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Fernsehzeitschrift "Funk-Uhr" unterstützt Sprachvermischer

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Nadel, grün

Deulisch oder Engleutsch: Dekulturationskauderwelsch durchsetzt die deutsche Sprache

Josef Pipping
Martin-Adolff-Str.15
89165 Dietenheim

Funk-Uhr
Chefredaktion
Axel-Springer-Platz 1
20355 Hamburg

Sehr geehrte Frau Wicherek,

seit Ihre Programm-Zeitschrift auf dem Markt ist, hat meine Familie sie regelmäßig als Hilfsmittel für die Auswahl unter den Radio- und Fernsehsendungen gekauft. Leider müssen wir in zunehmendem Maße feststellen, daß auch sie sich im redaktionellen Teil an der in der Medienöffentlichkeit grassierenden Unsitte beteiligt, die deutsche Sprache mehr und mehr mit englischen Ausdrücken zu durchsetzen, wobei dann auch noch häufig die Anleihe derart sinnentstellend erfolgt, daß sich dem englischen Muttersprachler die Haare sträuben.

Ich achte die englische Sprache, wie andere Sprachen auch, als identitätsstiftendes Grundelement der jeweiligen Volkskultur. Gott möge uns die Vielfalt der gewachsenen Sprachen und Kulturen als einen unschätzbaren Reichtum noch lange erhalten, damit auch unsere Kindeskinder sich noch an dieser Fülle erfreuen können. Was jedoch die Sprachvermischer verüben, ist als ob man den Regenbogen in einem Jauche-Eimer durcheinandermischt und mit einem kräftigen Schuß schwarzer Gedankenlosigkeit - oder schlimmerem? - in ein eintöniges Grau verwandelt.

Ihr "Bacon" bei den Rezepten auf S. 90 Ihres Heftes 5/1998 hat hier nun den Eimer zum Überlaufen gebracht. Für das im besagten Rezept verwandte Produkt gibt es eine Vielfalt von deutschen Bezeichnungen, wie Speck, Schinken, Geräuchertes, Selch- oder Rauchfleisch usw.. Aber nein, es muß bacon sein, auf Deulisch oder Engleutsch oder wie man das selbstanbiedernd neokoloniale Dekulturationskauderwelsch sonst nennen mag dann eben "Bacon" - die Großschreibung als Zugeständnis an die offenbar so ungelittene eigene Sprache.

Ich darf Ihnen jedenfalls mitteilen, daß wir Ihr besagtes Blatt von nun an nicht mehr kaufen.

Mit einer etwaigen Veröffentlichung dieses Schreibens als Leserbrief bin ich nur in ungekürzter Form einverstanden.

Mit angemessen freundlichen Grüßen


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