchens, wie ich sie unermüdlich immer wieder erzähle. Und das, seitdem ich damals in der allerersten Gründungszeit der Grünen ganz vielen Menschen mit genau dieser ritterlichen Ausstrahlung begegnet bin, wie sie in den Märchen als Prinz oder Prinzessin in Erscheinung tritt. Und weil ich dann später die wachsende Übermacht ganz anderer mit dem kalten Licht des Hasses in den Augen erleben mußte. Schmerzhaft erleben mußte, daß es ganz gegenwärtig, ganz akut die "böse Fee" gibt, die das Schöne, das Helle, das Strahlende, eben die Prinzessin einschläfert und unwirksam macht.

Erleben wir es heute anders? Und was ist die giftige Spindel, die Zauberkraft, mit welcher die böse Fee unserer Zeit die Prinzessin "Mutterlandsliebe" mehr und mehr auszulöschen am Werke ist? Nun, allerlei giftiges Zeug ist darauf aufgewickelt, Umerziehung, Frankfurter Schule, Antifa, Geschichtsklitterung, gehorsamst angepaßte Intellektuelle, Politiker und Medien, die unermüdlich an einem Zerrbild deutschen Volkstums weben, wie es ähnlich schon in den zwanziger Jahren George Grosz so meisterhaft dargestellt hat.

Typisch deutsch? Grosz hat das, soviel ich weiß, nie behauptet, sondern sehr darunter gelitten, daß es derartig zu karikierende Figuren im damaligen Deutschland eben auch gab. Mindestens ebenso sehr leiden wir Deutschlandliebenden darunter, daß sich ein Bodensatz derartiger Typen auch heute noch im deutschen Volk tummelt. Und daß das dazu beiträgt, daß solche Hetzer so viel Beifall der Politiker und Medien finden, die etwa das ganze deutsche Volk als "Hitlers willige Vollstrecker" verleumden. Pars pro toto, einen real vorhandenen Teil für das Ganze erklären, das ist der ekelhafte Trick, auf den Lieschen Müller und Krischan - ach nee, heute ja Chris Meier immer wieder reinfallen, den wir aber keinesfalls mit umgekehrtem Vorzeichen anwenden werden.

Stattdessen flüchten wir uns schleunigst aus dem irrealen Panoptikum der Verleumder in die Realität unseres Märchens, wo es ja zum Glück nicht immer bei der Verzauberung der Prinzessin bleibt, sondern eines Tages, wenn auch nach langer Zeit, die Gegenkraft, das ganz Andere, eben der Prinz kommt. Und zwar genau der Prinz, der nicht wie alle seine Vorläufer in den Dornen der politischen Korrektheit hängen bleibt, sondern dem sich die Dornenhecken öffnen, weil er genau zu der für solche historischen Ereignisse jeweils einzig richtigen Zeit angetreten ist. Ja, und da sich ja unser Lebensstil vom Königs- und Prinzentum zur Demokratie gewandelt hat, wie könnte da dieser Prinz heutzutage etwas anderes sein als der "Demos", das Volk, also klar, wir alle zusammen, die wir auch nur noch ein Fünkchen Liebe zu Deutschland im Herzen tragen,

Du und Du und Du und ich!

Und so wie der Prinz damals ein Pferd brauchte für seinen Ritt zur verzauberten Prinzessin, so brauchen wir, Du und ich, etwas der heutigen Zeit Angepaßtes, und das nennt sich heute leider immer noch "Partei", obwohl es eigentlich schon ganz anders heißen müßte und wir also dafür zu sorgen haben, daß es möglichst bald auch anders heißt und anders funktioniert. Aber wenn wir wiederum an den Vergleich mit dem Prinzen auf seinem edlen Zelter denken, so darf natürlich auch unser Transportmittel nicht einer erbärmlichen Schindermähre gleichen, womöglich noch mit elenden Stricken am Schwanz aufgezäumt, wie deren ja heute einige durch die Landschaft schlurfen. Jeder muß sofort erkennen: Aha, da kommt etwas Echtes, etwas Lebenstüchtiges. Vor allem aber muß an uns, den Reitern eines sofort zu erkennen sein, nämlich daß nicht alttestamentarischer Haß unsere Waffe ist, wir nicht einmal eine Rüstung tragen, sondern unser ritterliches Gewand aus Liebe gewoben ist, Liebe zu dem so schwer zu beschreibenden, aber um so deutlicher zu erfühlenden inneren Reich der Deutschen.

So. Nun wißt Ihr's, wie das Dornröschenrnärchen in unserer Zeit verwirklicht werden möchte. Und so schön sich das alles anhört, so gibt es doch dabei nichts so tralatara auf die leichte Schulter zu nehmen. Ich jedenfalls habe oft genug erfahren müssen, wie schwer es ist, die souveräne Haltung des Prinzen zu bewahren und wie sich einem die Faust in der Tasche ballt, wenn einem die Haßgesänge der Deutschtumsfeinde um die Ohren gellen.

Aber von dieser Faust habe ich mich schon vor zwanzig Jahren, wenn auch als ziemlich einsamer Rufer, distanziert, als beim letzten von mir besuchten Parteitag der Grünen in Dortmund Leute auftauchten, die unser fröhlich-freundliches Abzeichen "Atomkraft nein danke", die lächelnde Sonne, mit ihrer blöden Klassenkämpferfaust verunstaltet hatten. "Das kann doch unser Wahrzeichen nicht sein", habe ich damals protestiert, "sondern das genaue Gegenteil, eine umarmende Geste, mit der wir Andersdenkende allmählich zu überzeugen versuchen. Wir haben das auf europäische Art zu tun, was Gandhi auf indische Art versucht bat: eine von Religiosität durchleuchtete und von volklicher Eigenart getragene Politik". Leider sind manche von denen, die damals "Buh!" geschrien haben, heute am politischen Ruder, wenn sie sich auch hochkorrekte Masken aufgesetzt haben.

Weil mir das und der drohende Untergang unseres Volkstums nun ebensowenig Ruhe gelassen hat wie vor dreißig Jahren der drohende Untergang unserer lebendigen Mitwelt, habe ich vor zwei Jahren begonnen, mich etwas intensiver nach den Kräften umzusehen, die dagegen Widerstand zu leisten versuchten. So habe ich mich an einige nach dem eigentlich längst veralteten Schema als "rechts" eingestufte Parteien und Parteichen gewandt, die ja deswegen den Deutschtumsfeinden nur ein müdes Lächeln abgewinnen können, weil sie im Vergleich zum Bamberger Reiter eher auf einem kleinen hölzernen Steckenpferd sitzen, manche von ihnen obendrein noch mit einem Papierhelm und einem Holzschwert ausgerüstet.

Unter denen ohne Helm und Schwert habe ich bei Leuten wie Heiner Kappel und Rolf Schlierer durchaus eine gewisse Bereitschaft angetroffen, zur Bundestagswahl '98 eine stärkere gemeinsame Kraft zu bilden, aber an Leuten wie Dr. Brunner, bei dem ich mir umsonst den Mund fusselig geredet habe, ist das dann gescheitert. Als Konsequenz des daraus Gelernten schrieb ich nach der Bundestagswahl einen Artikel, der aber von der "Jungen Freiheit' als "zu blumig" verworfen wurde. Wenn es nun auch sehr verdächtig nach verletzter Eitelkeit duftet, so hoffe ich doch von mir, daß ich diesen Artikel nur deswegen hier im vollen Wortlauf wiederhole, weil ich darin sozusagen einen Einführungslehrgang auch für andere sehe, wie ich ihn für mich selbst empfunden habe, um das "innere Reich der Deutschen" mit Worten zu beschreiben zu lernen. Also:

Das Fundament fehlt - darum kriegen wir kein Haus fertig.

Die vorhersehbare und verdiente Pleite volkstreuer Politikansätze hat hoffentlich etwas mehr Aufgeschlossenheit für die These bewirkt, daß eine politische Wende nur dann gelingen kann, wenn eine geistig-kulturelle Erneuerung vorangegangen ist. Wir können uns, meine ich, alle nachträglichen taktischen Überlegungen und Prozentrechnereien ruhig abschminken und sollten uns lieber mit unserer ganzen Aufmerksamkeit und Kraft eben dem widmen, was bei dem Streben nach einer wieder dem Wohl des deutschen Volkes dienenden Politik bisher zu wenig Beachtung gefunden hat: einer ethnokulturellen Erneuerung Deutschlands.

Die Zeit für einen politischen Durchbruch ist nicht nur deswegen noch nicht reif, weil Kairos, der geflügelte griechische Gott des einzig günstigen Augenblicks, uns noch nicht seinen Schopf gezeigt hat, sondern auch, weil wir unseren Beitrag dazu noch nicht ausreichend erbracht haben. So wie auf meinem Acker eine gute Ernte nicht von selbst heranreift, sondern ohne meine Pflege das Unkraut überwuchert, so haben wir uns zunächst mit aller Energie um das Unkraut der geistigen Verwilderung und seelischen Lähmung unseres Volkes zu kümmern.

Eines aber dazu vorweg: Alle Bemühungen in diesem Bereich, denen auch nur ein Hauch von Nostalgie, von "guter alter Zeit" anhaftet, können die junge Generation, um die es ja hauptsächlich geht, nicht erreichen. Und auch wir wollen doch das Dornröschen unserer in einen Dämmerzustand verzauberten Volksseele nicht in irgendeine noch so schöne Vergangenheit hinein wecken, sondern in eine vom Licht eines neuen Zeitalters durchstrahlte Zukunft.

Eine Zukunft aber, die nur dann so wie ein neuer junger Trieb im Gipfel eines Baumes frühlingsgrün hervorsprießen kann, wenn das dem Leitsystem im Stamme des Saumes entsprechende Geschichtsbewußtsein des Volkes den Strom des Arteigenen von den Wurzeln zum Gipfel, vom Gestern zum Morgen hinaufträgt. Also müssen wir, wenn wir zu dieser Art von Tradition (die genau das Gegenteil von Nostalgie ist) etwas beitragen wollen, nicht nur ein Gespür für das Eigentliche, für die Eigenart unseres Volkstums haben, sondern das auch so bildhaft hell und klar darstellen können, daß es den jungen Menschen ohne weiteres einleuchtet. Eine Aufgabe, der jedoch kein einzelner gerecht werden kann, und wäre er auch hundertmal begabter und beredter als ich. Wer macht also mit?

Wer Dornröschen wecken will, der muß aber auch über die böse Fee Bescheid wissen. Das heißt, wir müssen jene Zauberkraft erkennen, welche nun schon seit Jahrzehnten ein zeitgemäßes Erblühen deutscher Wesensart verhindert. Und nicht nur das, es genügt nicht, wenn wir da ganz im Vordergrund die 68-er und ihre Epigonen und Hilfstruppen, die politisch-korrekten Gutmenschen ausmachen und nur etwas weiter dahinter die amerikanischen Umerzieher. Die alle hätten doch ihrem Ziel, der Vernichtung des Deutschtums nicht so nahe kommen können, wenn nicht schon viel früher der Boden dazu vorbereitet worden wäre.

Unter den Faktoren, die dazu beigetragen haben, scheint mir der wesentlichste die Entwicklung oder vielmehr die spätere Fehlentwicklung der Aufklärung zu sein. Ich meine damit jenes Überschwappen jener an sich so segensreichen Befreiung aus allerlei menschengemachten Dogmen und Bevormundungen in eine immer weiter um sich greifende Säkularisierung, - letztlich in das Vertreiben alles Göttlichen sowohl aus der Natur wie auch aus dem Menschenherzen. Nur so konnte es doch zu der Geistesblindheit der Naturwissenschaften kommen, zu dem lebensfeindlichen mechanistischen Paradigma mit seiner Degradierung alles Lebendigen zu einem manipulierbaren Mechanismus. Nur so zur geistigen Verstädterung und Versteinerung, zur Entfremdung von allem Naturgegebenem göttlichen Ursprungs und damit zum Einschlafen aller Mutterlandsliebe. Zum Überschwappen der zeit-notwendigen Individuation von dem endlich erreichten Respekt vor der Würde jedes Einzelmenschen in die seelische Herauslösung desselben aus seiner natur- und damit gottgegebener Volksgemeinschaft. Zur Degradierung dieses Superindividualisten zum manipulierbaren Konsumidioten.

Und haargenau all dem ist das entsprungen, was sich heute Politik nennt, gleich welcher Couleur, denn auch die Grünen, mit denen einst eine so hoffnungsvolle Gegenbewegung begann, sind von diesem Gift infiziert. Also wird es unweigerlich immer weiter so den Bach hinuntergehen wie derzeit, wenn, -ja wenn wir nicht endlich da zupacken, wo der Ursprung der seelischen Fehlentwicklung unseres Volkes zu suchen ist, eben bei der Säkularisierung.

Zwar nicht "integer vitae", aber völlig unberührt von dem freundlich-milden Lächeln oder auch höhnischen Grinsen, das ich in diesem Augenblick deutlich vor Augen sehe, behaupte ich: Wir werden das hinkriegen! Einfach weil wir gar nicht anders können, wenn wir es nur erst mal alle eingesehen haben. Aber nicht nur deshalb. Glücklicherweise hat ja die Aufklärung nicht nur zu dem vordergründig allgemein sichtbaren Irrweg der Säkularisierung geführt, sondern es ist auch in der Neuzeit das nicht verloren gegangen, was die Religionswissenschaftlerin Sigrid Hunke als über die Jahrhunderte hinweg immer wieder auftauchende ursprüngliche Naturfrömmigkeit sichtbar gemacht und "Europas eigene Religion genannt hat.

Einer der wesentlichen Grundzüge dieser in den vergangenen 10 Jahrhunderten immerwieder aus Überfremdung oder Unterdrückung auftauchenden Strömung ist das Nein zum Dualismus monotheistischer und infolgedessen patriarchalischer Theorien und Dogmen und das Ja zu dem holistischen bzw. unitarischen Weltbild einer durchgotteten Natur, einer Immanenz des Transzendenten. Die Besonderheit des Humanum in diesem Zusammenhang, die Bürde und Würde menschlicher Freiheit, selbst zu entscheiden, ob das auch ihm immanente Göttliche unwirksam und unsichtbar wird oder ob es hell aus ihm herausstrahlt.

Es ist genau das, wohin auch progressive Biologen und Physiker gefunden haben, nachdem sie für moderne Forschungsergebnisse, besonders im subatomaren Bereich, immer häufiger im veralteten mechanistischen Modell keine Erklärungsmöglichkeit mehr fanden. Natürlich kann ja aber auch das daraufhin von ihnen postulierte "holistische Paradigma" - wie alles Menschengemachte - entgleisen, etwa in Richtung Okkultismus oder irgendwelcher esoterischer Illusionen. Genau darum ist es so vordringlich, gerade jetzt, in einer Epoche zunehmender Orientierungslosigkeit, in den Herzen unseres Volkes als unbeirrbar sicheren Wegweiser wieder aufzurichten

die Religiosität.

Zweimal bin ich mit dieser Forderung schon mißverstanden worden. Bei den Grünen, als ich sagte: »Wir müssen auf europäische Art das machen, was Gandhi auf indische Art versucht hat, von Religiosität durchleuchtete und von volklicher Eigenart getragene Politik. Da gab es zwar auch einige Zustimmung, aber doch überwiegend Buhrufe. Und sogar mit meinem Freund Herbert Gruhl konnte ich ein Jahr später in dieser Hinsicht nicht auf ein Brett kommen, als ich so etwas zur Grundlage des ÖDP-Programms machen wollte. Und vielleicht hatte er ja auch recht mit seiner Befürchtung, das würde als Ausrichtung auf eine Art Zentrumspartei mißverstanden werden. Damm ist diese Klarstellung notwendig:

Religiosität ist - sowie die Sprache - eines der Wesensmerkmale, die uns Menschen vom Tier unterscheiden, natürlich ohne daß wir deswegen "besser" wären. Es ist die Fähigkeit zur bewußten Kommunikation mit dem Göttlichen, welche Schwester Pflanze und Bruder Tier ja deswegen gar nicht brauchen, weil sie noch "im Paradies", also ganz "von selbst" durchgottet sind. Es ist genau wie die Sprache ein Potential, eine Veranlagung, die unentwickelt bleibt, wenn dem Kleinkind nicht von den Erwachsenen die Sprache vorgesprochen und die Religiosität vorgelebt wird. Veranlagt ist sie, meine ich, in allem, was Menschenantlitz trägt. In Erscheinung jedoch tritt sie sehr unterschiedlich, oft genug fast gar nicht.

Religionen sind menschengemachte Ausdrucksformen des Religiösen und damit der Ursprung und die Triebfeder kultureller Entwicklungen. Menschengemachte Gebilde, aus denen wie aus allem derartigen Großartiges hervorgehen kann, aber auch Minderwertiges bis hin zum Gegenteil des Ursprungs.

Sie alle sind Antworten auf die uns eingeborene Frage nach Gottes Worte, teilweise aus Heiligen Schriften, teilweise unmittelbar aus "Gottes Handschrift in der Natur". Antworten, deren Unterschiedlichkeit durchaus nicht notwendigerweise zur gegenseitigen Bekämpfung zu führen braucht, sondern sehr wohl der gegenseitigen Bereicherung dienen kann. Antworten, die wie alles Menschengemachte dem Verständnis verschiedener Regionen und verschiedener Epochen angepaßt sind - oder doch sein sollten - und daher nicht statisch festgelegt, sondern dynamisch entwicklungsfähig.

Darum stünde es auch der "Jungen Freiheit", wenn sie nicht nur so heißen, sondern auch so sein möchte, gut an, wenn es nicht nur gelegentlich eine Seite "Kirche", sondern auch eine solche "Religiosität" gäbe. Ich bin ja bestimmt nicht der einzige, der da allerhand beizutragen hätte. Denn sie, die Religiosität, ist das Dornröschen, welches aus seiner Verzauberung zu erwecken die erste Aufgabe all derer ist, welche der geplanten Vernichtung des Deutschtums eine ethnokulturelle Neugeburt entgegenstellen wollen.

Laßt uns also keinen Augenblick mehr zögern und uns zu einer Initiative zu diesem Zweck zusammentun! Eine neue Organisation dazu brauchen wir nicht, denn es gibt ja schon die Deutschlandbewegung, in deren Rahmen das ausgezeichnet hineinpassen würde und die bereit ist, uns organisatorisch zu helfen, damit zunächst mal allererste Quellenarbeit geleistet werden kann.

Wer denn anders als wir sollte endlich diese Quelle zum Sprudeln bringen, aus welcher sich - und die Zeit ist dafür reif! - der Strom entwickeln wird, der, wenn die Zeit dazu reif ist, so breit und so umfassend sein wird, daß er alles in sich aufnehmen kann, was bisher als unscheinbares kleines Rinnsal in die gleiche Richtung gestrebt hat. Sei aller Klarheit der Richtung wird dieser Strom dann endlich eine solche Weite haben, daß die kleinen Rinnsale jeweils viel von ihrer Eigenart bewahren können und deswegen auch gerne einmünden.

Dann erst, wenn wir, jeder die Religiosität des anderen achtend, bewiesen haben, daß eine Einheit der Vielfalt sehr wohl möglich ist, wenn nämlich das gemeinsame Fernziel glasklar definiert ist, - dann erst wird es den geistigen Strom geben, dessen Tiefe und Tragfähigkeit ausreicht für ein seetüchtiges Schiff deutschbewußter Politik.

* * *

Das, was bildlich im vorletzten Absatz dieses hier nun erstmalig veröffentlichten Artikels beschrieben ist, habe ich dann im Frühjahr '99 bei einer auf das Wahlergebnis bezogenen Veranstaltung der Deutschlandbewegung in Würzburg wiederholt. Am Beispiel von Werra und Fulda habe ich klar zu machen versucht, daß das größte Hindernis der Einigung patriotischer Gruppen darin besteht, daß jede fordert, alle anderen sollten bei ihr unterkriechen. Daraus kann natürlich nie etwas werden. Es gebt doch nur so, daß sie alle auf ihren früheren Namen verzichten, gemeinsam etwas Neues aufbauen, - so wie Fulda und Werra gemeinsam den ganz neuen Strom Weser bilden. Dasselbe habe ich dann im September bei einer Besprechung des "Deutschland-Rates" vorgetragen, die im Anschluß an die Veranstaltung in Hohewisch in Mecklenburg stattfand. Geradezu flehentlich habe ich da die Bildung einer Vorbereitungsgruppe angemahnt, von der eine Darstellung des "ganz neuen Stroms" anzufertigen sei.

Daß es da nur zögerliche Zustimmung gab und auch zunächst aus dem Kreis der dort Versammelten überhaupt nichts geschah, ist für mich unter anderem ein Zeichen, daß meine Ansprache am Vortage nicht gut genug gewesen war, um sie entsprechend zu motivieren. Ich wiederhole sie hier, um zu zeigen, wie sehr wir alle in einem ständigen Lernprozeß wach bleiben müssen. Vor allem aber, weil mir klar ist, daß ich nur eine Facette zu einem Machwerk beisteuern kann und möglichst viele sich aufgerufen fühlen sollten, kreativ an dem Bild dessen mitzuwirken, wofür wir möglichst viele Deutsche begeistern wollen. Hier also jene Ansprache:

Zum Abschluß von "Deutsche Patrioten sammeln sich"
18.9.1999 in Hohewisch, Mecklenburg-Vorpommern

Liebe Landsleute,

mit dieser Anrede meine ich genau dasselbe, was wir vor 60, 70 Jahren »Volksgenossen« nannten. Ein Wort, welches aber leider wie so manche ursprünglich schöne Worte damals von einigen Fanatikern derart mißbraucht worden ist, daß man heute allzu leicht in jenem negativen Sinne mißverstanden würde und sich deshalb scheut, es heute noch zu verwenden. Es gibt aber auch Worte, welche von einer anderen Sorte heutiger Fanatiker nicht so sehr wegen des ehemaligen Mißbrauches aus dem heutigen Sprachgebrauch verdrängt werden, sondern hauptsächlich darum, weil sie in ihre Ideologie nicht hineinpassen.

Ich meine da jene Clique von Ideologieproduzenten und ihrem Ungeist verwandten Politikern und Journalisten, die beispielsweise hinsichtlich der Ereignisse auf dem Balkan immerzu nur von »Ethnien« daherredet und das eigentliche Wort "Volk" sorgsam meidet, weil bei diesem Wort allzu deutlich aufschimmern würde, was jene hassen und fürchten wie der Teufel das Weihwasser. Es ist das, wofür unsere schöne Sprache das schöne Wort "Volkstum" gebildet hat, - das Eigentliche, das Wesentliche, der geistige und seelische Hinter- und Untergrund jeder volklichen Identität. Und um das möglichst gründlich bei uns auszurotten, gehen jene Deutschtumshasser ja auch mit der Waffe des Spottes dagegen vor und nennen jede kleinste Regung unseres Volkstums "Deutschtümelei".

Ja, deswegen stehen wir heute oft genug vor der Frage: Soll ich aus Besorgnis, von jenen als "Volkstümler" lächerlich gemacht zu werden, aus meinem Herzen eine Mördergrube machen? Liebe Leute, auf diese Frage habe ich zu meinem großen Glück schon als Achtzehnjähriger eine Antwort bekommen von einem Mann, der damals so alt war wie ich heute. Eine Antwort, welche ich für so bedeutsam halte, daß ich sie unbedingt - wenn auch unausgesprochen - im Mittelpunkt aller unserer vaterländischen Aktivitäten sehen möchte, - einfach, weil darin die Voraussetzung zu den bisher ausgebliebenen Erfolgen sehe. Und weil ich das also für derart bedeutsam halte, halte ich mich für berechtigt, hier mit einigen Sätzen auf den persönlichen Zusammenhang einzugehen, wie ich zu dieser Antwort gekommen bin.

Damals vor 70 Jahren war ich landwirtschaftlicher Eleve auf einem Majorat in jenem Land, das damals noch Hinterpommern hieß. Und der alte Mann war der Generalfeldmarschall von Mackensen, der dort bei seiner Schwägerin Gräfin von der Ostgen einige Sommerwochen verbrachte. Zu dessen Begleitung bei seinen täglichen Ausritten war ich abgeteilt worden, weil ich ein einigermaßen geschickter Reiter war und die Gutsbeamten in der Erntezeit unabkömmlich waren. Nach dem Absitzen von meinem Pferd hatte ich dann noch immer eine halbe Stunde Konversation im Schloß abzusitzen, wobei die Gräfin meinen Berufswunsch als illusorisch kritisierte, den ich damals schon Ökobauer genannt hätte, wenn es das Wort schon gegeben hätte. Der alte Mackensen aber ermutigte mich, meinem Vorsatz treu zu bleiben, weil er offensichtlich auf die richtige Weise entstanden sei. Und das ist also jene berühmte Antwort auf fast alle Lebensfragen, die ich jetzt ungefähr so, wie er sie da ausgedrückt hat, in unsere Mitte stelle:

"Nurweiter so, junger Mann! De erste Jeige spielt dat Herz, - wenn't jut werden soll. Und dann erst kommt dat Köppche, dat muß dann aber och jut uf Draht sein ..."

So. Das war's. Und nun bin ich also der Olle, der Euch aus der Erfahrung eines langen, ebenso schweren wie schönen Bauernlebens versichern kann, daß der erste und entscheidende Schritt zum Erfolg damit getan ist, daß man über tausend kluge Ratschläge und tausend eigene Verstandesskrupel hinweg einzig und allein der Stimme seines Herzens folgt. Und nach dieser klaren, natürlichen Instanzenregelung hat dann erst der Verstand einzusetzen und nach einem gangbaren Weg zu dem von der höheren Instanz gesetzten Ziel zu suchen. Ja, Leute, und dann läuft's, dafür kann ich Euch garantieren!

Und was hat das nun praktisch für unseren Zusammenhang hier zu bedeuten? Für mich besteht da eine Parallele zu der Situation vor 40 Jahren, als die Zerstörung unserer Mitwelt sich immer deutlicher abzeichnete. Genau so kann ich heute, wo sich die Zerstörung unseres Volkstums immer deutlicher abzeichnet, einfach nicht wehklagend und jammernd zuhause hocken, sondern stürze mich ins Gewühl und tue das, was mir von hier, vom Herzen her sofort als das Allerwichtigste klar war. Voriges Jahr ist es leider zu spät und zu unvollkommen damit losgegangen. Deswegen reihe ich mich jetzt schon rechtzeitig zur Bundestagswahl 2002 bei denen ein, die all den vielen Parteien und Parteichen und Gruppen und Grüppchen des volkstreuen Lagers so lange keine Ruhe lassen, bis die endlich wirklich Schluß damit machen, immer nur jeder sein eigenes Süppchen zu kochen oder im besten Falle höchstens mal diese und jene Wahlabsprache zu treffen.

Ja, ja, von Einigung reden ja inzwischen fast alle, aber im Grunde möchte doch jeder derjenigen sein, bei dem alle anderen mal unterkriechen sollen. Und selbstverständliche klappt das nie. Und deswegen ist es doch ganz herzensklar unser aller erste und vordringlichste Aufgabe, so etwas wie einen ganz neuen, eigenständigen Strom ingang zu setzen. Einen so großzügig angelegten, klaren, breiten und schönen Strom, daß all die Bächlein und Rinnsale gar nicht andern könne als in ihn einzumünden.

Auf alle Einwände und alle Skrupel höre ich da überhaupt nicht hin, weil ich ganz genau weiß: Das ist's! Und als erstes muß da natürlich ein schöner, ein klangvoller und bedeutungsklarer Name her, irgend so etwas wie "Aufstand der Deutschen" oder "Stimme des Volkes", so schön und zugkräftig wie damals »Wir sind das Volk!«. Als zweites muß eine einleuchtende Zielbestimmung her, so wie der Elbstrom ganz klar und einfach sagt, ich will zur Nordsee. Das sind die Grundbedingungen für eine solche Politik wie sie unser Grundgesetz vorschreibt, - nämlich eine solche, die dem Wohl des Deutschen Volkes dient und Schaden von ihm wendet.

Diese Grundbedingungen, angefangen von einer Wiederherstellung der Meinungsfreiheit in Deutschland bis hin zu einer ebenso klaren Barriere gegen Überfremdung wie Distanzierung von jeglicher An von Gewalttätigkeit müssen ebenso absolut verbindlich sein wie auf anderen Gebieten eine breite Toleranz nötig ist, damit beispielsweise sowohl Kernkraftgegner wie Befürworter mitmachen können und es in solchen Bereichen nicht so etwas wie Fraktionszwang geben darf, der ja sowieso grundgesetzwidrig ist.

Ihr seht also, daß ich schon damit begonnen habe, meinen Verstand auf die vom Herzen vorgegebene Spur anzusetzen. Und Ihr seht hoffentlich ein, daß in diese Richtung der Einsatz vieler Herzen und vieler Köpfe gebraucht wird, wenn aus der Utopie noch rechtzeitig eine Wirklichkeit werden soll. Und damit das über alle zu erwartenden Schwierigkeiten und Rückschläge hinweg geschehen kann, gibt es außer dem Hinhören auf die Stimme des Herzens noch eine zweite Voraussetzung, die ebenfalls eine ausgesprochenen Herzenssache ist, - die Begeisterung!

Die Begeisterung, die, wie unsere Sprache es so schön ausdrückt, einen Zustand beschreibt, in dem man sein Herz etwas Geistigem geöffnet hat, in unserem Fall also unserem deutschen Volksgeist, dem geistigen Hinter- und Untergrund unseres Volkstums, diesem über die Jahrhunderte hin immer wieder in neuen herrlichen Bildern in Erscheinung getretenen Etwas, das wir als unser Deutschtum alle in unseren Herzen tragen, in dessen heutigem Erscheinungsbild wir zugleich jeder ein Mosaiksteinchen sind.

Dieses Deutschtum, dem wir zu einer neuen Blüte verhelfen werden mit unseren »Dennoch« und unserem "Nun erste recht" angesichts all der versengenden Wüstenstürme des Hasses, denen es zur Zeit ausgesetzt ist. Dabei aber, liebe Landsleute, müssen wir sehr wachsam aufpassen, daß unsere Begeisterung nicht in das genaue Gegenteil umschlägt, in Fanatismus bis hin zur Ekstase, wie es ja leider im Dritten Reich teilweise geschehen ist. Die Versuchung dazu ist groß genug, insbesondere, weil es ja gerade ein umgekehrter Fanatismus ist, der uns heute aus allen Ecken und Enden entgegenschlägt.

Als ein eklatantes Beispiel will ich aus diesem Artikel der taz vom 9.9.1999 zitieren, in welchem ein Buch von Saul K. Padover über »Vernehmungen im besiegten Deutschland« besprochen wird. »Sein Urteil (jenes Saul Padover) über das deutsche Volk fiel niederschmetternd aus: autoritätsgläubig, stumpf, gefühllos, gewissenlos, selbstherrlich und arrogant auch in der Kapitulation, weinerlich in kollektivem Selbstmitleid«, und abschließend: »Es war das Verhalten von Sklaven, die Bürokraten anbeten.«

Das Schlimme daran ist nun eigentlich nicht so sehr der Quatsch, den sich dieser amerikanische Militärreporter zusammenphantasiert hat. Das kann man, zumal es 50 Jahre her ist, achselzuckend beiseitelegen. Ekelerregend und alarmierend ist vielmehr, wie geradezu lüstern ein Journalist mit dem deutsch klingenden Namen Bernd Müllender dieses von Hans Magnus Enzensberger ausgegrabenen Zeug unter dem Titel »Wie war, wie ist der Deutsche?« ausbreitet und seinen ganzen Deutschtumshaß in den Untertitel rausläßt: »Unangenehme Wahrheiten eines faszinierenden Buches ..."

Ja, da kann einem die Galle hochkommen, wie da aus dem Hexenkessel des Hasses genau das Gift rauskocht, mit dem die Seele unserer deutschen Jugend vergiftet wird. Und nun? Was dagegen tun? Sollen wir aus einem entgegengesetzten Hexenkessel jene Haßpropheten mit Gegenhaß überschütten? Fragen wir die Stimme des Herzens, dann sagt sie klipp und klar nein, denn es wäre unserer unwürdig, - undeutsch. Wenn es auch manchmal schwerfällt, so sind und bleiben wir doch diejenigen, welche die ewige Kette von Haß und Widerhaß endlich aufbrechen. Und wie? Leute, - nichts ist doch einfacher als das, uns auf den Flügeln unserer Begeisterung über die tristen Ebenen des Hasses dahin zu erheben, wo uns wie ein warmes, lebendiges Licht das Gegenteil von Haß umgibt, - und wo diese Liebe, in diesem Fall die Liebe zu unserem deutschen Volkstum offen und frei aus uns herausstrahlt!

Nur mit dieser letztendlich doch stärkeren Kraft werden wir die durch künstliche Injektionen herbeigeführte seelische Krankheit unseres Volkes heilen können. Nur durch sie, unsere vorgelebte Mutterlandsliebe werden wir insbesondere unsere Jugend immun machen können gegen all die ihnen täglich verabreichten Giftspritzen:

Mit der Liebe sanften Feuern wolln die Gifte wir verbrennen, daß im Volk sich kann erneuern, was wir seine Seele nennen. Eine Seele, deren Schwingen erst das eigentliche Klingen in die Melodie einbringen, wenn das Deutschlandlied wir singen.

* * *

Hinterher wurde da am 18. September in Mecklenburg denn auch das Deutschlandlied gesungen - alle drei Strophen, und ich muß gestehen, daß ich mich dabei unwohl fühlte. Ich kenne ja bei mir selbst gut genug dieses trotzige Aufbegehren "nun erst recht", aber wir gehören doch nun mal nicht zu denen, die das Gelände bis an die Maas und bis an die Memel zurückerobern wollen. Auch geht mir, ehrlich gesagt, Deutschland nicht über alles in der Welt. Früher habe ich das alles nicht so wörtlich genommen und brauchte man das auch nicht.

Heute, wo ich mich oft der Kritik junger Freundinnen und Freunde ausgesetzt sehe, sage ich denen und mir, daß ich selbstverständlich nicht so verstiegen bin, daß mir die Mutterlandsliebe mehr bedeuten würde als etwa die ganz andere Art von Liebe zu meiner Frau oder wiederum andere Art von Liebe zur lebendigen Mitwelt. Na ja, und die zweite Strophe mit Wein und Weib habe ich nie als so ganz glücklich empfunden. Deswegen und nicht etwa aus Anpassung meine ich, wir sollten es bei der wunderschönen dritten Strophe belassen.

Weitere Schritte meines Lernprozesses haben sich dann in dem Vorschlag zur Verfahrensweise und Zielbestimmung niedergeschlagen, den ich am 18. Oktober in Fulda eingebracht habe, wo Dr Kappel "alle Parteien und Gruppierungen des demokratischen, wertbewußt-konservativen, nationalliberalen und marktwirtschaftlichen Lagers" und auch mich, obwohl ich doch keinem dieser "Lager" angehöre, eingeladen hatte, "um offen und ehrlich einen gemeinsamen Weg zu suchen".

Prioritäten-Rangfolge Fundament - tragendes Gebälk - Dach

  1. Zielbestimmung: Erhaltung und Weiterentwicklung des Deutschtums als Grundlage der kulturellen und politischen Gestaltung Mitteleuropas

  2. Definition: Deutschtum bedeutet die Geistesverwandtschaft, die Seelenverwandtschaft und die biologische Verwandtschaft, welche uns heutige Nachkommen der mitteleuropäischen Menschheitsentwicklung verbindet. Menschheitsentwicklung ist u.a. auch Bewußtseinsentwicklung. Der Verlust des Bewußtseins, deutsch zu sein, bedeutet also einen geistigen Rückfall. Bewußt Deutsche beantworten den vielerseits geschürten Haß nicht mit Gegenhaß, sondern mit - nun erst recht - demonstrierter Liebe zum Deutschen.

  3. Kulturelle Konsequenzen: "Dornröschen wecken" - das von deutschfeindlichen Mächten ins Unterbewußtsein verdrängte Wissen der jungen Generation um die Realität ihres Deutschtums wieder in ein helles Bewußtsein heben - durch "Wachküssen". Dazu gehört
    a) unsere Mitbürger da abholen, wo sie nun mal zumeist sind, also realitätsbezogen z.B. klarmachen, daß nachhaltiges Wohlergehen von uns Deutschen nur möglich ist durch mehr Selbstbestimmung anstelle derzeitiger Fremdbestimmung,
    b) daß jeder einzelne von uns sowie unsere Gruppierung so einprägsam wie jeweils möglich die positiven Entitäten des Deutschtums repräsentiert (Lichtgestalt!) und sich unmißverständlich von allem Negativen (Schattengespenst!), insbesondere von jeder Art von Gewalttätigkeit distanziert.

  4. Politische Konsequenzen: Zunächst nur - wie ein Fachwerk aus tragendem Gebälk - eine kurzgefaßte, einprägsame, attraktive Zusammenstellung von für uns selbst und jeden, der mitmachen will, verbindlichen Richtlinien in den Bereichen Verfassung, Kulturpolitik, Staatsbürgertum, Innen- und Außenpolitik.

Im Rahmen dieses absolut obligatorischen "Fachwerks" bleibt die Wahl zwischen unterschiedlichen Möglichkeiten für das ausfüllende "Mauerwerk" offen. Da gibt es keinen (grundgesetzwidrigen) Fraktionszwang. Nur so ermöglichen wir die vielberufene Vielfalt in Einheit.

Nachdem sich da in Fulda bei etwa 40 Menschen unterschiedlichster Herkunft wirklich ein sehr deutlicher Wille zur Einigung gezeigt hatte, fanden dann in Frankfurt auf Heiner Kappels Initiative und unter seinem Vorsitz mehrere Gesprächsrunden mit Dr. Rolf Schlierer (Republikaner), Freiherr von Campenhausen (DP), Roberto Rink (DSU), Herrn Lowak (FBU), Alfred Mechtersheimer (Deutschland-Bewegung) und mir statt. Jedesmal wurde mir dabei freundlich zugehört, wenn ich immer wieder als ersten Schritt zum Neuaufbau einer gesammelten Kraft die Entwicklung von und Einigung auf Namen, Erscheinungsbild und grundlegende Prinzipien anmahnte und dazu auch schriftliche Anregungen wie diese vorlegte:

"Volkes Stimme"

ist die parlamentarische Organisation der Sammlung aller dem Prinzip der Gewaltfreiheit verpflichteten Vaterlandsliebenden, Mutterlandsliebenden, Elternlandsliebenden.

Dieser die Vielfalt der volkstreuen Deutschen dokumentierenden Bezeichnung entsprechend steht anstelle eines ins einzelne gehenden Programms eine Zusammenfassung der allgemeinen Grundsätze, die für alle Mitglieder absolut verbindlich sind.

Oberster Leitsatz ist, die innerhalb des Volkes und zwischen den Völkern unheilvoll wirksame Kette des Hasses abzubrechen. Das bedeutet insbesondere, dem heute immer noch im Ausland wie im Inland agitierenden Deutschtumshaß eine unbeirrbare, weder hochmütige noch demütige Haltung der Deutschtumsliebe entgegenzustellen. Ganz allgemein das Streben nach Kommunikation anstelle von Konfrontation.

Allen Deutschen, die sich durch ihren Beitritt zu "Volkes Stimme" diesem Prinzip verpflichtet haben, wird das Vertrauen entgegengebracht, daß sie in ihrem Privatleben ebenso wie in politischer Agitation und parlamentarischer Arbeit um dessen Verwirklichung bemüht sind.

Die verbindlichen Grundlagen der politischen Arbeit sind:

  1. Wiederherstellung der in Art. 20 des Grundgesetzes als Grundlage der gesamten verfassungsmäßigen Ordnung der BRD bestimmten Souveränität des deutschen Volkes, das als Abstammungsgemeinschaft und heutige Erscheinungsform historischer und kultureller Entwicklung verstanden wird. Jedes Zuwiderhandeln gegen dieses höchstrangige Grundgesetz entweder durch Vergabe von Souveränität an anderweitige internationale Organisationen oder durch das Zulassen bzw. Fördern der Installation eigenständiger fremdvölkischer Gruppierungen in der BRD ist als grundgesetzwidrig zu ächten und zu korrigieren. Für eine den Frieden, die Kultur und die Wirtschaft fördernde Kooperation insbesondere mit unseren Nachbarvölkern und darüber hinaus weltweit sind Formen zu entwickeln, welche die Eigenständigkeit des deutschen Volkes nicht beeinträchtigen.

  2. Jeder einzelne Ausländer, der sich legal in der BRD aufhält und die hiesigen Gesetze und Gebräuche achtet, hat das Recht auf Schutz vor Anfeindungen und Achtung seiner Persönlichkeit. Das derzeitige Übermaß hier - teilweise illegal - lebender Ausländer ist jedoch auf das ökologisch, kulturell und naturbedingte Maß zu reduzieren, welches in früheren Epochen zu einer Bereicherung des Deutschtums beigetragen hat.

  3. Die selbstverständliche Distanzierung von Missetaten unter früheren Regimen ist durch die "Umerzieher" und ihre willigen Vollstrecker zur Installierung eines Meinungs- und Gesinnungsterrors mißbraucht worden. Durch dessen restlose Beseitigung ist die grundgesetzlich garantierte Meinungsfreiheit wiederherzustellen, welche im Grundgesetz selbst nur durch das Recht der persönlichen Ehre begrenzt ist. Eine Aufforderung zu Gewalttaten oder sonstigen Verbrechen ist mehr als eine Meinungsäußerung, nämlich ihrerseits ein Vergehen, welches als solches gerichtlich zu ahnden ist.

  4. Die gegenwärtige wissenschaftliche, technologische und ökonomische Entwicklung droht in jetzt schon ernsthaft schädigenden und alsbald bedrohenden Automatismus auszuufern. Den Erkenntnissen der ökologischen Wissenschaft und dem Ethos der Ehrfurcht vor dem Leben muß daher über das derzeitige verbale Blabla hinaus die Funktion wirksamer Steuerungsorgane zukommen. Mittelstand und Bauerntum sind nicht nur als ökonomische, sondern auch als sozial-strukturelle Faktoren zu beachten.

  5. "Konservativ" wird heute weitgehend als das Herbeisehnen "guter alter Zeiten" mißverstanden und mit Symbolen wie Pickelhaube oder Hakenkreuz diskriminiert. Progressiv, den heutigen Verfall in grenzenlosen Libertinage überwindend ist demgegenüber das Streben nach neuen, zeitgemäßen Formen überzeitlicher gemeinschaftsbildender und gemeinschaftserhaltender Werte wie Naturliebe, Nächstenliebe, Familiensinn, Werkgerechtigkeit, Fleiß, Treue, Mutterlandsliebe und gelebte Religiosität.

  6. Zum Vermitteln des Willens zur Neugestaltung dieser Werte an die junge Generation, auf die es doch entscheidend ankommt, bedarf es also einer weniger konservativen und mehr progressiven Ausdruckweise.

  7. Vor allem aber bedarf es bei jedem Repräsentanten selbst einer entsprechenden Haltung und Ausstrahlung.

* * *

Irgendein Eingehen darauf oder die von mir gewünschte Weiterentwicklung solcher Vorschläge fand jedoch nicht statt. Organisatorische Probleme standen im Vordergrund. Einigung wurde immerhin insoweit erzielt, daß die einzelnen die Neugründung unterstützenden Parteien zwar zunächst im bisherigen Rahmen weiterarbeiten würden, sich jedoch zugunsten derselben zurückhalten würden, wenn sie erstmals zu einer Wahl antreten würde.

Letztlich ist diese von allen so hoffnungsvoll begonnene Initiative dann doch gescheitert. Über dem Grund dazu habe ich so unterschiedliche Versionen zu hören bekommen, daß ich nicht noch einen - auf Grund meiner Schwerhörigkeit fragliche - hinzufügen möchte. Die Lehre scheint mir jedenfalls zu sein, daß die von so vielen gewünschte Neugründung durch Zusammenarbeit verschiedener Parteivorstände oder Parteigremien nicht zu erreichen ist. Das bestätigte sich nochmals bei der Veranstaltung des "Kirchheimer Kreises" am 29. Januar, wo es wiederum unter vorsortierten Eingeladenen um Einigung ging. Unter anderem gab es da ein massives Aufgebot der DP, lauter honorige Herren, die nahezu enthusiastisch dafür warben, alle sollten doch bei ihnen eintreten - und schon wäre alles geritzt.

Hier möchte ich betonen, daß ich nichts Unehrenhaftes bei dieser Art Gruppierung des patriotischen Lagers empfinde, im Gegenteil. Aber wenn ich mich in das untadelige Gewand derer Ideale hineinzwängen müßte, würde ich mich dem Erstickungstod nahe in einem Panzerkorsett wilhelminischer Art eingeengt fühlen. Was wir in Wirklichkeit als neue politische Kraft brauchen, ist demgegenüber derart progressiv, geradezu revolutionär, daß wir für den Anfang erst mal eine Einigung auf solche Prinzipien anstreben sollten, von denen aus dann später mal die große Revolution gelingen könnte, der Befreiungsschlag von der Fremdherrschaff des anonymen Kapitals, der anonymen Globalmacht und deren US-amerikanischen Streitkräften.

Behalten wir also dieses für viele heute noch erschröckliche Fernziel im Hinterkopf und freuen uns, daß da in Kirchheim, wie ich glaube genau im richtigen Augenblick, Alfred Mechtersheimer im Namen der Deutschland-Bewegung das Angebot einer völlig unabhängigen (also natürlich auch von der Deutschland-Bewegung unabhängigen) deutschen Aufbau-Organisation gemacht hat. Einer Vorbereitungsgruppe also, die nicht bisherige Gruppierungen zusammenzufassen versucht sich nicht aufvorhandene Programme stützt, sondern nur auf integre Persönlichkeiten. Eine Gruppierung, die aber ebensowenig wie auf eine bisherige Gruppierung auf nur eine Persönlichkeit bezogen sein darf deren Zusammenkünfte beispielsweise unter alternierendem Vorsitz stattfinden sollten.

In diesem Gremium hoffe ich nun ein wenig mehr Gehör für meine Auffassung zu finden, daß das von uns zu schöpfende Gebilde, wenn es denn auch leider Partei heißen muß, sich selbst zuerst und zunächst durch einen ganz neuen Namen und durch die Aufstellung grundsätzlicher Prinzipien ein klares, attraktives Profil geben muß. Essentiell ist für mich dabei eine solche unausgesprochene Religiosität, welche die Priorität alles Naturgegebenen, also Gottgegebenen über alles Menschengemachte anerkennt. Um das nur an einem Beispiel zu erläutern: Nicht Verbot der Genforschung, aber striktes Verbot jeder Anwendung, bei der die naturgegebenen Artengrenzen überschritten werden. Und in Stammbuch aller Politiker (Berufspolitiker, die sich in Parteien hochgeellenbogt haben, sollte es überhaupt nicht geben, sondern nur Menschen, die sich schon in einem Beruf bewährt haben): Volk ist etwas Gewachsenes, Gewordenes, "Gedanke Gottes". Staat, und erst recht Regierung, Partei, Verfassung, Parlament sind alles menschengemachte, also dem Ersteren untergeordnete Gebilde.

So.

Aber derart klare Konturen zu erarbeiten, fühle ich mich im Alleingang weit überfordert. Was bleibt mir also über, als ein

Aufruf

an alle deutschen Menschen, die ein Gespür dafür haben, was der da

Bamberger Reiter

von uns will !!!

Habe ich klar genug und laut genug gerufen?


Baldur Springmann: Geboren 1912 in Hagen/Vestfalen als Sohn einer Industriellenfamilie. Schon als 15jähriger innere Hinwendung zu Natur und bäuerlicher Lebensart. Nach dem Abitur landwirtschaftliche Lehre, Pferdeknecht auf einem Bauernhof, Landwirtschaftsstudium und Erwerb eines Hofes in Mecklenburg. 1940 - 1945 Batteriechef in Kiel bzw. Kapitänleutnant in Swinemünde. 1942 Eheschließung mit Ilse Bünsow der er auch über ihren Tod (1981) hinaus aufs engste verbunden blieb. Nach der Flucht in den Westen Aufbau eines Hofes unweit von Bad Segeberg. 1954 Umstellung auf biologisch-dynamische Wirtschaftsweise. In den 70er Jahren aktiv in verschiedenen Umweltschutzvereinigungen und in der Anti-AKW-Bewegung. Mitbegründer der "Grünen". Im Juni 1980 Austritt aus der Partei wegen Besetzung von Schlüsselpositionen durch K-Gruppen. Gründung der ÖDP. 1981 Ausstieg aus der Parteipolitik.


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